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der letzteren für sehr gefährlich halte, so sehe ich mich zu der Verfügung genöthigt, daß im Reitstalle keine Volksversammlungen mehr gehalten werden, haß selbige Versammlungen von heute an nicht länger als 3 Nbr dauern dürfen, und daß jeder Präsident einer Versammlung verpflichtet ist, für zwei Polizeibeamtcn Stühle mitzuführen, die ein für allemal mit dem Namen „Reichs» pvlizeistühle" zu belegen sind. Kaiser v. c.
Ich bin angeklagt worden:
I) der Beleidigung des Kurfürsten:
a, weil ick in einer Volksversammlung von 34 Lappen- fürsten , d. h. von Fürsten, die nur einen Lappen Land besitzen, gesprochen hatte. Lieber Gott! Was kann i ch dazu, daß die rechtmäßigen Besitzer dieses Jammerthals nicht dafür gesorgt haben, daß die Erde noch einmal so groß ist. Dann hätten sie ein größeres Stück bekommen können;
b. weil ich von der ehemaligen Fürstentyrannei in Hessen geredet hatte. Da! Ich erbiete mich, nächstens eine Geschichte der hessischen rotden^Mo- narchie zu schreiben. Es sollen erbauliche Sachen an den Tag kommen.
Ich bin angeklagt worden:
2) der Beleidigung hoher Nationalversammlung (bis zu 2 Jahr Gefängniß!), weil ich die Erklärung abgegeben hatte, die Nationalveriammluug sei absolut ohnmächtig (durch die Gnade unserer Sonnensystems -Fürsten) und es sei eine eben so fruchtlose Bemühung, in die Nationalversammlung zu gehn, um ihr die verlorene Macht wieder zu geben, als wenn man den Teufel (hätte auch sagen können: Mohren!) weiß waschen, und sich zu dem Ende in die Hölle (beziehungsweise nach Afrika!) begeben wolle.
Durch das bald zu hoffende Verschwinden der betreffenden Objecte werden sowohl die Beleidigungen der Majestäten als auch der Nationalversammlung aus den Annalen der Criminalproceßgeschichte wegfallen. H. Heise.
Rcdactionslciden.
Der Redaction ist ein „Brieflein fein, Brieflein klein" zugegangen , welches also beginnet:
„ Ihre Schreibereien in der Hornisse werden immer interessanter, d. h. lächerlicher und fade." (Soll wohl heißen: fader?}
Hierauf lacht der Verfasser den Redacteur eine halbe Seite lang aus und erklärt ibn dann für einen Narren, eigentlich nur für einen N — . (Wir sind aber so delikat nicht: also Narren!) Nunmehr schildert der Briefsteller die Umstände, unter denen von den hohen Herrschaften besagte Hornisse gelesen würde, in langweiligen Stunden nämlich (kommen wohl bei selbigen Herrschaften öfter vor?) und zum Zeitvertreib (arme Hornisse!). Folgt Aus- lachen und Warnung, nicht über kirchliche Sachen zu sprechen, namentlich nickt wie in Nr. 24 geschehen (der Damen wegen!) Sodann Erklärung: daß Väter, Pfarrer und Lehrer (so theilt sich nämlich die aufsihende Menschheit ein!) sehr wohl daran thäten, der Jugend das Lesn der Hornisse zu verbieten. — Folgt eine Darstellung der Lage des Redacteurs gegenüber der Stadt, und Warnung, sich auf der Straße nicht bücken zu lassen. Hierauf wörtlich: „Meiner Meinung nach werden Sie die meisten Hornissen herausgegeben haben denn es mus edlich der Sache mal gesteurt werden, wenngleich der DUmste
sich wenig nach den Witzen richtet." (Es ist himmelschreiend ! )
„ Diese Zeilen sind in Gegenwart einer großen Gesellschaft (hoffentlich recht fidel gekneipt? ) geschrieben und bm ich dazu aufgefordert." (Vermuthlich der Löwe der großen Gesellschaft.)
„ Diese meine Handschrift im höchsten Grade entstellt wird darauf deuten, daß ick es nicht geschrieben." (Etwas dunkel, aber der gute Willen zu loben. Hilft indessen nichts, da wir vermöge der Volkspolizei den Schreiber bereits kennen.)
„Fortsetzung folgt." (Wird honorirt.)
„In Eile." (Warum so rücksichtsvoll, vermuthlich wegen der Orthographie!)
Also schließet die Epistel des eiligen Löwen der großen Gesellschaft an den Redacteur. Segne dick Gott!
Polizei-Wachtdienst-RapPort
Nacht-Patrouille am 4. December 1848.
Bezirk Oberneustadt.
Die Zusammenkunft in Nr. 129 dauert fort. Bezüglich deS Zweckes derselben kann ich nur meinen früheren Rapport bestätigen.
Ein Spielklubb ist cs nicht, — denn ich sah bisher weder Karten, noch Selb. Auch ist es kein Maureroder Pietisten-Klubb, — das sah ich zu deutlich aus dem Benehmen der Mitglieder. Für rothe Republikaner halte ich sie am allerwenigsten, am ehesten aber für eine geheime Gesellschaft politischer Spione.
Ein genaues Signalement der einzelnen Mitglieder kann ich heute noch nicht abgeben, wohl aber Personen bezeichnen, mit welchen die Kerle auffallende Ähnlichkeit haben. Einer gleicht sehr dem General B., ein Anderer dem Dr. Sch., ein Anderer dem Fabrikanten M., ein Anderer dem Sekretär des geheimen Kabinets, und noch ein Anderer dem sog. Pozegänschen.
Nächstens werde ich als Bettler mich bei ihnen ein- zuschleichen versuchen und dann weiter berichten.
Der Polizei-Offiziant
Munter.
Korrespondenz. — Ein ganzes Regiment protestirt gegen die Ernennung des Hrn. v. O. zum Generalprofoß. Er müsse platterdings auf seinem Platze bleiben , da selbst auè Rußland kein besserer zu beschaffen wär, qls er. Dient ebenfalls dem Kriegsminister zur Nachricht. — Was gedenkt der Sckutzwächrer R......I mit den an ihn aus dem Grunde abgelieferten Waffen anzufangen, weil man wohl unter einem freien Manne, aber nicht unter Hrn. R......l dienen will? Kleinigkeit! Hr. R......l versendet die Waffen an Hrn. Schimmel.... und Fürst.....! — Hr. X. frägt an, welche Bergttrung der B. E W...f als Bauspion erhalte? Gehört vor die betreffende Direction.
Kassel. — Verantwortlicher Herausgeber: J. C. Z. Raabè. — Druck der >èstt euue' seyen Buchdruckerei.
Portrait 9fobctf Nlum s, des Märtyrers deutscher Freiheit, ermordet von einem deutschen Fürsten. Preis 3 Sgr.