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D i e Hor n i f s e.

Zweiter Jahrgang.

Si- 3. Cassel, Sonnabend, am 6. Januar 1849.

3 ii r N a rh r i ch t.

Das Blatt erscheint auch in diesem Jahr und zwar jedenfalls bis zum Anfang des zweiten Vier­teljahrs, bis wohin es hoffentlich gelungen sein wird, die Vorbereitungen zu der von Dr. Kellner und H. Heise beabsichtigten Herausgabe einer größeren politischen Zeitung zu vollenden.

DieHornisse" wird in diesem Jahr wöchentlich dreimal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, Nachmittags 4 Uhr, (die einzelne Nummer gegen den Betrag von 9 Hlr.) und zwar im Hause des Buchbinders Stief am Mkarställerplatz , ausgegeben. Ebenda kann auch auf unser Blatt für das laufende Vierteljahr gegen den Preis von 18 Sgr. abonnirt werden. Für die Möglichkeit eines gleichen Abonnements durch die Post wird Sorge getragen.

Zur ferneren Nachricht diene, daß das Blatt in diesem Jahre wöchentlich eine Nummer, und zwar die Sonnabends erscheinende, vorzugsweise den Jämmerlichkeiten und Thorheiten unseres lieben Vaterlands widmen, in den andern beiden Nummern aber wie bisher, trotz aller deshalbi- gen Verfolgungen durch Staatsanwälte und sonst, mit unerschütterlicher Ausdauer dem mißhandelten Geiste unserer Revolution das Wort reden wird. Die Redaction.

Das Jahr 1848.

III.

Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit!

Europa ist erwacht ! Europa, auf dessen Boden sich die Geschicke der Menschheit seit Jahrtausenden entfaltet, durchfurcht von dem Schwerte des Kriegs und getränkt mit dem Blut der Völker, Europa schien verloren, schien kraft- und muthlos, gealtert unter dem schweren Joche deS Despotisnius, seiner Völkcrblüthen entblättert. Und der Blick freiheitsdurstender Seelen wandte sich hinweg von diesen entmannten Geschlechtern, hinüber über die blauen Wogen des Ozeans; nach jenem Lande, wo die Freiheit auf jugendlich-fruchtbarem Boden ihre Tempel gegründet hat und ihre Hütten aufgeschlagen. _

Da kam der Februar 1848. Und das Wunder wurde vollbracht. Aus ihrem Schlafe erhoben sich die Völker, wie ein Blitzstrahl zuckte es durch die Herzen; eine neue Zeit war gekommen. Und die alten Völker der Geschichte verjüngten sich unter dem Rufe einer neuen Religion.

DaS war's, waS die trauernden Herzen bedurften. Eine neue Religion, ein neues Zauberwort mußte das stockende Blut erregen und die Brust erglühen machen, mußte die altersschwachen Seelen mit neuem Enthusiasmus, mit neuer Jugendkraft durchdringen.

Wonach hatten sie gejagt und gedürstet diese Millionen, die schon längst die Idee des Christenthums ver­lassen, diese Pilger durch die Nächte des Lebens, ohne einen leitenden Stern, ohne eine große Idee, welche ihnen voranleuchtete durch das ewige Einerlei eines verdumpften oder gelangweilten Daseins? Wonach hatten