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Sollte es nicht zweckmäßig sein, von Zeit zu Zeit Verzeichnisse derjenigen Kaufleute, welche ihren Kunden über schon bezahlte Gegenstände nochmals Rechnungen schicken und Zahlung verlangen, zu veröffentlichen? F.

Etwas derb!

Der Kaufmann g. fordert von einem Dienstmädchen für ein Halstuch 10 Thlr. Das Mädchen bietet und erhält daè Tnch nach längerem Handeln für 7 Thlr. Zu Haus zeigt sie das Tuch der Hausfrau, die ihr bemerklich macht, daß sie zu viel gezahlt habe, indem so ein Tuch nur 3, höchstens 4 Thlr. werth sey; Frau und Mädchen gehen nach dem Kaufmann L. und er gibt auch ohne weiteres 34 Thlr. heraus. Wie nennt man solch' eine Handelsart?

Eine Lebensfrage aus Kassel.

Der ehemalige Landrath v. St., jetzt erster Verwal­tungsbeamter und gegenwärtig ein ebenso bescheidener, als schweigsamer Deputierter bei uns, wird nun doch nach einer Aeußerung imrömischen Kaiser" seine Equipage behalten, wenn bei gutem Gehalte noch 4 bis 500 Thlr. Büreaukosten hinzukommen. Dies für seine theilnehmen- den Freunde in der Grafschaft!

Deutsche Volksgunst.

Grauenvoll, aber wahr! Der vormalige freisin­nige Deputirte N........in Rinteln ist diesmal nicht wieder gewählt worden, nicht einmal zum Bezirks­rathe. Die Minister und die ganze hohe Aristokratie waren damals seine Freunde; sein Einfluß war groß, und nun nicht wieder gewählt!! Das ist Volks­gunst! Ich trete von der Bühne der Oeffentlichkeit ab, und kehre zu meiner Ziegelei zurück. Ich lebe uud sterbe für meine Ziegelei!

Korrespondenz. Hr. W in M. Die Sache ist und bleibt abgemacht. Hr. St. in Barchfeld beschwert sich, daß auf sein Abonnement noch keine Zusendung unseres Blattes erfolgt sei. Liegt lediglich an der betreffenden Postbehörde , und bitten wir, da­selbst zu reklamiren, wir werden es hier thun. Ein Freund der Dem-üralie. Ob die Hornisse auch die Ernennungen mittheilen will? Vom nächsten Semester an unter den Bekanntmachungen.

Bekanntmachungen.

(61) Unterzeichnete empfiehlt sich für das Waschen aller Arten von StroyhUten und die Veränderung derselben auf die neueste Fa<;on. Gr. Gimpel.

In der Dionisienstraße (Mittelgasse)

Nr. 149.

(71) Da wir vielfältig in Erfahrung gebracht haben, daß die Holz­hauer , welche ins Holzmagazin geschickt werden, um für das Pub­likum Holz zu holen, dieses nicht selbst thun, sondern die Zettel für ein Trinkgeld an hiesige Fuhrleute abgeben , es aber im Interesse des Publikums liegt, zu wissen, was und wieviel Holz ein Jeder bekommt, so fordern wir das Holz bedürfende Publikum auf, alle denen, die sie in das Holzmagazin schicken, einzuscharfen , selbst das Holz zu holen. Für gutes und immer da anzutreffendes Führwerk wird sorgen

Die Gesellschaft hiesiger Fuhrleute.

(72) Ein Klavier zu billigem Preis steht zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.

(73) Blaue Röcke mit carmoisinrolhen Kragen werden billig zu taufen gesucht von Unterbedienten des Oberpostamtes.

(74) Ist es wohlgethan, Jünglinge zu Offizieren vorzuschlagen, die nicht majorenn, also keinen Wahlakt vollziehen, noch von keinem vaterländischen Gericht als mündig erkannt werden können? Wer im Alter der Majorennität in den Staatsdienst tritt, hat noch Zeit genug, Windischgrütz und Eonsorten gleich zu kommen, und stan- deskriegsgerichtliche Erkenntnisse durch den Strang vom Leben zum Tod, in besonderer Gnade mit Pulver und Blei, vollziehen zu lassen.

<> Fortsetzung des Ausverkaufs!

Durch den Ankauf eines aufgegebenen Manufaktur-Waaren-Geschäfts bin ich im Stande, zu verkaufen:

I breites Leinen, das Stück von rs Ellen für 8 Thaler, zu Hemden, Betttüchern -c. geeignet.

4 breite französische Thibets, die Elle a 10 Sgr.

4 breite broschirte Orleans (alte schwere Waare), die Elle â 6 Sgr.

4 breite Sommerlama'S (Halbleinen), die Elle â 4 Sgr.

V große Wiener Tücher, gewirkt, das Stück â 4| Thlr.

T große halbleinene Taschentücher, das Dutzend â Q Thlr.

I breite ächtfarbige Cattune, â 24 bis 3 Sgr.

Sämmtliche Auüverkuufspreise sind fest und ohne Rabatt, der Ausverkauf dauert von Montag den 5ten bis Sonnabend den loten März.

Z. Schönfelds Wittwe, untere Schloßstraße (Graben) Nr. 770.

Kassel. Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. Druck der Estre nur scheu Buchdrucker«.

E° Mit nächster Diensttags-Nummer werden in einer Beilage die sämmtlichen Wahlplakate abgedruckt, und zwar von beiden Parteien, damit die Gegner lernen, wie man Gerechtigkeit übt.