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de r Gesellschaft den Stab brach, da demonstrirte sie ihre Ansicht von der neuen Geschichte ad oculos, da legte sie die Köpfe der Wid er sp enstigen unter die Guillotine, da nahm sie dem Adel mit einem Schlage seine Rechte, die zur Anmaßung geworden waren, feine Rechte des Unrechts, da plünderte sie die Kirche, da decretirte sie nicht den Umsturz, sie organisirte ihn.

Die neue französische Revolution sollte die Revolution der Brüderlichkeit sein , die Revolution des Uebereinkommens, der sentimentalen Hingebung, der Vergleiche, des friedlichen Abkommens. Gegenüber den starren, plumpen, unerschütterlichen Elementen der alten Gesellschaft, gegenüber der Mauer der Spießbürgerschaft sollte die neue Gesellschaft auf dem Wege der Bitte, par la raison du coeur aufgebaut wer­den, gegenüber der Dummheit, dem Eigensinn, der Zähigkeit des Bestehenden, sollte die Zukunft vereinbart werden. Der Umsturz sollte nicht organisirt, er sollte nur gewünscht werden.

Der deutsche Michel, der in der Freude seines Herzens in jedem Menschen einen unbestreitbaren Engel sah, begrüßte diese neue Art der Revolution mit donnerndem Jubel, er pries diese Mäßigung, er erkannte darin die Garantie der Revolution, den Bestand der demokratischen Republik. Vermittelung, Versöhnung, rechtliches Abkommen! Das war daS Feldgeschrei der großen Revolution des glorreichen Jahreö 1848.

Berge von Reden wurden gehalten, Titanen der Redekunst wälzten ihre Gedanken gegen die alte Gesell­schaft, eine Sündfluth von neuen Ideen wurde über die alte Zeit gegossen, die Spießbürger wurden mit haarsträu­benden Phrasen angegriffen, aller Orten wurden Versammlungen gehalten, Petitionen gemacht, die Spießbür­gerschaft sollte auf dem Wege der Bittschriften vernichtet, die Brüderlichkeit mit der Waffe der Schulbuben instal- lirt werden.

Große Revolution des glorreichen Jahres 1848. Heute ist ihr Jahrestag! An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Das Proletariat ist aus der lumpigen Position, die es gefaßt hatte, verjagt, die Brüderlichkeit ist von den Spießbürgern als Scheibe bei Kirchmeffen verwandt worden. Das Proletariat ist zusammenkanonirt, zusammenkar- tatscht, mit Croaten und Baschkiren in seine Schranken gewiesen worden.

Der Spießbürger herrscht! Der Name Demokratie ist gebrandmarkt worden, nicht blos die reine Demokratie, die Demokratie der Brüderlichkeit ist gebrandmarkt, sondern alle Demokratie, alles, was nur eine Idee davon trägt, die demokratische Monarchie, wie die demokratische Republik. Der Erminister Guizot erklärt in seinem Neujahrswunsch nicht allein die Demokratie Frankreichs, sondern auch die Demokratie der deutschen Profes­soren, also die Demokratie unserer Grundrechte für Aberwitz, für Götzendienst, und der Exminister Guizot herrscht!

Am Jahrestag der französischen Revolution hat die Contrerevolution in Frankreich und in Deutschland ge­siegt, am Jahrestag der Revolution steht daS Spiel auf dem Punkte, die Volkssouveränetät für ein Hirngespinnst, die absolute Gewalt des königlichen Regiments für legitim zu erklären, für eine Nothwendigkeit.

Ihr habt den Sturm der Tag- und Nachtgleiche nicht gewollt, und habt den Winter!

Aber nein, nein, nein! Auf so schmachvolle Weise wird Europa nicht untergehn. Die Feigheit unserer Professoren hat gesiegt, um uns , um die Demokratie, um die neue Revolution siegen zu lehren. Die Feigheit der Professoren hat uns handeln gelehrt, hat unS gelehrt, praktisch zu sein.

Am Jahrestag der französischen Revolution begrüßen wir die Revolution in Italien, die Revolution der alten Römer, die Revolution des Südens. Die römische Republik erklärt sich für den Grundsatz der reinen Demokratie.

Wohlan, es wird sich zeigen, ob die Tage der Feigheit sich wiederholen, oder die Tage des Muthes, der Konsequenz, der eisernen, unerbittlichen Konsequenz.

Es lebe die Revolution!

H. Heise.