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träumen ließ, Louis Napoleon ist Präsident Frank­reichs. Mag dabei aus der Republik werden, was da will, — die Wahl Napoleons ist für die De­mokratie ein Sieg! Nicht die Republik ist es, wornach wir streben, wir verlangen die demokrati­sche Republik, den Staar des Gemeinwohls, der Brü­derlichkeit, den Staat, welcher statt für den Eigennutz und das Sonderinteresse, für die geistige und sittliche Wohlfahrt Aller kämpft und die nichtswürdige Entfrem­dung der Besitzenden und Armen durch den Grundsatz der Gegenseitigkeit zu Grabe trägt. Wir verlangen also die Revolution unseres Frühjahrs in ihrer Wahrheit und Wahrhaftigkeit, in ihrem innersten Geiste und ureigenem Leben anerkannt.

Die Republik Frankreich hat die Januar-Revolution verleugnet. Sie hat den Forderungen des Proleta­riats mit Kartätschen und Gefängniß geantwortet, Ca- vaignac, der Mann, welchen die Gegner des Prole­tariats, den Wucher und Betrug als Candidaten der Präsidentschaft proelamirte, hat nicht allein keine De- mocratie, sondern die Nichtsnutzigkeiten der deutschen und russischen Staatökünstler, der deutschen und russischen VolkSverräther mit Säbel und Flinte gepredigt, Ca- vaignac hat über die Leiche der Democratie die Spieß­bürgerschaft in daö alte Bett fürstlicher Niederträchtig­keiten getragen.

Die Bourgeoisie, der Todfeind der Democratie, saß in Frankreich wieder so sicher, wie in andern Ländern. Es kam nur darauf an, den Propheten Cavaignac zum Präsidenten zu machen, — und die Bourgeoisie saß nicht allein heute, sondern auch übers Jahr, vielleicht über fünf Jahre sicher, die Democratie war aus eben so lange geschlagen.

Die Präsidentenwahl, der logische Widerspruch im Staat der Democratie, hat die Hoffnungen der Spieß­bürger in Frankreich vernichtet. Die Democraten, zum Theil ihrer Führer, zum Theil ihrer Waffen beraubt, niedergeschmettert vom großen Spießbürger Cavaignac und sich an der Präsidentenwahl nur betheiligend, um damit gegen jeden Präsidenten zu protc stiren, hat für das größere Uebel das kleinere, für das große Hin­derniß das kleine erhalten, sie ist den Grobschmied der spießbürgerlichen Ordnung und Ruhe losgeworden, um dafür eilte Marionette zu erhalten, von deren verschie­denen Trähten auch einer oder der andere in die Hände der Democratie ausläust. Der Grobschmied ist der ge­schlagene Candidat des Capitals, Cavaignac; Louis Napoleon ist die Marionette, hinter welcher das Kaiser- thum, die neue Revolution, und neben dem Kaiserthum für dre neue Revolution die Democratie steht.

â populär zu sprechen, ist die Wahl Napoleons as tyluct, was man zuweilen beim Unglück hat. Tie narre Lanzenreihc Cavai^nacs ist wieder gebrochen, der sicher geglaubte Staat der Spießbürger wieder in Frage gestellt, dre Democratie bat wieder Luft, Licht,

---ihr unvermeidlicher, endlicher Sieg ist wieder näher gerückt. Der Präsident Cavaignac würde, ähn­lich der deutschen Centralgewalt, alle Schleusen der Democratie geschloffen, den Strom endlich, vielleicht aber etwas spät, über sein Bett gezwungen haben, — Louis Napoleon erklärt die Revolution Frankreichs in eigener Person für eröffnet!

Von diesem Gesichtspunkt aus sind die Democraten dem Unverstand der republikanischen Gesetzgeber Frank­reichs zu Dank verpflichtet.

Landständische Sitzungen vom »1. und »» December.

I.

Das war eine heiße Schlacht. Und doch nur daS Vorspiel. Und auch dieses Vorspiel noch nicht einmal beendigt. DaS ganze Land ist gefoltert seit Monaten durch die Ungewißheit des Ausgangs. Endlich kommt der Tag der Entscheidung, und als der Augenblick des Siegs oder des Unterliegens herannaht, schließen die Parteien einen neuen Waffenstillstand. Warum die Demokraten darauf eingegangen, ist unbegreiflich; sie mußten eiusehn, daß diese Kammer in ihrer Zerrissen­heit und Zerspaltung unfähig sein wird, ein anderes Wahlgesetz zu schaffen. Ein jeder Verzug ist unnützer Zeitverlust. Daö Zweikammersystem gewinnt dadurch immer mehr Terrain.

Der Berichterstatter v. Sybel ist der Hauptvertre­ter dieses Systems, ohne jedoch dieses System eigentlich bis jetzt vertreten zu haben. Mit schlauer Taktik hetzt er die Parteien ins Treffen, bleibt stummer Beobachter, und erhebt sich nur, um der Majorität zu beweisen, daß sie, nur verneinend, auö ganz entgegengesetzten Ele­menten bestehe, die nicht im Stande sei, etwas Neues an die Stelle deö Verworfenen zu setzen. Ganz andeu­tungsweise nur zeigt er auf den rettenden Hafen hin, zu welchem er den Zugang allein zu öffnen im Stande ist. Dieser Mann scheint der treueste Anhänger deö Ministeriums und ist sein gefährlichster Gegner.

Das Ministerium wollte kein Zweikammersystem. Das Ministerium des Centrums sucht eine Vermittelung zwischen der Demokratie und dem konstitutionellen Staate. Dieser gute Willen mußte vor Allem von den Demo­craten anerkannt werden, und es ist ihr biederer, offener Ernst, wenn sie dem Ministerium ihr Vertrauen erklä­ren , obgleich sie ihm zurufen, dein Versuch ist mißglückt. Damit ist daS Ministerium nicht für unmöglich erklärt; es bleibt ihm überlassen, einen anderen Vermittelungs« Vorschlag zu machen. — Ganz anders tritt die Rechte gegen das Ministerium auf. Sie giebt zwar nicht ge­radezu ein Miötrauensvotum; Bergk jedoch spricht mit