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dich noch vor dem vertrockneten Popanz eines mittelalterlichen Bannstrahles der Pfaffen!
Sei Mann! diene Gott, aber nicht den Pfaffen. Mit dem Schwure, sich gegenseitig anzugehören, stch nicht verlassen zu wollen, alle Noth des Lebens treu miteinander zu theilen, ist man vor Gott gebunden. Der gerichtliche Act der Civilehe verleiht die gesetzliche Gültigkeit in den Augen der Welt. Die nachfolgende Ceremonie der priesterlichen Einsegnung ist durchaus unnütz, durchaus kraftlos, wenn ich sie nicht als eine Ermahnung betrachten will.
Ermahnen lassen kann ich mich aber von wem ich will. Halte ich es für zweckmäßig und habe ich gerade zu einem Priester größeres Vertrauen, so wähle ich ihn, so erbitte ich seinen Nath — wo nicht, so halte ich Worte, von jeder anderen Person gesprochen, wenn sie aus dem Herzen zum Herzen dringen, für ebenso frucht- bringend.
Zwinget also Niemanden, ihr Herren, sich gegen die Erlegung einer gewissen Summe von euch ermahnen zu lassen, wenn man eben euern bezahlten Nath, eure bezahlte Ermahnung nicht haben will.
Ehre demGesetz! Verachtung den bloßen Ceremonien! Das festeste Band ist gegenseitige Liebe und Hochachtung. Der beste Segen ist der Segen Gvtteö, d. h. der Wahrheit und Tugend. Die besten Ermahnungen sind die deö eigenen Gewissens.
Neueste Ergebnisse historischer mit philosophischer Forschungen.
Bei der Visitation der Schule zu B., Kreises R., am 9. November 1848, stellte der Visitator, Pfarrer Vi —, während einer Unterredung mit den Kindern folgende Sätze auf: Das Paradies, der Wohnort der ersten Menschen, lag in der Gegend von Jerusalem. Adam und Eva waren unsterblich. Der sie verführte, war der Teufel. Durch die Sünde wurden sie sterblich. Die Sünde und mit ihr die Sterblichkeit hat sich darauf fortgeerbt. Ein Cherub mit dem Flammenschwerte hütet den Eingang des Paradieses. Wir haben das Paradies verloren, aber wir müssen uns bemühen, cs wieder zu finden. Dazu besuchen wir Schule und Kirche. D i e Schule ist dazu da, daß darin gelehrt wird, wie wir in'S Paradies kommen. „Wenn euer Schullehrer euch das lehrt, dann ist es ein rechter Lehrer." Alles Andere, was noch in der Schule gelehrt oder gelerut wird, ist Nebensache- Schon den ersten Menschen wurde ein Erlöser ver- sprechen, der ihnen das Paradies wieder eröffnen werde. Derselbe ist Jesus, der Sohn Gottes. Noah, Abraham, David und andere fromme Männer haben ihn gesehn und er hat sie in S Paradi es geführt!!
Abraham sah ihn unter den drei Männern, die in seine Hütte gingen. Der ihm sagte: Ueber ein Jahr re., war der Sohn Gottes. Er ist das Thor, die enge Pforte, durch die wir ins Paradies gelangen. Seine Leiden sind der Schlüssel zum Paradies. Jakob hatte keinen Betrug begangen (wie ein Mädchen ungläubig genug bemerkte). Die Mutter hatte die Verheißung, daß der Kleinste den Größeren beherrschen werde. Darum mußte sie ihm den Segen zuwenden. Dazu hatte Esau demJakob sein Erstgeburtsrecht verkauft re. Der Engel, welcher den Bethlehemitischen Hirten die Geburt Jesu verkündigte, stand mitten in dem Lichte, welches die Hirten sahen (waö der Visitator wahrscheinlich mit angesehn hat) u. s. w. — — Gehört solcher Unsinn in die Schule? Ist daS die den Bedürfnissen der Zeit entsprechende Bildung? Ist der Schüler nicht für sein ganzes Leben dem geistigen Tode verfallen, der mit solchen Brocken während der Schulzeit gefüttert worden ist? Ist der Lehrer nicht von vorn herein verurtheilt, der seinen Schülern solche Nahrung vorzusetzen sich nicht entschließen kann? Ist der Aufseher fähig, seine Stelle würdig auszufüllen, in bessern Kopfe solche Gespenster spuken? Wird es endlich möglich sein, die Schule zu einer Anstalt zn erheben, worin vernünftige Bildung ertheilt wird, so lange solche Zeloten darin schalten und walten? *).
*) Wir werden darauf zurückkommen. Angesichts der großen politischen Wirren müssen wir nothgedrungen die tiefere Besprechung aller religiösen und politischen Fragen einer andern Zeit überlassen.
Die Red.
Anforderung an d ie Kurhessische Ständ ever- sammlung.
DaS Heer Derer, welche vom Staate, d. h. aus den Geldbeuteln des Volks, verdiente oder unverdiente Pensionen beziehen, muß sehr groß sein! Dem Volke liegt daran, zu wissen, wem und wofür? es seine sauer verdienten Batzen gibt. Man fordert daher die hohe Ständeversammlung auf, darauf zu dringen, daß das Verzeichniß sämmtlicher Pensionäre öffentlich be- kannt gemacht wird. Ebenso verlangt man, daß das Verzeichniß sämmt licher Staa t ö die ner, vom Minister bis zum untersten Diener mit Angabe ihrer Gehalte und Nebenstellen wenigstens alle 2—3 Jahre gedruckt und gegen Zahlung nur der Druckkosten Jedermann zugänglich gemacht werde.
Die geistlichen Pfründen sind dabei aufs allergewissenhafteste festzustellen. —
Marburg. G. W.
Ist das wahr?
.®- iss Sp. soll neben seinem Versctzungsrescript noch ein Ministerialrescript folgenden Inhalts erhalten haben:
„Weil der Actuar dadurch, daß er eine Petition au btt