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blutet das Herz, seinen Mitmenschen, den Gläubigern , wehe gethan zu haben; er tritt auf ihre Seite und in ihren Dienst. Er wird seine eignen Missethaten dadurch gut machen, daß er jetzt andere säumige Zahler so empfindlich quält, wie er selbst von seinen so sehr großmüthigen Gläubigern nie gequält wurde. Ein Verfolgter und ein Verfolger in einer Person! O---
Die Mitglieder des Vereins zur Beitreibung der Schulden (Vorstand t + t gewesener Kaufmann Hotop) werden aufgefordert, sofort ihre Schulden bei Heller und Pfennig zu berichtigen, widrigenfalls wir uns genöthigt sehn werden, eine Liste darüber anzufertigen und sie der Deffentlichkeit zu übergeben , da wir einen Verein begründet, der fortan nur gegen baare Bezahlung Waaren abliefert, und dessen Mitglieder den Wunsch hegen, sich einige Zeit durch dieses Mittelchen einer angenehmen Geschäftslosigkeit zu erfreuen.
Mehrere Bäcker, Fleischer, Schuhmacher, Schneider, PuhhänLlcrinncn, Kaufleute etc.
Sämmtliche Gläubiger des Hrn. Hotop werden hiermit ersucht, zu einem Verein gegen den bekannten säumigen Zahler zusammenzutreten, eh' er wieder aus- verkauft. G..., Kaufmann zu B.
An den Verein der Quälgeister dahier.
Da ich mich in so guter, vornehmer und hochadeliger Gesellschaft befinde in Ihrer Liste der säumigen Schuldner, so sage ich Ihnen meinen besten Dank für die Ehre und Auszeichnung, die mir dadurch zu Theil geworden, eine Annehmlichkeit, auf die ich niemals zu verzichten gedenke. E...... Bettelmann.
An die Hotop'schen gewesenen Gläubiger, die mit Prozenten abgefunden sind.
Hr. Hotop treibt Geld durch Ambitionsmittel zusammen. Er will Sie doch noch befriedigen. — Aufgepaßt! X.
An den Verein der Creditzerstörer in eigenen Sachen!
Löblicher Narrenverein! Da Sie unserem Credit durch Nennung unserer Namen wegen kleiner Rückstände böswillig zu schaden gesucht haben, so sind wir nunmehr gewillt, die betreffenden Posten nie zu berichtigen, zugleich aber keinen von Ihnen jemals wiederum in die Verlegenheit zu setzen, unser Gläubiger zu werden.
Mehrere unfreiwillige, säumige Zahler.
Zukünftige Geschichte des Vereins gegen säumige Schuldner.
1849. Läßt Monatslisten auf Monatslisten drucken, zuletzt ganze Folianten. — Niemand zahlt. — Die Kosten sind drückend.
1850. Gibt eine Bibliothek säumiger Schuldner heraus. — Niemand zahlt. — Die Kosten sind kaum zu erschwingen.
185t. Die sämmtlichen Mitglieder gerathen selbst in die Kabinetöbibliothek der Säumlinge. Bankerotte und Pfändungen.
1852. Der Verein besteht nur noch auS einem Mit- gliede, und das ist der Buchdrucker H . . . p. Sämmtliche früheren Mitglieder find seine säumigen Schuldner von wegen 1 Million Thaler an Druckkosten. Er läßt ihnen Alles verkaufen. Darauf akkordirt er mit einigen Gläubigern, und gründet mit dem übrigen Geld eine Nationalbank.
1853. H . . . p stellt seine Zahlungen ein, akkordirt und gründet den zweiten Verein gegen säumige Schuldner.
Rechtfertigungen aus Marburg.
Motto: Wehr dich!
1) Herr I. Fr. Möller führt an, daß Hr. Dr. Möller fortwährend als Arzt bei der Mililäraushebung fungirt und fungiren wird. — Damit ist hoffentlich die Sache erledigt und Herr Wahrlieb wird finden, daß seine Schlüsse auf falschen Voraussetzungen beruhen.
2) Herr Landrichter Wagner hat bis jetzt noch kein Kirchenrecht geschrieben, wie Herr Wahrlieb berichtet, — deshalb auch darüber den Dienst nicht versäumen können
3) Herr Stück erklärt den Einsender des Artikels über ihn, S. 75, für einen Verleumder, wenn er ihm nicht die Verbreiter der Lügen nennen will. — Der Einsender mag das in Marburg persönlich erfüllen, wenn er Lust dazu verspürt.
4) Herr Zeiße reklamirt, daß er sich niemals persönlicher Beleidigungen bedient habe, wenn er sich als erfahrener Patriot über die Bestrebungen der Gegenwart ausgelassen; erklärt deshalb das Inserat zu Nr. 16 für die Erfindung eines hämischen Lügners, dessen Streben auf Erregung von Feindschaft und Hetzerei ausgehe. — Der Streit mag im Marburger Wurstblatt erledigt werden.
Bekanntmachungen.
(40) Empfeklungs-Anzeige für Damen.
Den hochgeehrtesten Damen mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich im Kleider-, Gorsctt-, MantiUen - und Visitetl-Znschneiveu rc. nach den französischen Journalzeichnungen Untereicht ertheile Nicht allein denjenigen, welche das Schneidern nach dem Papiermaaße schon gelernt, sondern auch denen, welche noch gar keinen Begriff vom Kleidermachen haben, gebe ich die Versicherung, in Zeit von einigen Stunden gründlich nach der neuesten Mode, wie sie das Journal herausgibt, zuschneiden und, wenn sie etwas Nähen gelernt haben, auch die Kleider rc. selbst machen zu können.
Der Unterricht, welcher auf Verlangen auch in den respektiven Wohnungen der geehrten Damen ertheilt wird, nebst einem großen Bogen Zeichnungen und einem Maßstabe kostet
für eine Dame allein I Thlr. 10 Sgr.
- zwei Damen . . 2 Thlr.
- drei Damen . . 2 Thlr. 20 Sgr.
Auch kann man die Muster aller Art einzeln bekommen, das Stück 7 Sgr. 6 Hlr.
Da meine Methode in Berlin, Hamburg, Hannover, Braunschweig 2C. bei den Damen, vorzüglich bei solchen, welche selbst Unterricht geben, Anerkennung gefunden hat, so schmeichle ich mir damit, auch die Gunst der hiesigen Damen zu erwerben.
W. H. Deck,
Martinistraße (oberste Gasse) Nr. 66, dritte Etage.
Kassel. — Verantwortliche Herausgeber: H. Heise u. Dr. Kellner. — Druck der Estrenue schen Buchdruckerei.