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gewesen wäre, zu bleiben. Der Obergerichtsanwalt Henkel ist derselbe, welcher die Ausstoßung der deutschen Oestcrreicher aus der Reihe der deutschen Völker verlangt! Das genügt! Mitbürger! Indem wir Euch nochmals dringend auffordern, bei der Wahl nicht gleichgültig zu bleiben, bitten wir Euch zugleich, uns von jeder Unregel­mäßigkeit bei dem bevorstehenden Wahlakt Anzeige zu machen. Wir wollen eine freie, ungefälschte Wahl.

Kassel, am 26. Februar 1849. Mu hm. Heise. Dedolph.

Auszug aus der Neuen Hessischen Zeitung.

(Dienstag, 27. Febr. 1849. JV 76. Abend-Ausgabe.)

. ... So würde denn die Wahl Henkels, dieses vielerprobten Volksmannes , auch völlig außer Zweifel erscheinen, sobald nur eine gehörige, vollzählige Theilnahme aller Wahlberechtigten Statt finden würde. Hoffentlich wird dieses der Fall sein; Kassels Bürgerschaft und jeder einzelne Bürger wird der ernsten Pflicht eingedenk sein, zu beweisen, daß wir zu politischem Leben erwacht, daß wir deS direkten, freien Wahlrechts würdig und nicht gesonnen find, das Ergebniß der Wahl und damit den guten Namen unserer Stadt den Hän­den weniger, aber rastlos thätiger äSüblcr und Buben zu überlassen.

Beschluß des Vereins selbstständiger Gew erb treibenden.

Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung des Vereins selbstständiger Gewerbtreibenden ^ci^elc. — Der Verein hat in heutiger durch den selbstständigen Gewerbestand Kassels sehr zahlreich vertretenen Generalversammlung beschlossen, den Doctor Kellner zum Vertreter nach Frankfurt ins Parlament zu wählen, voraussetzend, daß diese Wahl eine wahrhaft volksthümliche sein wird. — Gestützt auf vorstehenden Beschluß, for­dern wir daher unsere Mitbürger in Stadt und Land dringend auf, sich dieser, das wirkliche Volkswohl bezwecken­den Wahl, die Donnerstag den 1. März stattfindet, anzuschließen. — Kassel, am 27. Februar 1849.

NamcnS der Generalversammlung des Centralvereins der selbstst. Gewerbtreibenden: L. Brückmann, Vorsitzender. I. Schönfeld, Schriftführer.

Anonymes Plakat für Henkel.

Der Obergerichtsanwalt Henkel, will's Gott, un­ser Vertreter in Frankfurt a. M., ist freilich schon in Franksurt gewesen und auch wieder fortgegangen, wes­halb ist er fortgegangen? Weil sie dort nichts vor sich brachten und seine Ermahnungen nicht befolgten und weil er damals hier in Cassel nothwendig war. Weshalb soll er jetzt wieder hin? Weil es jetzt dortselbst zur Ent­scheidung kommt und weil er hier seine Schuldigkeit ge­than hat und wieder abkömmlich ist. Aber die Demo­kraten haben ja drucken lassen, unser Henkel wolle die Oesterreichischen Brüder aussroüen! Ist denn das wahr? Nein, das ist gelogen. Henkel will blos die Oesterrei­chischen Diplomaten und Ränkemacher hinaus haben, welche das deutsche Reich zu Schanden machen wollen und sich mit den Demokraten vereinigt haben. Deshalb sind ihm die so Feind geworden, was Gott ihm gesegne. Auf jeden Fall gehört unser Volksfreund Henkel tausendmal eher in die deutsche Nationalversammlung, wie der Mann, welcher diese unsere Nationalversammlung bis auf den heutigen Tag ohne Aufhören geschmäht und gar nicht anerkannt hat. Dieser Mann ist der Herr Dr. Kellner, den der sogenannte demokratisch - sociale - republikanische Verein wählen will, weshalb der Volksmann Henkel verkleinert wird. WaS will denn unser Hensel? Ein starkes und mächtiges deutsches Reich, Freiheit und Wohl­stand in Ruhe und Ordnung. WaS will aber der Dr.

Antwort des demokratisch-sozialen

Vereins.

Doctor Kellner soll die Nationalversammlung ge­schmäht und gar nicht anerkannt haben. Ist denn das wahr? Nein, das ist in der Druckerei des Hrn. Hotop gelogen. Doctor Kellner hat die Nationalversammlung nicht geschmäht, sondern sic in den Fällen vor Deutsch­lands Männern an geklagt, wo sie sich der Anklage schuldig gemacht. Hat Hr. Henkel, der Candidat aus der Druckerei des Hrn. Hotop und der Generalversamm­lung der Angestellten, nicht dasselbe gethan? Hr. Henkel hat daS Parlament in Frankfurt verrückt genannt, und behauptet noch jetzt, daß er aus Frankfurt fortgegangen sei, weil sie dort nichts vor sich gebracht und seine (schriftlichen) Ermahnungen nicht befolgt hätten. Will Hr. Henkel die Oesterreichischen Brüder nicht von uns weisen? Er will cs doch! Er will die Einigkeit Deutsch­lands um jeden Preis, selbst auf die Gefahr hin, daß wir zu einer preußischen Provinz herabgewürdigt werden, daß wir^ nicht allein Oesterreich , sondern den ganzen (^üden Deutschlands, ja selbst unsere Freiheit verlieren! Doctor KeNner will seine Stimme dafür erheben, daß das in grankfnrt Versäumte noch nachgeholt, daS dort Verdorbene wieder gut gemacht, die Souveränetär des Volkes zur Wahrheit gebracht, die Revolution des Iabreü 1848 nicht gebrandmarkt, sondern heilig gespro-