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mannè mit äckt deutscher Dienstbeflissenheit gehandhabt. Nirgends ist der Deutsche in größerer Thätigkeit, nirgends ist er mehr beim Händchen, als da, wo es gilt, den Gerichtsbüttel zu spielen. Dann ist er begeistert, fanatisirt, da winselt er wie ein Tiger, da springt er vor Freude wie ein Hund; — wenn der Deutsche Ketten herbeischleppen soll, ist er diensteifriger als der gemeinste Subaltern: beamte, flinker als eine Katze, ein Eichhörnchen, eine Eidechse. Der Deutsche amüsirt sich nirgends mehr als vor dem Gefängiß.
Drakonische Gesetze werden gewöhnlich nicht gehalten, Gesetze, welche der Natur der Dinge widerstreiten, für die auch nicht e i n Buchstabe der Logik spricht, werden n i e gehalten, es sei denn von Leuten, die selbst den Teufel anbeten würden, wenn'è befohlen würde. Jenes ReichsbUrgerkriegsgesetz wird also ebenfalls nicht gehalten. Die Nationalversammlung wird fortwährend angegriffen, fortwährend macht sich die Entrüstung über die Majorität zu Frankfurt Luft, fortwährend wird die gesammte Centralgewalt beschuldigt, für Deutschlands Freiheit nicht den Brutus , wohl aber eine andere Rolle gespielt zu haben.
Wer nicht von Mutterleib an Hoflakai gewesen ist, wird's auch nicht über das Herz bringen können, vor der Majestät unserer Vertreter am Main blindlings niederzufallen, und sich mit aller Müh vor einem „frechen, unehrerbietigen Tadel", wie die preußischen Königsgesetze lauten, in Acht zu nehmen.
Wenn die Nationalversammlung „die Freiheit mit Füßen tritt", so ist das nicht meine Schuld, sondern die ihre. Mir zu verbieten, jene Schuld der Welt zu Ohren zu bringen, heißt mich zum Schuljungen, zum Heuchler, zum Lügner, zu allem Möglichen, jedenfalls aber zum Schurken stempeln. Dazu hat natürlich die Nationalversammlung kein Recht. Sie mag sich daher stelleu, wie sie will, ihr Reichsbttrgerkriegègcsetz wird nicht, kann nicht gehalten werden.
Daran liegt aber auch der hohen Versammlung nichts. Sie hat das im Gegentheil sehr wohl gewußt. Ihre Absicht war, ihre Gegner in die Reihe der Verbrecher zu stellen, auf dem Wege der Gewalt sich der Opposition zu entledigen, dem deutschen Volke das Aeußerste zuzumuthen, um Gelegenheit zu bekommen, Rebellen zu strafen. Das hohe Parlament hätte geradezu das Essen verbieten sollen, es würde das Vergnügen gehabt haben, uns alle ins Kühle zu bringen.
Die hohe Versammlung hat das Recht, in Frankfurt sitzen zu bleiben, so lange sie will und es der Majorität aeè deutschen Volks gefällt. Daß es aber eben der Majorität des deutschen Volks ewig gefalle, sie sitzen zu lassen, darauf hat sie vermuthich kein Recht, so wenig ein Fürst das Recht bat, gegen den Wilen des Volks feine Krone zu behalten. Die hohe Versammlung wlid uns elenden Unterthanen daher wohl auch erlauben müssen, den deutschen Volk das Leben und die Thaten besagter Versammlung y schildern, selbige bei rechtem Namen zu nennen und, so Gott vill! für uns eine Majorität gegen sie zu gewinnen. Gestartet je das nicht, so erklärt sic die Nothwendigkeit der Nevolution — sicher!
Uebrigens bleibt es bis zur selbigen RevoUtion den Gerichts- bütteln und deren hohen Gönnern überlassen, u thun , was ihres Amrs ist, mit dem Reichsministerium zu confriren, einzusperren, verurtheilen zu lassen und wieder einzusperrei. Wer die Gewalt hat, muß sie nutzen--das versteht sich! Wir sind in dieser Hinsicht sehr unbefangen.
