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die gesellschaftliche Sitte aufzuwiegeln. Das ist doch ein bischen zu radical. Noch eine Revolution â la 89 — â la bonheur! Aber einen Crawall gegen die Höflichkeit, gegen die Lebensart — — nä!
Kurz, es ist nicht möglich, der Kurfürst muß der hessischen Zeitung was zu Leid gethan haben. „Unmenschliches" gebiert „Unmenschliches", Seine Königliche Hoheit müssen die Neuhessische ganz unmenschlich gereizt haben. Im Interesse des öffentlichen Friedens fordern wir die Redaction der neuhessischen Zeitung auf, offen zu gestehen, was ihr passirt ist. Wir beschwören sie, ihre Wühlereien gegen Alles, was keusch ist, was lieblich klingt und wohllautet, gegen die gute Sitte nämlich, einzustellen, und ihre Discrepanz vor das Forum der Weltgeschichte zu bringen.
Bis das geschehen, erklären wir Seiner Königlichen Hoheit, daß Höchstdieselben auch nach konstitutionellem Staatsrechte sich keine Einmischung in ihre Küchen- und sonstigen Hausangelegenheiten gefallen zu lassen brauchen.
Frankreich.
Die Dummheit siegt! Louis Napoleon wird Präsident der Republik. Der Spießbürger Cavaignac ist verworfen. Cavaignac bedeutete den Franzosen: Ruhe! — Die Franzosen wollen die Ruhe nicht. Sie würden einen Esel auf den Präsidentenstuhl gebracht haben, wenn der Esel versprochen hätte, der Gegensatz Ca- vaignacs zu sein. Louis Napoleon ist die verbürgte Unruh, die Bewegung des alten Kaiserreichs, er bedeutet Krieg, Allarm, Glanz, — überhaupt etwas, das da flimmert, auS dem sich was machen läßt. Die Sou- veränetät deS Volks war in Cavaignac zur Lüge geworden, der Kartätschenpräsident bildete einen Wall, er besaß daS Schwert, ihm gehörte das Capital der Philister , Cavaignac war ein fertiger Mann , mit dem sich nichts mehr machen ließ, Cavaignac war und blieb eben Cavaignac. LouiS Napoleon ist eine Puppe zum Spielen , sie ist dem Soldaten so lieb als dem Proletarier, selbst der Spießbürger läßt ihn sich gefallen. Der Soldat gedenkt ihn zum Kriege, der Proletarier zur Waffe gegen das Capital, die Spießbürgerschaft zu allem Möglichen zu verwenden. Mit der Wahl Napoleons steht Frankreich am Anfänge des Endes, die frische Bewegung des Volks ist wieder möglich geworden.
Oesterreich.
Daß die NeichScommissare in Oesterreich nichts aus- richteten, verstand sich von selbst. Sie haben nicht- gewonnen, als die Ueberzeugung, daß in Oesterreich nichts zu gewinnen ist. DaS Reich wird von der berüchtigten Sophie durch den Arm des berüchtigten Win- dischgrätz regiert. Der 18jährige Kaiser macht die Partie mit, und bringt seine Minister dadurch in Verlegenheit, daß er aus der Schule plaudert. Zn dieser Schule wird nichts gelehrt, als was der König von Preußen und Metternich patentirt haben. Der junge Kaiser bewundert die geniale Frechheit des alten Königs und begreift nicht, warum er seinen Reichstag nicht auch schon längst aufgelöst hat. Der junge Kaiser hat aber kein Geld und — die Ungarn sind noch immer
nicht geschlagen. Im Gegentheil! Der Kampf Ungarns gegen die kaiserliche Zntriguenwirthschaft ist ein furchtbarer, verzweifelter, ein Heldenkampf, wie er in der Geschichte der neueren Zeit unerhört ist, es ist kein Kampf mehr, es ist eine Würgschlacht. Wenn Ungarn siegt, so ist die Contrerevolution geschlagen, das Reich der Habsburger vernichtet. Nicolas hilf!
Preußen.
Die alten Schandthaten ! Das königliche System geht auf Vertilgung der Demokraten. Die democrati- s ch e octroyirte Verfassung finket keine Democraten mehr, das Object hat kein Subject , für die preußischen Krautjunker sind die gepriesenen Freiheiten überflüssig. Die Krautjunker wollen sie gar nicht. — Der Verfaffungö- rausch geht aber bereits zu Ende, die königliche Genialität wird bereits wieder zum Ekel, das Volk begreift schon wieder, daß die Wechsel des Königö zu den schlechten gehören. Das Ministerium Brandenburg verhaftet mit-den Demokraten die Monarchie, — es kommt nur darauf an, daß sich ein Richter finket, der daS Urtheil spricht, und ein anderer Mann, der es vollzieht.
Frankfurt.
Eine alte Reichsstadt mit einer Nationalversammlung!- Loben will und kann ich sie nicht, tadeln darf ich sie nicht, -- folglich ist Frankfurt eine alte Reichsstadt mit einer Nationalversammlung.
Italien.
Der Papst erkennt die römische Revolution nicht an und ist gerade so gescheidt, wie die deutschen Spießbürger. Seiner Ansicht nach ist die Revolution das Werk von Taugenichtsen, Tagedieben, Mördern, Räubern rc. Alles sehr schön anzuhören. Nichtsdestoweniger ist der Papst fort, und Nom in schönster Ruhe. Die Mörder und Räuber scheinen nur durch die Gegenwart Seiner Heiligkeit so entartet zu sein, — der Papst ist fort und Rom in schönster Ruhe. Der heilige Vater amüsirt sich