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ELsscI, Dicystag, am 23. Januar

1849.

^^ Die Hornisse " wird wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, Nachmittags 4 Ufer, (die einzelne Nummer gegen den Betrag von 9 Hlr.) und zwar im Hause der Madame Zimmermann, obere Entengasse Nr. 132, neben Hrn. Kaufmann Bachfeld, ausgegeben. Ebenda kann auch auf unser Blatt für das laufende Vierteljahr gegen den Preis von 18 Sgr. abonnirt werden. Für die Möglichkeit eines gleichen Abonnements durch die Post ist Sorge getragen.

Anzeigen aller Art (abzugeben in der Expedition des Blattes) finden Aufnahme und wird die Spalcenzeile aus der Petitschrift, oder deren Raum, mit 1 Sgr. berechnet. Die Redaction.

Das erste Geschworenengericht

(Zweiter Artikel.)

Einleitung.

DaS Hazardspiel ist zu Ende. Der Staatsanwalt und mit ihm der Justiz- und Kriegsminister, vielleicht auch noch ein anderer Minister, mit ihm die Heerde der Spießbürger, die ihn so lange mit Stachelstöcken bearbei­teten, bis er wüthend wurde und den gewaltigen Sprung an die Roulette riökirte, mit ihm das Lesemuseum und die Neuhessische Zeitung, deren Denunciationen und Schmähartikel, deren nichtsnutzige, perfide, feige und aben­teuerliche Verleumdungen einen wesentlichen Antheil an unserm ersten Herenprozesse hatten, deren Verleumdungen der Verfasser dieses Artikels nur aus dem Grunde unbeachtet ließ, weil er der Ueberzeugung lebt, daß feder Angriff in dem löschpapiernen Geiste der Herren Redacteure sein stilles Grab findet, deren Altweibergepolter und heimtückische Gensdarmenvorwürfe, als hätte unser BlattMvrd und Aufruhr gepredigt" *), - diese plumpen, klaren, jedem Büttel verständlichen Denunciationen! nunmehr von den Männern des Volks, den schlichten Geschwornen, an den Pranger gestellt sind, der Staatsanwalt, sage ich, und mit ihm die gauze ehrenwerthe Volksschicht, die man den Kern des Volkes" nennt, die Lotterie-, Roulette und Börsenspieler haben das Spiel verloren, die Kugel ist auf das rothe Feld gesprungen, die Angeklagten haben gewonnen.

Die Angeklagten haben keine Ursache, sich zu freuen. Die Roulette ist noch da! So lange die Gegner noch einen Heller in der Tasche haben, werden sie das Spiel aufs Neue beginnen, der Verlust wird ihnen Tag und Nacht keine Ruh lassen, sie sind heiß geworden in der Gier der Vernichtung, sie werden wüthend werden, ein ächter Spieler wird zuvor seine Seele auf den grünen Tisch werfen, eh er die steigende Leidenschaft des PointirenS aufgibt. Das große Parteispiel ist nicht früher zu Ende, bis einer der Spieler den Strick um den Hals zieht oder sich ins Wasser stürzt. Das ist ein Ehrenpunkt dieser noblen Passion.

Wie's natürlich war, ist das Spiel an demselben Orte weitergespielt, wo'S begonnen hatte. Die De- nunciantenzcitung hatte geschrien: so muß es sein! sie hatte den Ministern erklärt, daß an eine Veränderung deS Lokals nunmehr kein Gedanken sei. Bewahre! So wenig die Kirche irren kann, so wenig der Staat. Das starke Regiment" besteht nicht in der Stärke der Gerechtigkeit, in dem Geständniß des Fehlers, sondern in der Unfehlbarkeit, in der Hartnäckigkeit, in der Stärke der Regimenter, welche dem billigen Wunsche des Volks entgegengestellt werden, es besteht in dem einfachen Satze: lëtat cest moi, der Staat bin ich. Die Denuncian­tenzeitung erklärte: der Gerichtssaal muß auSreichen. Und der Saal hat ausgereicht. Es war ein nobles, vor­nehmes Spiel, es war, als wenn an irgend einem Kurort eine Königliche Hoheit den Entschluß faßt, sich für den Gewinn oder Verlust einiger Ducaten zu echauffiren, wo man die Fliegen summen und die Augenwimpern des Bankhalters zucken hört, wo man ungestört auS den Mienen der Spieler schließen kann, wieviel noch fehlt,

) Vorwurf eines gemeinen Verbrechens! Der neuhessischen Paèquillantin gebührte derZwang, das Zuchthaus. Wir denunciiren aber nicht.