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Z m März 1849*
Sprich! Sollt' es wohl zum andern Male tagen, Nach Winternacht, mein theures Vaterland?
Wirst du noch einmal in den Kampf dich wagen, Gehüllt ins kriegerische Schlachtgewand, Die Gluthen, die dein Innerstes durchwühlen, Im Blute deiner Feinde abzukühlen?
Du bist so schön mit deinen frischen Wiesen, Mit deinem stolzen, kräft'gen Eichenwald, Mit deinen Strömen, deinen Felsenriesen, Hoch von des Himmels Wolken überwallt, — Du bist geküßt von Gottes Sonnenschein, Du bist so weit, so groß — und ach! so klein!
Der Belagerungszustand in Berlin.
Der Belagerungszustand in Berlin dauert fort. Auf Scheingründe hin hat derselbe begonnen, die plumpsten Lügen und Verdächtigungen mußten seine Fortdauer rechtfertigen , die Demokraten verlangen sein Bestehenbleiben.
Die Nationalversammlung wird durch das Gesindel Berlins terrorisirt, so lauteten die Einführungsworte der geladenen Gewehre und haarscharf geschliffenen Säbel. Es war dasselbe Geschrei, was wir überall aus den Sümpfen der feigen Professorenherzen erklingen hören, dasselbe Gewimmer, was die doktrinären Kastraten bei der geringsten Gelegenheit in ganz Deutschland hören lassen.
Terrorisiren! Wenn ein Gassenjunge ein Plakat abreißt, so ist die Bevölkerung terrorisirt; terrorisirt ist die Bevölkerung, so oft sich irgendwo und in irgend einer Weise eine Stimme geltend macht, welche nicht die Stimme der gnädigen Herren ist, so oft irgendwo ein Herz anders schlägt, als das Herz der geborenen Souveräne. In demselben Augenblicke werden alle Rechte wie Scheidemünze fortgeworfen, in der Angst entladen sich die Gnädigen alles freiheitlichen Gepäcks, in ihrer Seelenangst rufen sie die Baschkiren, die Cosaken, den TeuLl selbst zu Hülfe; in ihrer Todesnoth vor ein paar souveränen Straßenherren verschreiben sie sich, mir nichts, dir nichts, dem Satan.
Das ist die staatsmännische Ruhe, die senatorische Unerschrockenheit, die klassische Zuversicht auf die gute Sache!
Die Nationalversammlung war durch daS Gesindel Berlins terrorisirt! Die Spießbürger forderten daher den Belagerungszustand, sie begrüßten mit EnthmsiasmuS den edlen Dänenkämpen, sie versicherten aus ihre Ehre, daß nunmehr Ruhe und Ordnung
Es muß doch Frühling werden!! Emanuel Geidel.
Du trägst geduldig, daß man dich verhöhne, Und spielt mit deinem Zorne, deiner Macht — Ein Löwe du? Auf, schüttle deine Mähne, Reck' deine Glieder! rüste dich zur Jagd! O fürchte nicht der Schützen tödtlich Blei — Ein Schlag, ein Schlag, mein Deutschland, du bist frei!
Dann einen Kaiser wirst du selbst dir wählen! Horch auf, o Land! ich sag' dir einen an, So viel der stolzen Ahnen soll er zählen, AIS nirgends wohl ein andrer deutscher Mann: Gott selber schuf und schmückte seinen Thron, Der Thron heißt Deutschland, Kaiser — die Nation!
P. F. Trautmann.
herrsche, daß nunmehr die wahre Stimme des Volkes erkannt werden könne, daß nunmehr Handel und Wandel blühe. Wohl! Der Wunsch der Spießbürger war dem Schauspieler aus dem Hause Hohenzollern Befehl! Während unter den blitzenden Bajonetten die wahre Stimme des Volkes erkannt wurde, octroyirte die Majestät seinen geliebten Unterthanen eine Verfassung, belagerte sie die Wahlversammlungen, hetzte und setzte sie die Männer des „Volkes ohne Belagerungszustand ", des Volkes in seiner freien, lebendigen Bewegung. Der Wunsch der Spießbürger, „der wahren Stimme des Volks", war dem König Befehl!
Um die Annehmlichkeit des Belagerungszustandes allen Ungläubigen plausibel zu machen, bewiesen alle Spitzbubenzeitungen in Preußen und Deutschland, daß die Geschäfte einen enormen Aufschwung nähmen, daß der Verkehr „ den Umständen nach " ein außerordentlicher sei, und — — — daß die demokratischen Gassenhelden noch immer mit Mord- und Raubplänen umgingen, daß nach aufgehobenem Belagerungszustände die Revolutionäre wie der kleine Teufel aus der Schnupftabaksdose hervorspringen werden.
Der Belagerungszustand blieb. Der Hohenzollern dankte seinen getreuen Unterthanen mit gerührtem Herzen und versicherte, daß er bei bewandten Umständen den Belagerungszustand so lange belassen werde, bis — — bis der segensreiche Belagerungszustand über ganz Preußen ausgedehnt sei, bis organische Gesetze erlassen seien, welche ein Terrorisiren der gnädigen Herren und des Gesindels unmöglich machten, welche den Deckel der verhängnißvollen Schnupftabaksdose auf ewig geschlossen hielten.
Organische Gesetze gegen die demokratische Bewegung, organische Gesetze für den Bestand der Dinge, für den König, den Adel, die octroyirte Verfassung,