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Aber ihr lügt. Während ihr daS von euch ruinirte deutsche Reich verloren gebt, während ihr mit kaltem Herzen, mit schaanloser Gewissenlosigkeit einen Theil unserer deutschen Brüder verloren gebt, während ihr nach dem großen, ganzen Verrath nun auch daS Volk noch stückweise, jeden einzelnen Deutsche« verrathet, verleugnet, während ihr daS österreichische Volk für euern, für den Verrath des Cabinets strafen wollt, wollen die Demokraten einen letzten Versuch machen, die Einheit Deutschlands zu retten. Mit der Freiheit ist's vorüber, die Demokraten klammern sich an den letzten Ueberrest der Revolution, an die Einheit. Mit blutender Seele, mit der tiefsten, heiligsten Entrüstung, mit einem Herzen voll Grimm gegen euch, euch, die ihr sie soweit gebracht, die ihr sie auf diesen Punkt getrieben habt, wenden sie sich an ihre Todfeinde und bitten sie um Mitleid mit dem deutschen Reiche, wenden sie sich an dieselben Diplomaten, mit denen ihr die Frei­heit gemordet habt, und flehen sie um ihre Stimme für die Einheit an.

Die Demokraten wollen nicht daS österreichische Kabinet, die österreichische Politik, sie wollen daS öster- reichische Volk, die österreichischen Brüder, sie wollen die Deutschen haben, welche ihr dem Kartätschenregiment deck Windischgrätz überliefert, welche ihr an daS österreichische Schlachtmesser geliefert habt.

Die Demokraten sind aber Reichsfeinde. Die Demokraten wollen den gefesselten Deutschen in Wien Lust verschaffen, sie möchten dip Deutschen in Wien zum andern Male in Aufstand gegen daS nichtsnutzige, völkermor­dende Kabinet sehen, sie möchten den Deutschen in Oesterreich eine Waffe gegen ihren Banditen in die Hand geben, sie möchten ein deutsches Reich, die deutsche Freiheit, die deutsche Einheit wieder möglich machen, — — — und ihr, ihr, die ihr nach dem ersten Verrath am Volke kein Bedenken tragt, euch selbst zu verrathen , ihr wagt eS, die Demokraten Reichsfeinde zu nennen?

Die Stunde ist nahe, wo Deutschland den Fluch der Saat erndtet, die ihr gesäet habt. Die Stunde ist nahe, wo über euern Häuptern das Unwetter der fürstlichen Rache hereinbricht, wo die gestärkten Verräther, die wieder zu Kräften gekommenen, von euch gefütterten, von euch gestärkten Tyrannen aufs Neue die Geisel schwm- Aen, aufs Neue euch mit Ruthen, mit Scorpioyen schlagen werden, die Stunde ist nahe, wo die verratheue Revolution der scheußlichsten Contrerevolution Platz macht.

Die Demokraten haben euch daS Ende deö Liedes vorausgesagt. Sie, die nie mit den Kabinetten venti- lirt, nie mit den Kronen unterhandelt, die immer und immer nur an daS Volk appellirt haben, die keine andere Politik kennen, als die eines begeisterten Herzens, einerglühenden, freiheitsdurstenden Seele, sie waschen ihre Hände in Unschuld.

DaS zusammenstürzende deutsche Reich, die zusammenbrechende deutsche Nation, — — der Fluch kommt über euch.

Die Demokraten haben den Muth, zu gestehen: Nur eine neue, eine tiefe, wilde, entscheidende Revolu­tion kann mit der deutschen Freiheit die deutsche Einheit retten. Wollt ihr die Revolution nicht, so mag alle Freiheit verschachert, all' unsere Hoffnung hingeschlachtet, all' unser Träumen verlottert sein, — — — so helft Ms wenigstens die deutsche Einheit retten, so helft unS wenigstens, daß in der neuen Sclaverei, in dem neuen Aegypten das ganze Deutschland so lange zusammen duldet, zusammen weint, bis ein neuer MoseS, eine neue Morgenröthe kommt.

Die Demokraten sind Reichsfeinde!

H- Heise.

Folgendes Manifest ist von der römischen Republik an alle Völker Italiens ertasten worden:

„ Italiener! DaS Gebiet der Republik hat einen neuen Einfall der kroatischen Horden zu erleiden gehabt. Ganz Italien muß diesen neuen Schimpf, den ihm ein unversöhnlicher Feind angethan, Mitempfinden. ES handelt sich hier nicht um diese oder jene Regierungsform, eben so wenig um Transaktion oder Versöhnung. ES ist vielmehr eine Frage der Würde, eine Frage über Leben oder Tod. ES handelt sich für uns um Sein oder Nichtsein. Wir müssen wissen, ob wir unS endlich zu dem Range der übrigen Völker erheben, oder für alle Zeit jämmerlich am Boden hingestreckt bleiben wollen, gleich einer Heerde von Heloten.