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D t e Horn i s s e.

Zweiter Jahrgang.

Bf'- 16. Kassel, Dienstag, am 6. Februar 1840*

C^ Die Hornisse " wird wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, Nachmittags <1 Uhr, (die einzelne Nummer gegen den Betrag von 9 £tr.) und zwar im Hause der Madame Zimmermann, obere Entengasse Nr. 132, neben Hrn. Kaufmann Bachfeld, auegegcben. Ebenda kann auch auf unser Blatt für das laufende Vierteljahr gegen den Preis von 18 Sgr. abonnirt werden. Auch bei allen Postanstalten Kurhessens kann nunmehr, und zwar entweder für das ganze Quartal, oder auch für die Monate Februar und März (im letztem Falle zu 12 Sgr.) abonnirt werden. Im erstern Falle werden die bereits erschienenen Nummern nachgeliefert Ausländische Postanstalten können bei den inländischen ihre Bestellungen machen.

Anzeigen aller Art (abzugeben in der Expedition des Blattes) finden Aufnahme und wird die Spaltenzeile aus der Petitschrift, oder deren Raum, mit 1 Sgr. berechnet. Die Redaction.

Die französische Republik.

Paris ist in Gährung!"Paris ist ruhig!" Der Spießbürger wischt sich die Schweißtropfen von der Stirn und athmet wieder auf. Wenn Paris ruhig ist, so bedeutet das soviel, als eine jährliche Rente von 100,000 Thlrn., als den Sieg desGesetzes ehrlicher Männer" über die gotteslästerlichen Gelüste des Lumpen­packs, der Nichtsnutze, der Proletarier. Wenn Paris ruhig ist, so beweist daS dem Spießbürger nichts mehr und nichts weniger, als daß der alte Gott noch lebt, der Gott, welcher die 'Pnscoupons, die Agiotage, die ganze Litanei der ehrenwerthen Betrügereien in'S heilige Gesetzbuch geschrieben hat, der Gott des Wuchers, des gesetz­lichen Diebstahls, dergeregelten Anarchie".

Paris ist ruhig! Der Proletarier hat es für rathsam gefunden, den Kampf noch nicht wieder aufzunehmen, der im Juni begonnen hatte, den Kampf gegen die Schurkenstreiche der Höchstbesteuerten, gegen die Verräther an der Revolution, gegen die Feinde der demokratischen Republik. Das Blut kochte in den Adern der Arbeiter, der Spießbürger sah einmal wieder die Stirnader schwellen, es war nur ein Lebenszeichen der verstümmelten Revo­lution, ein Beweis, daß der Kopf nicht zertreten, das Herz nicht getroffen war, daß es heute oder morgen, oder über ein Jahr, eine Fortsetzung der von den Spießbürgern begonnenen, im Namen der Spitzbubenordnung begon­nenen Würgschlacht gebe, eine Fortsetzung im Namen der Verzweiflung, deS Hungers, des Elends, eine Fortsetzung, deren Ende die Liquidation der alten Gesellschaft " ist.

DieLiquidation der alten Gesellschaft!" Mögen die Spießbürger noch einmal ein kaiserliches oder ein königliches Siegel auf ihre Geldsäcke drücken, das Siegel Louis Philipps oder des fünften Heinrichs, der Prole­tarier wird weder vor dem einen noch vor dem andern zurückschrecken. Die Tage des Schreckens, der Pietät, der heiligen Scheu sind vorüber. . Auf den Gassen der Hauptstadt hat der Spießbürger die armseligen Forderungen des Hungers mit Kanonen zurückgewiesen, dem Elend das römische Recht, dem glühenden, bittenden, nm Recht und Gerechtigkeit bittenden Auge daScar tel est mon plaisir der geschliffenen Säbel entgegengesetzt.Ich bin im Besitz, folglich bin ich im Rechte" so lautete die spießbürgerliche Antwort auf alle Fragen um den Grund und den Titel der großen Metzeleien, der scheußlichen Brudermördereien. Der Proletarier hat somit guten Grund, wenn er das Fragen verlernt, das Bitten auS seinem Wörterbuche streicht. Wenn dieser Besitz und dieses Recht Hunderttausende, Millionen, die ungeheuere Mehrzahl der Verzweiflung in die Arme wirft, wohlan! so muß dieses Recht und dieser Besitz mit einem Schlage vernichtet, so muß der Banquerot der Gesellschaft verkündet werden, so muß die alte Gesellschaft liquidiren.

Nach den entsetzlichen Beweisen, bis zu welcher Höhe der Barbarismus, die thierische Wuth der Spieß­bürger steigt, wenn die einzige neue Idee dieser Tage, die Brüderlichkeit, in das Leben zu dringen scheint, nach