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Sieh' Dich vor Michel! Sieh' Dich vor! Die Leute haben garstige Sachen hinein geworfen. Eivilli- sten, Pfeffer, daß Dir die Augen übergehn werden — stehende Heere, Salz, das Dir die Zunge wund beißt, Belagerungszustand. Shrapnels und Kartätschen, Vereinbarung, Höchstbesteuerte, Preßprozesse, alte Kaisermäntel und Thronlappen, Hunger, Armuth, Elend und Schande, lauter schöne, zuckersüße Gewürze. —
Bei der heiligen Vernunft! Diese constitutionellen Pedanten und StaatSmundköche sind klein in der Geschichte der Staatsweisheit, selbst gegen die geschmähten, gegen die so tief verachteten, verstoßenen und verfolgten Jesuiten.
Sie sind weder so großartig und furchtbar kühn, wie jene Bellaramine und Mariana'S, die ohne Rückhalt dem Volke die vollkommene Souveränetät zuschrieben, und den Fürstenmord nicht scheuten, — obgleich sie sich vielmehr einbilden, — noch sind sie so gescheidt und schlau, obgleich sie's sein möchten.
Sie sprechen über ihrem Gebräu den unsinnigen Zaubersegen, das verrückte Einmaleins der Hexe im Faust — und fischen dann nach den fettesten Brocken, die jungen Jesuiten! Aber die alten verstanden Das besser.
All' ihre Mittel und Quacksalbereien von halber Volkssouveränetät, von Ministerverantwortlichkeit, suspensivem Veto u. dergl., helfen ihnen keinen Deut! DaS eine Wort Unv erantw ortlichkeit des Staatsoberhauptes und Unverletzlichkeit desselben (der verschimmelten Heiligkeit gar nicht zu gedenken!) dieses Wort ist mehr als hinreichend, das ganze Lügensystem über den Haufen zu werfen, in jedem Augenblick.
Jede Widersetzlichkeit dagegen ist die Revolution, Spießbürger! Also ist die Revolution permanent, vorab in den kleinen Lappenstaaten, wo man sich so hübsch gegenseitig auf die Finger sehn kann, sie ist permanent mit dem constitutionellen Staate. —
Dieser Staat ist die ewige Krisis, ist die Anarchie, ist das bellum omni um contra omnes, der Krieg Aller gegen Alle — er ist der Anfang de 6 Endes.
G. Kellner.
Der Traum des Knrhessischen rothen Neaetionärs.
Motto. Ich bin ein Preuße! Kennt ihr meine Farbe?
Zu Kassel in Kurhessen
Am Friedrichsplatz, — Ihr wißt!
Zur Tafel hatte gesessen Der rothe Monarchist, Und trunken von rothem Champagnerschaum Erschien ihm ein dunkelrother Traum.
Er sah, wie sie in Preußen Sich blähte spät und früh, Wie sie in Wien thät scheußen, Die rothe Monarchie, Und roth ward rings der Erde Raum. Ihr Götter Dank! — welch' köstlicher Traum.
Es sprühte unermessen Die Glut so dunkelroth, Und sprühte in Kurhessen Aus alles Volk den Tod; Es blieb vom Gesindel Einer kaum. Ihr Götter Dank! — welch' süßer Traum.
Nach Eichweg' ward der Landtag
Vom Ministerium
Verlegt — der alte Schandtag.
Eschweg'! Das war nicht dumm!
Es war just grad' wie in Berlin.
In Kassel blieb die Linke kühn.
Die ward vom Spanischen Bitter
Vertrivbev ungesäumt;
Die Krone und der Ritter, Die wurden mit Sturm geräumt. Die Schwerter scharf — das Blei im Lauf. Hejsa! wie hielt der Wrangel d'rauf.
In Kassel unterdessen
Da wuchs das Gras, wie Heu;
Der Wrangel von Kurhessen, Der sprach, es sei vorbei. Der Landtag wurde abgeführt Und eine Charte oktroyirt.
So träumte roth und grimmig
Der rothe Monarchist,
Als plötzlich tausendstimmig Der Ruf erschollen ist: Hoch Eberhardt! — „Ich glaub' es kanm!
Verdamm' mich Gott! — Aus ist der Traum."