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Amerika.

Neu - $orf 8. Noveneber. In der ersten Woche ■ des November d. I. sind mehr Einwanderer bei uns angekommen als je. Die Stadt ist namentlich mit deut­schen Einwanderern geradezu überschwemmt. Dabei aber ist Arbeit hier seltener als irgendwo, zumal für die Mst. englisch Sprechenden, und so werden wir in diesem Win­ter einen traurigen Beweis für die Nothwendigkeit einer geregelten Auswanderung von Deutschland liefern.

— Uebrigeus bereiten sich in allen Theilen der Union Ansiedelerzüge nach Californien vor, nicht blos in den westlichen Theilen , Kentucke, Missouri, Arkansas ic. wo jedes Jahr mehrere Züge nach dem fernsten Westen abgehen, sondern auch im Osten, in Baltimore, Neu- Aork, Boston if.

Bei der Wahl zum Präsidenten der Union hat Ge­neral Taylor 163, General Cass 127 Stimmen er­halten. Präsident ist also Taylor geworden.

Italien.

Piemont. In der Kaminersitzung zu Turin am 24. Nov. nahm der Canonikus Turcolli das Wort, um einen Vernichtungskampf mit dem Hause Oestreich zu empfehlen. „Das Hauö Oestreich" sagte er: „ist ein Haus von Räubern und Mördern. Ich schlage der Kam­mer vor, ein Gesetz anzunehmen, welches das Haus Oestreich als ein Haus von Dieben, und Jeden als einen Verräther am Vaterlande erklärt, der jenes Haus zu vertheidigen sucht!" So muß es kommen!

Kirchenstaat. Der Papst hat Rom ver­lassen; plötzlich am 24. November Abends 5 Uhr. Er bezieht sich nach Frankreich. Die Stadt war ruhig und ohne Theilnahme. Das demokratische Ministerium, das der Papst nicht anerkennen wollen und mit dem er nichts zu schaffen haben will, hat von den Volksvertretern ein Vertrauensvotum erhalten. Gleichwohl traue ich der Sache nicht. Die Freiheit wird in Rom durch die Franzosen wieder aus dem Feld geschlagen werden, wie sie in Wien durch die Erbaten wieder beseitigt wurde. Schurken giebt es überall. Die Frau^seu sagen zwar: das Oberhaupt der katholischen Kirche dürfe von den Römern nicht eingeschränkt sein, aber wenn sie weiter nichts wollen, als das Oberhaupt der katholischen Kirche von den Römern frei erhalten, dann können sie den Papst ja ganz einfach in Frankreich be­halten. Die Römer haben ihn nicht festgehaileu und werden ihn wohl auch nickt wieder haben wollen. Aber

7 Pabst soll sein Ansehen behalten, damit man im Bunde mit ihm desto bester regieren kaun. Der arme Mann soll immer glauben, was die Pfaffen sa­gen, immer vor der Hölle zittern, damit der reiche Sünder ungestört genießen kann. Die Pfaffen und die Reichen theilen sich den Braten, den der Arme eiqcnt- heb zu egen haben soll. Cie wissen wohl, im lieben blauen Himmel giebt eS nichts — als Wind!

Deutschland.

Altenburg. Nun werden's ja wohl die Altenburger reckt gut bekommen! Mit dem letzten November hat der Herzog Joseph abgedankt; und zwar zu Gunsten seines Bruders Georg, und die­ser hat die Regierung auch alsbald übernommen, und zwar-------von Gottes Gnaden!!

Hannover. In Folge der Petition der Un­teroffiziere zu Osnabrück hatte man die Unteroffi­ziere der in Hannover stationirten Regimenter ver­sammelt und ihnen die Frage vorgelegt: ob sie mit den Schritten ihrer Kameraden in Osnabrück einverstanden seien? Dem Vernehmen nach, haben die Unteroffiziere der Artillerie und des Leibregiments dies unbedingt be­jaht; die übrigen Corps sollen sich vor einer freien Aeu­ßerung gefürchtet haben. — Am 2. Dezember nun ist daraus eine Generalordre an die Armee erschie­nen , in welcher angeordnet wird, daß hinfort sämmtliche Soldaten mit „Sie" angeredet werden; außer in solchen Fällen, wo Soldaten von den Offizieren „Du" genannt zu werden wünschen Der Commandeur der Artillerie hat jedoch auch in diesem Falle das „Du" nicht ferner zugelassen.--Es ist doch etwas. Aber, aber! soll es etwa dabei bleiben? — Gewöhnlich machen es die Herren so! Wenn sie hundert Thaler schuldig sind, bezahlen sie auf Abschlag einen Groschen, und sagen dann, wir haben euch gegeben, was wir schuldig waren.

Dernburg. In Anhalt-Bernburg, wo der Her­zog zu Gunsten des Reichsverwesers abgedankt hatte, hat der Landtag mit 18 gegen 1 Stimme sich für die Regentschaft des Herzogs von Dessau erklärt, und denselben gebeten, die Regentschaft zu übernehmen, die Verfassung anznerkennrn, volkstümliche Minister zu ernennen ic.; aber auch Bernburg feine volle Selbst­ständigkeit zu bewahren.

Oestreich.

Wie die Altenburger und andere kleine Völker, so sollen nun auch die Deutsch-Oestreicher und andere große Völker von Gottes Gnaden wieder glücklich werden. Der Kaiser Ferdinand der „Gütige" hat nach einer mit dem Fürsten Windischgrätz und beW BanuS Jellachich zu Olmütz gehaltenen Kon­ferenz, zu Gunsten seines Neffen, deS Erz­herzogs Franz Joseph, ältesten Sohnes des Erzherzogs Franz Karl und der Erzherzogin Sophie, abgedankt! Und dieser hat als Kai­ser Franz Joseph der Erste, am 3. December ■ d. B- den Kchi sè rt h r o n g e r a d e so bestiegen, als ob das Frühjahr 1848 niemals da gewesen wäre! — O Du dreimal glückliches Oestreich, was vermögen Deine Götter nicht!! Wie ein Phöuir aus der Asche rollst Du erstehen, an der Spitze einen jun- . gen Gott von 18 Jahren!!! Darum mußtest Du in