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Verhärtete Seelen! Ihr, die ihr den Fluch des Hasses tragt von Geschlecht zu Geschlecht, ihr, diè ihr beglückt von den Gütern, von der Herrschaft der Erde, eure Seele verloren habt, um dem Mammon, den Lüsten und dem Laster in thierischer Gewohnheit ungestört, gefühllos, gedankenlos eure trägen Tage zu opfern — Unse­lige ! Greift in euere Brust. Der letzte Funken eurer göttlichen Geburt leuchte euch zur Erkenntniß eures Unglücks.

Seid ihr glücklich? O belügt euch nur mit den schillernden Freuden eures armen Lebens, betrügt euch um Gott und Ewigkeit, um Liebe, Glauben, Hoffnung und Seeligkeit: — es gibt Augenblicke, wo euer Herz nach Selbstverherrlichung lechzt, wo ihr verzweifelnd an euch selbst, euch am Boden wälzet, euer Geschick, euer un­seliges, verpestetes Dasein verfluchend.

O in einem solchen Augenblicke richtet eure Blicke hinaus in die Welt, in die schöne große Welt, in die­sen blühenden Garten Gottes. Und wenn ihr sehet, welche jammervolle Gestalten, bleich und trostverlaffen, todt an Seele und Leib in diesem Eden umherwanken, — vielleicht — vielleicht! schlägt es dann wie Blitzstrahl in euer Herz: „furchtbarer Fluch, den wir mitverschuldet!"

Vielleicht dringt bis zu Euch die Gottesflimme, welche durch die Lande geht wie Posaunenton des jüngsten Tages, die Stimme, welche also schallt:

„Sehet, ihr Kleingläubigen, merket auf, ihr Verstockten! Es geschehen Zeichen und Wunder wie in alten Tagen! Throne zerbrechen, Kronen fallen in den Staub! Und daâ Volk steht auf gegen seine Dränger, und Pharao erschrickt in seinem Herzen. Er verheißt ihm die Freiheit und spricht: ziehet hin,â«e»nr Gotte zu dienen; aber sein Herz ist verstockt, und er ist voll Hochmuth und eitel Stolz, und er sagt: wer ist euer Gott? ich kenne ihn nicht — waâ soll ich sein achten. Und mit ihm sind seine Knechte und Lanzenträger, und sie höhnen den leben­digen Gott des Lebenâ und des Lichts, der da ist die Liebe von Anbeginn bis zu Ende!" . /

Merket auf, ihr Verstockten! Die Liebe ist wieder Mensch geworden, sie wandelt umher und rufet ihre Jünger.

Gott ist wieder Mensch geworden! Aber er wird nicht sterben, er wird nicht in Einem gekreuzigt werden, er wird in Millionen ewig und ewig leben. Alles Volk sind seine Apostel.— Und er ist geboren im Jahr deS Heils, das da heißt 1848. Und sein Namen ist Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!

Glaubet an den Gott in Euerm Busen und Ihr werdet Berge versetzen; daS heißt: Glaubet, so werdet Ihr seelig! Glaubet und Ihr werdet frei, seelig auf Erden, wie Ihr es sonst nur im Himmel zu werden hofftet.

Louis Napoleon fühlt sich als legitimen Präsidenten von Frankreich. Schon längst hat er schriftlich seines Hauses Legitimität bewiesen. Der legitime Kaiser wird sofort vorbereitet und Lvar aus althergebrachte legitime fürstliche Weise, Sonaten- und Uniformenspielerei. Heute er- scheint^Ver Präsident in der Nationalgardenuniform, morgen in der Husarenjacke, übermorgen in dem Rock der mobilen Garde (Schutzwache oder Nacht­wächter) u. s. w. Ja, ihr Spießbürger, da ist es doch bei uns viel besser.

Der Papst lebt herrlich in der Welt.

D«r Papst lebt herrlich, hat Nichts zu thun, Kann in Gaeta aus sich ruhn,

Er trinkt umsonst Neapels Wein, Drum möcht ich auch der Papst mol sein.

Doch nein, er ist ein armer Wicht, Das Essen und Trinken schmeckt ihm nicht; In Rom da liegt fein Todtenschein, Drum möcht ich doch der Papst nicht sein.

Eine Bürgermeisterstelle! Vorsicht! Vorsicht!

. Ich, der Hahndorf.

Eine Bürgermeisterstelle! Acht gepaßt, meine Herren. Dieser muß sie haben, oder ich stehe für Nichts. Schirmer.

Sonderliche (Dualitäten, welche von Nöthen sind für einen Dürgermeister in einer deutschen Nesi- denz, der zugleich Polizcidirector sein muß.

1) Er muß von Adel sein, oder Offizier, oder Offi­zier gewesen.

2) Item er muß bei Hof bekannt sein, oder es ge­wesen sein.

3) Item er muß rechnen können.