Einfältige Worte eines frrnzösischen Gesetzgebers.
Was diese kleinmüthigen, so leich niederträchtigen Menschen betrifft, welche sich mit dem Namen weiser Gemüther, mäßiger Menschen behätgen, weil ihre ohnmächtige Seele keine Thatkraft Hit, warum sollte man sie in ihrer moralischen Unthätskeit beunruhigen, welche sie so gern als eine Bedingung der Staatsrnhe
geehrt wissen möchten? Weg mit diesen niedrigen Wesen, die lieber alle Streiche aushalten, als einen davon ab wehren. Es ist sehr natürlich, dass gelähmte Seelen jeder freien Bewegung widerstreben, daß sie sich sogar gewissermaßen von dem bloßen Schauspiel der Ehre und der Freiheit bei Andern ermüdet fühlen. Weg mit den ausgearteten Geschöpfen, mit Nullen, sie sind wahre todte Körper, ihr Ort ist das Grab.
Die Freunde der Nation würden nur wenige Schwierigkeiten haben, wenn dieser Haufe von übelgesinnten Sprechern, welche sich mit Kühnheit zeigen, weil sie zu den Klassen der Gesellschaft gehören, welchen das Unglück der Begebenheiten das Recht, Alles zu sagen und zu thun erworben zu haben scheint, — nicht von aller Schaam entblößt wäre. Es bliebe vielleicht dann nur der unruhige und ewige Tadel der Greise übrig, gegen welchen uns keine Voraussetzung, keine Macht schützen kann. Die Greise, welche die gegenwärtige Zeit erleben, sind verdammt, nichts anders als die Menschen der vergangenen Zeit zu sein, denn sie werden weder die Gefühle noch die Irrthümer davon verlieren. Die Namen des Patriotismus und der Freiheit gehören nicht in ihre Sprache, cs ist umsonst, sie ihnen erklären zu wollen — ihr rühret nur ihre Ohren. Die Vorurtheile unserer Zeitgenossen können vergehen, ihre Vernunft kann sich aufhellen; allein für die Vernunft von 60 Jahren ist kein Mittel.
Die durchs Alter geschwächten Menschen, dem lächerlichen Amtmann in der Komödie immer gleich, wissen nichts Anderes zu thun, als Mäßigung zu predigen, sobald man Thatkraft und Kopf zeigen soll. Mit ihren tausend Betrachtungen für Sachen und Personen^ mit ihren ewigen Rücksichten für Alles, was eine Stelle oder einen Rang besitzt, ersticken sie jeden nützlichen Plan, und vernichten jede Hoffnung des Bessern.
Wird man nie für die Menschen etwas zu thun wissen, als ihnen Mäßigung und immer nur Mäßigung zu predigen? Ist dies ein Heilmittel für unser Uebel? Ach! seit wie vielen Jahrhunderten sind wir gemäßigt und unglücklich! — —
Damit aber wollen wir nicht sagen, daß alle betagte Personen unempfindlich gegen die StaatSunordnungen sind. Die meisten sogar vertragen es, von Verbesserungen reden zu hören. Allein sie wollen und wollen nicht; sie wünschen und wagen es nicht, die öffentlichen Feinde zu verdammen. Wenn ihr im Begriff seid, muth- voll die Mißbräuche anzugreifen, so rathen sie euch zitternd , wenigstens doch abgenutzte Werkzeuge anzuwenden, welche nicht einfassen und einbeißen können. Sie verehren aus Gewohnheit die Urheber ihrer Uebel und erlauben sich in Betreff derselben die mindeste Beschwerde nicht anders, als in den niedrigsten Komplimenten und mit der schändlichsten Niederwerfung in den Staub. Macht ihnen einmal den Vorschlag, sich davon zu befreien: — wenn sie ja einwilligen, so wird es unter der Bedin-