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Roth!
Was zittern hier und zagen, du Mann der bleichen Angst?
Sag', zittern deine Feinde, vor denen du erbangst? Herab die Trauerfarbe! Nur aufgestülpt die Helme! Heraus die rothe Farbe gen Schurken und gen Schelme!
Die Feigheit eurer Seelen ist ärg're Reaktion Als aller Freiheitshenker Kartätsche und Kanon'!
Da habt ihr nun die Lehre, wie sie zum Sieg gekommen —
Die Sensen und die Büchsen, den Blitz zur Hand genommen!
Nicht, wie die blaffen Preußen, die Flamme nicht gedämpft,
Nein, wie das Volk der Wiener daü erste Mal gekämpft 1 —
Es gilt jetzt, eure Feinde mit Stumpf und Stiel vernichten,
Und, wie die Windischgrätze, mit „Blei und Pulver" richten! —
So ruhig - kalt die Worte ich hier zu euch gesagt,
So sei — wenn ihr gefordert — die heiße Schlacht gewagt!
Und jene alte Fahne wird frisch in Blut sich färben — So sollt ihr von den Todten das rothe Banner erben!
G. Ltz.
Die demokratische Monarchie.
< Schluß.)
Und diese demokratische Monarchie, diese Monarchie ohne Monarchen, diese Demokratie deö AufpassenS, der steten Angst, des fortwährenden Angriffs- und Vertheidigungskampfes, diese Monarchie ist das Ideal unserer Professoren, der Wechselbalg, vor welchem unsere Spießbürger niedersinken, das Alpha und Omega unserer feurigen Patrioten, unserer parlamentarischen Hemmlingc.
Wahrlich, wenn man nicht wüßte, daß, je lächerlicher , verrückter, consuser eine Geschichte ist, sie desto erbaulicher, unterhaltender, vernünftiger den deutschen Gelehrten erscheint, wenn man nicht wüßte, daß diese Staatskünstler nicht eher zufrieden sind, bis sie einen ganzen Wust von Unverstand vor sich haben, bis sie in der puren Dummheit ertrinken, wenn man das Alles nicht ganz genau wüßte, man sollte glauben, unsere Professoren wollten sich einmal einen Fastnachtswitz machen, sie wollten die Monarchen unter Pauken und Trompeten, unter Spässen und Gelächter von ihren (Litzen werfen, sie wollten eine Revolution machen pur la giace du bajazzo, mit der Pritsche des Harlekin.
Nein, unsere Professoren meinen es in vollem Ernst. Sie geberden sich wie ein römischer Senator, indem sie die Behauptung ausstellen, Allerhöchstdero erster Hofmetzger müsse sofort mit einem andern vertauscht werden, weil derselbe nicht genau der Meinung eines Professors ist. Indem sie sich den wahnsinnigsten Möglichkeiten und Phantasien überlassen, geben sie sich den Anstand und die Würde eines alten griechischen Gesetzgebers oder Sittenrichters.
Wenn die Weltgeschichte, wenn eine Staatsverfassung ansângt, burlesk zu werden, so ist anzunehmen, daß eine Krisis bevorsteht, daß der mißhandelte Geist der Staatenentwickelung seine Fäuste ballt und den Unverständigen die Stirne weift. Die Krisis ist da. Wer die Tritte der hereinbrechenden Revolution nicht hört, müßte taub sein.
Die demokratische Monarchie bedeutet nichts als den letzten entscheidenden Kampf, den Kampf auf Leben und Tod, den Kamps eben zwischen der Monarchie und der Demokratie.
Die Karten sind gemischt. Ueber kurz werden sie von der einen oder andern Seite ausgespielt werden.
Die Großmächte.
Die Maske ist abgeworfen. Nach den revolutionären Bewegungen in Italien, bei der Voraussicht, daß Behufs Niedermetzelung deS dortigen „Gesindels" eine gute Anzahl Truppen nöthig fein könnte, hat der Russe die unumwundene Erklärung gegeben, daß es jetzt an der Zeit sei, er erbiete sich zur Anshülse.
Die Civilisation wird mit der Barbarei, die demokratische Erhebung mit den unflätigen Kosaken beseitigt. Das ist die heilige Allianz der Fürsten, daS ist die selbstständige Entwickelung der Nationen, daß man die Baschkiren über den Geist, über das klopfende Herz der Völker schickt, daß man nicht etwa dem Volke, sondern dem Herrn Schwager zu Hülfe zieht, sobald der Herr Schwager eine solche Hülfe für nöthig hält.
Das Volk ist Null. Das Volk ist eine Heerde Vieh. Das Volk ist der Majestäten und Hoheiten unterthä- nigster Pudel, den man im Falle des Ungehorsams einem Schinder übergibt, um ihn zur Raison zu bringen.
Als im Frühjahr des vorigen Jahres das Gerücht ging, die Demokraten Deutschlands ständen mit den Demokraten Frankreichs in Verbindung, wohlverstanden die Demokraten mit den Demokraten, — da erhob daS elende Pack der „edlen" Betrüger ein Geschrei der Entrüstung, ein so widerliches Geschrei, daß man hätte glauben sollen, es gelte, den rothhosigen Franzos aufs Neue nicht zu schlagen, sondern fortzubrüllen. Es wurden Versammlungen gehalten, Petitionen gemacht, Manifeste erlassen, — die Herren der Gewalt wurden