Einzelbild herunterladen
 
  

100

von unserem Herzen, in Wien ließ der deutsche Kaiser, seine deutschen Unterthanen durch die Czechen abschlachten die Nationalversammlung genehmigte den Plan.

Nachdem Wien von Deutschland abgefallen war, hatte der Potsdamer Gaukler ein leichtes Spiel. War die Centralgewalt schon lächerlich genug, so war sie nunmehr vollends ohnmächtig, oder sie mußte preu­ßisch werden. Johann ohne Land, der Prinz aus dem Hause der abgefallenen Deutschen, der Prinz aus dem Hause der Croaten, mußte unmöglich werden, die kleinen Lappenstaaten, von denen zwei Drittel republikanisch, und gegen die Centralgewalt in offenem Aufruhr, sind nicht im Stande, den Trotzkopf der Potsdamer Ma­jestät zur raison zu bringen, die paar Reichöcommissare können füglich mit Fußtritten behandelt werden, weil das ganze preußische Volk in Hinsicht auf die Centralgewalt mit dem König einverstanden ist, Seine Majestät brauchen nur mit Höchstihren Truppen im Einvernehmen zu stehen, und Preußen ist von Deutschlands Centra l- gewalt loö und ledig, oder die Centralgewalt wandert nach Potsdam. Ein schwarzer Punkt war nur in dem rosigen königlichen Plane: Preußen hat keine Croaten, Preußen ist deutsch, in Preußens Provinzen spukt die Republik. Um Preußen der kaiserlich-republikanischen Centralgewalt zu entziehen, um in Preußen das monarchische Princip zu retten, mußten nicht blos eine Handvoll Deutscher, sondern die Re­publik selbst geschlagen werden. Die Champagnermajestät hatte daher vollkommen Recht, als sie im Beginn des Kampfes die Erklärung gab, daß sie y a banque spiele, daß möglicherweise die Krone, das Haus Hohenzollern, fallen könne. Aber die Majestät beruhigten sich über den Punkt. Wenn die Centralgewalt zu nichts gut war, so war sic es doch, wenn es galt, der Freiheit das Genick zu brechen, die Republik unmöglich zu machen. Um nur die Freiheit, die man Anarchie nannte, um nur die Träume der Republik los zu werden, diente die Centralgewalt willig den Sondcrgelüsten des Potsdamer Cabinetö, die Centralgewalt nahm keinen Anstand, die Einheit Deutschlands zu opfern, weil sie die Freiheit opfern wollte. Meine Leser werden sehen, daß ich dieseömal sehr ruhig schreibe, ich werde also auch bei diesem Gedanken keinen Fluch zu Papier bringen. Die Champagnermajcstät beruhigten sich über diesen Punkt um so mehr, weil neben der Centralgewalt auch die Hülfe der Cosaken und Baschkiren zu erwarten stand, weil gegen.die Republik der Kaiser Nikolas seine 300,000 Mann versprochen hatte. Die Centralgewalt und die Cosaken bei einer solchen Aushülfe konnte man den Kampf un­besorgt riSkiren.

Der Kampf hat begonnen, vielleicht naht er schon seinem Ende. Die Republikaner sind im Einverständniß mit der Centralgewalt in Belagerungszustand erklärt, die Nationalversammlung zu Berlin ist im Einverständniß mit der Centralgewalt auseinandergesprengt, ihrer Papiere beraubt, ihrer Wirksamkeit mit brutaler Gewalt ent­zogen. Die Monarchie scheint auch ohne Cosaken fertig zu werden.

Jetzt also sühlt der edle Gagern, daß es in Deutschland brennt. Jetzt also sieht der edle Gagern ein, daß Deutschland abgethan ist, daß er selbst eine Fratze geworden ist. Jetzt also begreift der edle Gagern, daß ein kühner Griff nöthig ist.

Ein kühner Griff ist allerdings nöthig. Mit der kaiserlich-republikanischen Centralgewalt hat sich der Yble (hagern blamirt, die Centralgewalr muß entweder kaiserlich oder republikanisch werden. Kein Mensch wird im Zweifel sein, wie der zweite kühne Griff des edeln Mannes auSfalleu wird: Der edle Gagern wird einen Kaiser Vorschlägen. Er wird schaffend weiter bilden, er wird einen Kaiser schaffen und damit die deutsche Erniedrigung >o weit bilden, wie nur möglich. Nachdem er Deutschland bis an den Rand des Verderbens gebracht hat, wird er aus der Noth eine Untugend machen und Deutschland dem Satan verschreiben. In der Kürze wirv Deutschland nach dieser Richtung hin bearbeitet werden, wir werden ferner baffermannsche Hymnen auf die Liebenswürdigkeit des Potsdamer Hören, man wird unS belehren, daß der Ehrgeiz des Königs eine sehr erbauliche Sette semes Charakters sei, daß Seine Majestät nach befriedigtem Ehrgeize der Glanzpunkt der Weltgeschichte, "Ölbild aller Genies, ein Friedrich der Große, Julius Cäsar, Napoleon, ein milder Vater, ein gerechter . ' fun .' nui btnem Worte, daß er Gott selber sein werde. Seine Majestät werden sich während dieser Zeit er^ or ere» ung aus den Messias sehr königlich benehmen, und nicht gerade die Centralgewalt vor den Kops 1 open. ine awstät werden so bescheiden jein, die Karten vorerst nur durch einen beliebigen Dritten ausspielen Deutsche Volk im neuen Rausche der Begeisterung unter Trommelwirbel und Kanonenschlag dem Bewiither Gagerns d.e Krone reicht. