„ Glücklicher Weise trieben eö jene Aberwitzigen und Ehrgeizigen aber bald so toll und so conterbunt, übten solche Mord- und Schandthaten (stehlen, rauben, plündern, Beute, das ist des Umstürzlers Freude!), daß den Meisten die Augen aufgingen."
Der Verstand kommt nicht vor Jahren, spät kommt er, doch er kommt. Die meisten, erzählt der alte Friedenssoldat, blieben nach aufgegangenen Augen aus den Wirthshäusern und Volksversammlungen, hörten nicht mehr auf die Mord- und Brandpredigten (im neuhessischen Styl: „Mord- und Aufruhrpredigten ") und stifteten Bürgervereine.
Frage: Wie konnte es aber dazu kommen?
Antwort: Es gibt Leute, die den Hals --—
O bewahre! Der alte Friedenssoldat von 43 Jahren berichtet über die Stiftung des Bürgervereins, er sei gestiftet, weil es sich zeigte, daß, je mehr die alten Friedenssoldaten sich von den allgemeinen Volksversammlungen zmückzogen, in denen sie bisher allzu überstürzenden Maaßnahmcn widerstrebt hatten, jene Umstürzler nur noch immer wilder und unbändiger auftraten."
Frage: Wie konnte es aber dazu kommen?
Antwort: Es gibt Leute, die den Hals ---
Ja wohl! Nur heraus!
Antwort: Es gibt Leute, die den Hals nicht voll kriegen können.
Sehr richtig und wahr! Diese Wildigkeit und Un- bäudigkeit rührt nämlich lediglich daher, „daß die Rothen jeden Morgen den Rausch der vorherigen durchschwärmten Nacht auszuschlafen haben."
(Schluß folgt.)
Bankerot.
Die hessische Zeitung fährt fort, anzufangen. Wir brauchen den in Nr. 5 dieses Blattes begonnenen Artikel: „Das einige Deutschland" nicht weiter fortzu- sctzen. Die Sache ist erledigt. Wir wollten im Schluß dieses Artikels nachweisen, daß durch das gottvergessene Diplomatisiren, durch das feige, nichtsnutzige Vertrauen auf die Allgewalt des deutschen Michels, gegenüber seinen Heeren, durch das überschnelle, verräterische Ver- laffen des Schlachtfelds, durch das Schwatzen und Parlamentiren, das unterbrochene Sturmläuten, unterbrochen , sobald der deutsche Michel die Flamme nicht mehr über den Giebel schlagen sah, daß durch all' diese Micheleien die Revolution des glorreichen Jahres 1848 so lehr zum Kinderspott geworden sei, um jetzt gemüthlich die Hände in den Schooß legen und höchstens noch beten zu können: Was Gott thut, das ist wohlgethan.
Die — ache ist erledigt. Das Parlament ist selbst von der hessischen Zeitung für bankerot erklärt, al
lerdings eine Erklärung, welche der nationalen Partei, die a tout prix das Parlament unterstützen will, nicht eben ansteht, welche beweist, daß der Herren Pietät nur eben so weit gebt, als die Pietät des Parlaments gegen sie, aber doch eine offene, unumwundene Erklärung, welche sich vor einem Geschwornengericht sehr gut anhören müßte, weshalb wir den Hrn. Staatsanwalt um Vorbereitung dieses Plaisirö ersucht haben wollen.
Das Parlament ist bankerot. Die Einheit, welche nie bestand, konnte nicht bankerot werden, das einzige, was erwiesen ist, ist das: die Revolution Deutschlands ist von den deutschen Professoren in die Geschichtshefte verpackt und somit — auf eine elende, schimpfliche Weise, wie ein gemeiner Verbrecher, begraben worden.
Die hessische Zeitung ruft das deutsche Volk zu einem 18ten September auf. Nur keinen Schrecken! Die essische Zeitung meint einen anständigen, gottwohlgefälligen 18ten September, sie verlangt vom deutschen Volke keine Verewigung des Parlaments, sondern einen erblichen Kaiser in der Person des Fritz Witz IV., rex — ex, sie arrangirt sich im Dreck, sie verlangt keine Trauben, die zu hoch hängen, sie verlangt nur noch das, was zu unserer Schande ihr allein möglich dünkt, einen vctroyirten Kaiser, einen Usurpator. Bravo!
Der König von Preußen hat eine Verfassung octroy- nt, nun soll er sich der nationalen Partei selbst oc= troyiren, als deutscher Reichsrülps! Bravo!
Aber der deutsche Michel möchte schreien, wie er wollte, Fritz-Wilm IV. hat es einmal für ^ut befunden, so wenig als ein anderer Fürst, den deutschen Michel aus den Schlamm zu ziehn. Die Herren sind die Sache umgekehrt gewohnt.
Die hessische Zeitung häuft Schande auf Schande! Sie ist im Stande, an den Patriotismus der Hkrren von Gottes Gnaden zu appelliren, von Herren Gnaden das Stück Brod anzunchmen , was von Volkes Gnaden zerbröckelt, verzettelt worden ist. Hier steh' ich, ich kann nicht anders, die Fürsten helfen mir, Amen! Einigkeit um jeden Preis!
Die hessische Zeitung wäre im Stande, sich an die Knutenfülle des Kaisers Nicolaus zu wenden, um nur einig zu werden. Was scheert uns die Freiheit? Handel und Wandel! Der König von Preußen wird auf einen billigen Handel eingehen, und gegen den letzten Rest unserer Freiheit die Gnade haben, deutscher ReichSrülps zu werden.
Er wird es nicht. Wenn das deutsche Parlament bankerot ist, wird geschehen, was Rechtens ist, die deutschen Fürsten werden sich des Mannes der Frau Schwertlein annehmen und viel „Liebes und Treues" an ihm thun. Wer das Glück hat, führt die Braut nach HauS!
Nein, liebe Hessische! Es bleibt halt dabei, ein deutscher Präsident oder der deutsche Bund! Oder wollen Sie den König von Preußen zwingen, deutscher Kaiser zu werden? Ich bin'ö zufrieden. Das deutsche