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„ Ha!" ruft der dicke Wucherer, „der Wirthschaft muß ein Ende gemacht werden. Es muß ein Exempel statuirt werden!"
Diese Rechnungsseelen sprechen nur in mathematischen Gleichnissen. Ein Erempol soll statuirt werden. Das heißt, man muß Einige dieses gemeinen Volks unschädlich machen, und dann auf dieselbe Art und Weise fortfahren, Lis — ? — bis natürlich dieses gemeine Volk verschwunden ist, ebenso verschwunden als damals, wo es von der Faust der Willkür in Ketten und Banden gehalten nnr dazu da war, um sein Blut und seinen Schweiß dem Glanz der Despotie zum Opfer zu bringen.
Vornehme, armselige Verächter der entfesselten Volksleidenschaft! gedenkt ihr niemals jener Worte Schillers:
Bor dem Sclaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Mann erzittert nicht?
Statuirt ein Exempel mit Prozessen, Belagerungszustand und dergleichen! Der brausende Strom der Revolution wird ihr Andenken in seinem Sturze von dannen tragen und euch zugleich, Ohnmächtige, die ihr mit schwachen, zitternden Händen an den zerbrochenen Dämmen wiederherstellt, welche die hochgehende Fluth der Geschichte für immer in den Grund gerissen. G. Kellner.
Der Geist Robert Blums.
Vom Stephansthurm schlug's Mitternacht, Zum letzten Mal im Jahre;
Und draußen stürmt'S, und draußen kracht Ein Schuß dem neuen Jahre.
Und mit dem Schuß ein Grab ausspringt, Ein Grab, noch frisch und — blutig Und aus den Tiefen ein Schimmer dringt, Ein Schimmer nordlichtglutig.
Und plötzlich steigt auS leuchtenper Gruft Ein Held mit klaffenden Wunden, Und donnernd ruft er in die Luft: — Das Haupt ist ihm verbunden —
„Es schwand hinab das alte Jahr, „ Ein neues steigt hernieder, „Einen ernsten Gruß zum neuen Jahr, „Euch, meine deutschen Brüder.
„Zwei Monden sind's schon, daß ich lag „In meiner stillen Kammer; „Wann kommt, wann kommt der wilde Tag „Der Rache für Blut und Jammer?
„O deutsches Banner, die Losung jetzt „Sei Blut und Tod den Tyrannen, „Die durch Verrätherei zuletzt, „ Und stets — den Sieg errangen.
„Der Sieg! der Sieg! — Kalt weht der Wind, „Im Winter schläft die Erde; „Doch weh'n erst die Lüfte warm und lind, „Dann ruft ein göttliches „Werde"
„Der Lenz hervor mit feuriger Lust, „ Mit Blumen und mit Blüthen :
„Dann dringen auch wieder durch eure Brust „Die Gluthen, die d'rin sprühten.
„Aus euerm Schlaf dann herbei, herbei, „Herbei, ihr deutschen Söhne! „Laßt los, laßt los das Feldgeschrei, „Daß die deutsche Erde dröhne!
„Für Freiheit hebt die Schwerter auf, „ Die längst im Grimm gewetzet, „Laßt die Kugeln fahren aus dem Lauf, „Hussah! das Wild gehetzet!
„So kämpfet, kämpft zum ewigen Ruhm, „Ihr todesmuthigen Massen! „Das Feldgeschrei sei: Robert Blum! „Gott wird euch nicht verlassen!"
Vom Stephansthurme der Wächter ruft Die zweite Stunde vom Jahre, Und der Held sinkt wieder in seine Gruft. Hält Wacht auf der Todtenbahre.
K. S.
Die Parteien in der Ständekammer.
(Fortsetzung aus Nr. 3.)
Es ist eigenthümlich, daß in unserer Ständekammer nie ein geschloffenes Zusammenhandeln von Gesinnungsgenossen zu erblicken ist. Ein Jeder ist für sich. Keiner versteht es, eine eigentliche Partei um sich zu versammeln, und sie in festen Reihen zur Schlacht zu führen. Alle Parteien haben nur einen lockeren Zusammenhang. Die Aristokraten werden durch ihren Jnstinct noch am Meisten zu einem überstimmenden Handeln getrieben. Die Demokraten stimmen in einem Moment nach dem Princip gemeinsam, und im nächsten erhebt sich der Eine mit den Nützlichkeits-Diplomaten und der Andere mit