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Bewegung, sowohl im Schoose der evangelischen, wie in der katholischen Kirche unterdrückt. Wie konnten sie an­ders handeln, diese gebornen Feinde aller Demokratie? Darum mußten auch die demokratischen Bestrebungen in der jüdischen Gemeinde gebrochen werden; die strenggläubigen talmudistischen Rabbinen waren ja eben so gut Diener im Dienste der Tyrannen, wie ihre protestantischen und katholischen Kollegen.

Diese Tyrannei des Staats, oder vielmehr der Fürstenherrschast, über die Kirche oder die Glaubensfreiheit, was dasselbe ist, war endlich, wie die Tyrannei im Allgemeinen, zu einer solchen Höhe gestiegen, daß mit der Erschütterung derselben auch die Kirche, und mit ihr die Glaubensfreiheit, aus den despotischen Banden erlöst wurde. Die Trennung der Kirche vom Staate wurde ausgesprochen. Der Staat sollte ja frei sein, die Tyrannei sollte aufhören. Staat und Fürstenherrschaft sollte ja nicht mehr ein Ding sein. Der freie Staat braucht keine Glaubens- und Gewissens-Polizei.

G. Kellner.

Eine Kntcmbung über persönliche Gebrechen.

Konstitutioneller: Persönliche Gebrechen anzu­greifen ist gemein.

Republikaner: Vollkommen einverstanden.

Konst.: Einverstanden? Sie? Soviel Fein­heit ist bei Ihnen nicht zu finden. (Leise) Gesindel! Buben!

Rep.: Schimpfen Sie nur laut. Ihre Wuth ist mir sehr erklärlich und höchst erbaulich. Sie beweist Ihre Schwäche, Ihre Verzweiflung! Also persönliche Gebrechen darf man nicht angreifen.

Konst.: Sie . . . .! Und Ihr Benehmen gegen Heinrich den LXXX. ? Ihr elender Spott über seine Beschränktheit? Was kann er dafür? He?

Rdp.: Da wollen Sie hinaus! S o wissen Sie denn, sobald körperliche Gebrechen und geistige Be­schränktheit an der Ausübung eines Berufs hindern, die Welt aber so verrückt ist, einen Beruf vom Zufall ab­hängig zu machen ohne Rücksicht auf Fähigkeiten trotz aller Gebrechen eines Menschen so werden diese Ge­brechen ein Gegenstand der Rüge und des Spottes, ein Spott, der denen gilt, welche eine solche Person zu einer Stellung erheben, die sie nicht ausfüllt.

Konst.: Wollen Sie das auf Heinrich den LXXX. angewendct wissen etwa?

Rep.: Gewiß. Auf das Amt eines Fürsten vor­züglich. Dadurch aber, daß Euer Fürst sein kann wie er will, beweist Ihr, daß er Eure Puppe sein soll, und weiter Nichts. Und darum spotten wir über die Puppe, der Ihr göttliche Verehrung heuchelt, und über Euch, die armseligen Puppenspieler!

Konst.: Verworfener!

Kleine Geschichten aus der Provinz.

Homberg. @t'ne ro^e Fahne hat den Stadt­rath wahnsinnig gemacht. Der Metropolitan kann nur

noch wimmern. Die Spießbürger verlieren den Kopf. Einige Metzger und Reaktionäre lassen als Symbole der Reaktionspartei auf ihre Fahne einen Ochsenkopf malen mit der Ueberschrift:Friedrich Wilhelm". Alle Spießbürger tragen als Erkennungszeichen große Knüp­pel, als Konstabler ihrer eigenen Haut. Die Demo­kraten dürfen weder städtische Sääle benutzen, noch die Schelle des Ausrufers. Einige Katzenmusiken bei dem Stadtrath Landesfeind zwangen diesen zum heißen Wunsch, daß über Homberg der Belagerungszustand verhängt werde.

Dies irae, dies illa

Solvet Homberg in manilla

Jener Stadtbelagerungs zustand

Bringet Homberg bald zum Ruhestand.

Jesberg. Waren da viele Pfaffen. Der Herr Consistorialrath Schmeerbauch und der Herr Archidiako- nus Augendreher, die Metropolitane Schluckegern und Dunkelmeister, der Pfarrer Lämmlein - Gottes und so mehr, beschlossen: die Finsterniß ist heilig und unverletzlich, und wir sind Nachteulen. Auf einmal heißt es, die Jesberger wollten mit einer Katzen­musik die Nachteulen verscheuchen. Heisa, wie flogen vie schnell auf und davon! -

Spangenberg. Der Amtmann ist ein weit­läufiger Verwandter der Kinder Brabants. Ist vor­nehm, sehr! beleidigt Alles. Wer sollte da keine Partei nehmen? Er hat gesagt, sie hätte gesagt, er hätte gesagt, daß er keinen Hunger hatte, als ihn der Doktor zum Essen bittet. Partei! Partei! Wer wollte sie nicht nehmen. Hoch das Spangenberger Parteileben!

Wie ein Landrath aussehen mußte, wer weiß es nicht? Fett, wohlhäbig, aristokratisch; weiße Kravatte mit Vatermördern und blauer Frack mit Löwenknöpfen. Der zu Hünfttd, der Landrath nämlich, sieht gerade so aus. Und wenn er auf dem Fuldaer Obergericht als Zeuge sigurirt, dann sitzt er obenan bei den Herren Richtern auf noblem Sessel. Aber bei den Zeugen im ProlclariatS- kittel heißt's :Marsch, hinten auf die Bank!" O Gleichheit, Gleichheit! Seine Zeugengebühr nahm übrigens der Herr Land­rath just wie jeder Proletarier , und er hat Recht, der Herr.