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eigentlichen Staatseinnahmen sollten nicht mehr nach fürstlicher Laune, nach fürstlicher Willkür verwendet werden.

Das empfand Kassel bitter. Die reiche Nahrungs­quelle der fürstlichen Bauten, der Luxus der Hosfeste, des Hostheatèrs rc. war versiegt. Daö ganze Land erhob setzt doppelte Ansprüche auf die gerechte Verthei- lung der Staatsunterstützungen, nachdem die Provinzen so lange nur gezahlt und nie erhalten hatten.

Die fürstlichen Liebhabereien, die Verschwendung auf Kosten eines ganzen Staates haben aber inzwischen in die Haupt- und Residenzstadt des Landes Schaaren von Proletariern gezogen, die von dem reichen Abfall eines unumschränkten Hofluxus lebten. Der Hofluxus hörte auf, die Proletarier blieben ; die alten Einheimischen, deren Erwerb vernichtet war, vermehrten ihre Reihen. Sie hofften von Tag zu Tag auf neue Erwerbsquellen, sie hofften wenigstens von dem Hofe, der sie geschaffen, so viel tägliches Brod, daß sie dem Hunger und der Noth entrinnen könnten.

Diese Hoffnung erwies sich als eine eitle. Der Hof legte seine Gelder nach wie vor in fremden Län­dern an, ließ viele Bedürfnisse aus fremden Städten herbeischaffen, und war in seinen täglichen Ausgaben so sparsam, in seinen Rechnungsabzahlungen so genau, daß nur wenige Gewerbsleute überhaupt noch in geschäft­licher Berührung mit ihm standen. Die Menge war im Gegentheil der Ansicht, wie gerade der Hof die Schuld trage, daß neue Erwerbsquellen, Eisenbahn­bauten u. dergl. der Stadt und dem Lande voxeuthal- ten, daß manche Staatsarbeiten, namentlich für das Militär, ebenfalls von fremden Orten herbezogen würden.

Da brach die Revolution des vorigen Jahres aus!

Und nun spricht man noch immer von einer Hof­partei in Kassel? Diese Partei ist zu zählen! Die Menge ist stumpf geworden gegen Alles, was Hof heißt, und kümmert sich keinen Deut darum, ob dieser hier oder in Fulda oder anderswo seine Residenz aufzuschla­gen geruhen mag.

Andere Städte würden sehr bald dieselben Ersah, rungen machen, und ebenso denken lernen wie wir.

(Fortsetzung folgt.)

Sitzung der Ständekammer den 14. März.

Achttausend Thaler zum Privatver- gn ü g en d es Kurfürsten verwilligt, für Flügel- adjudantur. Bagatelle! Flügeladjudantur, was ist das?

Herr v. Sybel, Sie werden's wissen, Sie sind ja der Hauptverwilliger. Achttausend Reichs­thaler! Pah! Bagatelle!

Sitzung der Ständekammer den 14. März.

Verwilligung der Ausgabe von zwei Millionen Prioritätsaktien â 5 Prozent zum Fortbau der Friedrich-Wilhelms-Nord- bahn, womit die Stammaktien auf Null gebracht sind. Darüber wird noch viel Geschrei sein in Israel!! Wir sprechen mehr davon

Einstweilen geben wir den Stamm­aktionären folgende Fragen zur stillen, trö­stenden Selbstbeantwortung :

1) Wer verschuldet die Verzögerung des Ausbaues der Bahnstrecken?

2) Wer verschuldet die jahrelange Ver­zögerung der Anlage des hiesigen Bahn­hofs und der definitiven Geneh­migung der Bahngebäude?

3) Wer ließ die Bahn einmal über ge­wisse Chausseen legen, einmal darun- terher?

4) Wer hat bestimmte Geschenke erhal­ten von der Gesellschaft, oder ihrer Direktion, oder von sonst Jemanden?

5) Wer hat Geld genug, um den daraus entspringenden himmelschreienden Scha­den von so und soviel Bürgern zu ersetzen?

Wer diese Fragen sich im Stillen klar und deutlich beantworten kann und sie mit den gehörigen Belegen zu veröffentlichen den Muth hat, der trete auf. Die Hor­nisse steht zu seinen Diensten.

Spassig!

Die Kasselsche Zeitung ruft Kommunismus, weil die Hornisse die Arbeit der Fabrikarbeiter ebenso garan- tirt haben will, als die der Staatsdiener. Hat's mal nicht verstanden. Salomon! Salomon! Die Satyre scheint nicht Dein Fach zu sein!

Ein Fabrikarbeiter.

( Beilage.)