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Aber wehe! wenn der Riese seine Ketten zerbricht! — Der Felsen wird zersplittern, der Grund wird beben, ein Sturm wird sich erheben in diesem Lande der alten Eichenhaine, daß die bebenden Völker rings umher mit Staunen und Entsetzen die tosenden Wetter brausen hören und die wilden Blitze zischen.

Das ist der einzige Trost des gefesselten Riesen, daö ist der Traum seiner Sehnsucht, seiner festen, glü­henden, immer von Neuem sich erhebenden Hoffnung.

Laßt nur die Ketten noch fester geschmiedet werden, laßt sie ins Fleisch und in die wunde Brust schneiden.

Laßt nur den Belagerungszustand von Berlin und Wien sich über alle deutsche Lande verbreiten, laßt sie offenbar werden auch dem einfältigsten Gemüthe die große Verschwörung der Tyrannen!

Die Blinden müssen sehend gemacht werden. Die kurzsichtigen gutgläubigen Halben müssen, grausam gestört, aus ihrem süßtäuschenden Schlummer erwachen. Unser Volk wird nur zum Helden, wenn ihm das Schwert auf die Brust gesetzt wird, wenn seine Ketten es zu ersticke» drohen.

Der Riese muß sich verloren glauben, eh' er seine zermalmende Kraft sammelt, eh' er mit einem Schlage seine hohnlachenden Peiniger vernichtet.

Die Noten seiner beiden Obertyrannen rasseln von heimlichem Waffengeklirre, geharnischte Staatsschriften. Hebt den Vorhang — und die Kanonen stehen gerichtet, die Lunten brennen, die Bajonette starren.

Mit den Worten des griechischen Helden: „desto besser, so fechten wir im Schatten" laßt uns die unver­meidliche Schlacht annehmen. Demokraten, treu unserm alten Feldgeschrei, laßt uns kämpfen, bis wir fallen. Die Brüder werden siegen!

Ihre Siegessäule sei zugleich unser Todesmal! G. Kellner.

Miau!

Katzeng ammer^crcmiaLe vom alten Zopfsoldate.

Auf dem Platze der Parade,

Wo der dicke Friedrich stehet, Wo die Trommel rastlos gehet, Nächtlich klang die Serenade: Miau! Miau!

O pfui Teufet! — d i e Chamade! Kann man da noch exerzieren, Balanciren, avanciren, Gänsemarsch — und Retirade? —

Miau! Miau!

In Sachen Leo Vereins gegen säumige Zahler.

Von einer Seite her wird reklamirt, daß schon be­zahlte Posten in der ersten veröffentlichten Liste der säu­migen Zahler aufgeführt sind. Also auch leichtfertig bei diesem schon so riskanten Unternehmen? Z.

Auch ich habe die unangenehme Auszeichnung gehabt, in der ersten öffentlichen Liste des hiesigen Verfolgungö- Vereins im Wochenblatt vom 3. Februar zu figuriren. Vertrauensvell darf ich mich zu meiner Rechtfertigung an die öffentliche Stimme wenden; der größte Theil meiner Mitbürger wird mir Gerechtigkeit widerfahren lassen. — Allerdings haben mich Unglückssälle der här­testen Art in den letzten Jahren heimgesucht, und die Märzunruhen nöthigten mich, ein kaum begonnenes Ge­schäft wieder einzustellen. Meine Rechtlichkeit und mei­nen Arbeitseifer wird mir nur mein Feind bestreiten. Wenn es dem wackeren Verfolgungscomite Vergnügen gewähren sollte, zu wissen, auf welche Weise ich meine

O pfui Teufel! — keine Gnade! Großer Wrangel! — Bombardireu, Milrailliren, — massacriren Lehr' UnS — Heiliger Soldate!

Miau! M i a u!

Residenz — es ist Dein Schaden! Noch gibt's Städte in Kurhessen, Wo man rächend kann vergessen Deine schönen Serenaden.

Miau! Miau! Miau!

arme Familie zu erhalten suche, so steh' ich ihm zu jeder Auskunftsertheilung bereit.

Meine Mitbürger aber mache ich auf jenes verwerf­liche Verfolgungssystem aufmerksam, das nur die Bos­heit ersonnen, um allen Glauben und alles Vertrauen zu rauben, um den guten Ruf und damit die Möglich­keit einer sicheren Existenz zu vernichten.

Kassel, am 16. Febr. 1849.

C. Lössel.

Mögen diejenigen Herren von jenem löblichen Ver­ein sich nicht beklagen, gegen welche Repressalien ge­braucht werden, — weil sie noch in derselben Lage sind, oder einst in noch schlimmerer waren. Sie haben es nicht besser gewollt. Die Mißstimmung gegen sie ist ihr eigenes Produkt. B. I.

Hr. Hotop würde wohl besser gethan haben, gänzliches Still­schweigen zu beobachten, als sich durch großprahlerische Aufforderun­gen rc. ein neues Dementi zu geben (Beil. zur Kass Zeit Rr. 40). ©eine Werhälrnisse mögen sein, wie sie wollen, das kümmert Nie­manden , ausgenommen seine „auswärtigen" Gläubiger. Da