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Beilage zu Nr SS derHornisse".

Gedanken einiger schönen Seelen in einer attischen Nacht zu F.

sEine wahre Geschichte, j

Erste schöne Seele. Es gibt keine Ruhe, weiß Gott nicht! Immer- Krawall! Verkehrte Einrich­tungen ! Machte man es bei uns, wie in Preußen, concentrirte sichere Militärtruppen an den Hauptplätzen, z. B. in Kassel und Hanau , und ließ sie bei der ersten Gelegenheit einhauen, dann würden, wenn z. B. die circa 2000 Republikaner in Kassel vernichtet wären, die andern tu der Umgegend durch dies warnende Exem­pel von selbst schweigen. Aber wer ist Schuld? Das Ministerium Eberhard! Wippermann geht. Aber dieser Eberhard, ich kenne ihn, ist. Hält er sich nicht sicher, so läuft er in die Ständekammer, klagt sein Leid, sucht also seine Stütze beim W o ! k e- Paßt sich das für einen Minister ?

Zweite schöne Seele. Ja, es ist merkwürdig, daß gerade diese fünf Männer das Land regieren sollen, während es doch noch viele bessere Leute giebt!

Alle schönen Seelen unisono:Das Mini­sterium muß gestürzt werden!"

(Bravo von allen Seilen *)

*) Wir theilen diese Schöne-SeelemGedanken unsern Lesern mit dem Bemerken mit, daß sie nach unserer Ueberzeugung nichts ande­res als der Erguß der über ganz Hessen verbreiteten, von uns hin- länglich bezeichneten reaktionären Clique sind, die kein Mittel scheut, uns über Nacht einmal ein Brandenburg-Manteuffelchen zu octroyiren. Man lasse sich nur nicht durch die Vertrauensvoten täuschen.

Die Red.

Dem Vernehmen nach soll das Landgestüte, für wel­ches so manche Summe unnütz verschleudert ist, einen neuen Direktor mit 1600 Thlr. jährlichen Gehalt und 2 Rationen erhalten, blos um eine neue Sinekure für den hessischen Adel zu schaffen. Bisher hat das Land­gestüte 16 Jahr bestanden, ohne daß ein neuer Direktor vermißt worden ist, und es fragt sich daher wohl, ob der Platz im Staats handbuche nicht eben so gut durch irgend einen pensionirten General, an denen wir ja keinen Mangel haben, ausgefüllt werden könnte? Es würden 1600 Thlr. jedes Jahr gespart!*) X.

*) Sparen? Sind Sie des Teufels? Toujours fidel!

____________ B.

Herr Bürgermeister in Wilhelmshausen! Was ist das für eine Geschichte mit dem 1 Sgr. 3 Hlr. Auslage , die Sie erst vergütet haben wollten, ehe ttste einen die Gemeinde betreffenden Beschluß ver­öffentlichten ? Hum ! Haben Sie wirklich den Be- fchluß für besagte 15 Heller an ein Gemeindemit­glied verkauft? Wie?

Da Sie zu arm sind, mir das Geld für die Taufe bezahlen zu können, so erwarte ich nächsten Herbst zwei Pfund gute Federn. Richten Sie Sich darnach.

Der Pfarrer B. aus einem Dorfe b ei Gu d ens b e r g.

Die alte Geschichte.

Ich mache meine Mitbürger daraufaufmerksam, wie der Hr. Pfarrer Ratz zu Simmershausen gegen die Religionsfreiheit wüthet. Er predigte gestern zu Frommershausen ungefähr Folgendes: Alle durch Civil- ehe verbundenen Eheleute träten dadurch aus der christ­lichen Gemeinschaft aus, sie verlören die ewige Selig­keit; er (Ratz) würde ihnen weder das Abendmahl rei­chen, noch sie zur Gruft begleiten, noch ihre Kinder taufen.

Rothenditmold, 5. März 1849.

Bürger J. St.. n.

Ständeversammlung vom 2. M ärz.

Hr. Lederer ist voll Erwartung einer hochher- zigen !! Handlung Sr. königl. Hoheit. Hat er nicht in Absicht, wenn wirklich der Kurfürst sich bewogen füh­len sollte, von seiner Civilliste nachzulassen, den Antrag zu stellen, Seiner königl. Hoheit den Beinamen, der Hochherzige, beizulegen, in freudiger Erinnerung an des­sen erlauchten Ahn, Philipp den Hochherzigen? Aber warum antwortet Hr. Lederer nicht auf die Marburger- Anfrage wegen seines Verhaltens in der Wahlge- setzsrage? Statt dessen reist er nach Amöneburg und bezüchtigt Hrn. Prof. Bayrhoffer der Inkonsequenz. Der Mann muß närrische Ansichten von Konsequenz haben.

__ X.

Liebe Hornisse!

Empfehle doch allen christlichen Eheleuten, sich bei der Taufe ihrer Kinder doch immer hübsch die Herren Consistorialräthe und Pastöre, resp. deren Frauen zu Gevattern zu erbitten, da diese sich für den heiligen Tausakt so merkwürdig interessiren *).

*) Geschieht hiermit. Da aber die Herren Geistlichen gewöhn­lich eine sehr starke Familie haben und aus Revange die einzelnen Gemeindemitglieder zu Gevatter bitten werden, so steht zu fürchten, daß sie in bedeutendem Vortheil bleiben werden. Die Red.

Ein Lehrer, der schon über 10 Jahre im Amte ist, dankt hiermit dem Herrn Schulr. V. auf das Herzlichste für die demselben zu Theil gewordene Gratifikation von 2 Thlr. Dieser Dank ist wohl ganz natürlich! Denkt man sich hinter die 2 noch zwei Nullen, so gibt's 200 Thlr.; bezahlt er mit der Hälfte davon seine Schulden, so hat er noch 100 Thlr. übrig. Was will er mehr?

Antwort: Kapitale machen! X.