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Hornisse.
Zweiter Jahrgang.
X” 34
Kassel, Sonnabend, am 24. Februar
1849
C^" Die „ Hornisse " wird wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, Nachmittags 4 Uhr, (die einzelne Nummer gegen den Betrag von 9 Hlr.) und zwar im Hause der Madame Zimmerman», obere Entengasse Nr. 132, neben Hrn. Kaufmann Bachfeld, ausgcgeben. Ebenda kann auch auf unser Blatt für das laufende Vierteljahr gegen den Preis von 18 Sgr. abonnirt werden. Auch bei allen Postanstalten Kurhessens kann nunmehr, und zwar entweder für das ganze Quartal, oder auch für die Monate Februar und März (im letztern Falle zu 12 Sgr.) abonnirt werden. Im erstern Falle werden die bereits erschienenen Nummern nachgeliefert Ausländische Postanstalten können bei den inländischen ihre Bestellungen machen.
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Der Jahrestag der französischen Revolution
Louis Philipp und Guizot sind versagt, die Versuche dör Herzogin von Orleans sind gescheitert, Odilon- Barrot ist für einen Narren erklärt, Frankreich hat das Evangelium der reinen Demokratie verkündigt, der Kampf gegen die Bourgoisie, gegen die alte Gesellschaft ist losgebrochen, das Proletariat fordert seine angebornen Rechte, es verlangt die Garantie der Arbeit, der Existenz, cö verlangt die Sammtverbindlichkeit Aller für Alle, daS Ende des großen PlünderungSkriegS, welcher den Namen eines socialen Systems trug!
Mit glühenden Wangen, mit blitzendem Auge sahen die Nationen der gewaltigen Erhebung deS Nachbarvolkes zu, — da sollte der letzte Akt der ersten französischen Revolution gespielt werden, die letzte Frucht aus dem vergossenen, in Strömen vergossenen Blute geerndtet, zum letzten Mal der Welt eine erschütternde Katastrophe gezeigt werden, und dann sollte Frieden sein, dann sollte kein anderes Banner mehr wehen, als das mit der Inschrift:
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!
Ueber den ganzen Continent erklangen diese Worte, selbst der blasse, blauäugige deutsche Michel, der erbärmliche, handküssende, speichelleckerische Michel, selbst der ewige deutsche Unterthan , der Schwarm der Professoren und Doktrinäre, begann sich aufzuraffen, begann seine Fäuste an das Reich der Gegenwart zu legen, er begann zu flüstern von der Souveränetät des Volkes, von der Gleichberechtigung Aller, von der Demokratie, von der Lösung der socialen Frage.
Es war ein buntes, rauschendes Spiel, ein Spiel, als ob Herbst und Frühling an einem Tage sich träfen, als ob an einem Tage in den deutschen Eichenwäldern der wirbelnde Sturmwind mit den gelben Blättern des alten Jahres davon gehen und eine Maienluft die neuen hervorlocken wollte, es war ein Spiel, darüber dem deutschen Michel die Thränen in die Augen traten, dabei er Brüderschaft mit Himmel und Hölle, mit Gott und Teufel trank, dabei er seine alten Lieder, seine alten Bänder hervorlangte, dabei er sich in die Tage der Luther und Blücher versetzte, in die Tage der Hohenstaufen, des großen Karls, Gott weiß in welche Zeiten all'!
Brüderlichkeit! Umsturz der alten Gesellschaft, Vernichtung des angebornen Rechts der Spießbürger!
Als die erste französische Revolution die Freiheit und Gleichheit verkündete , alö sie über die alten Klassen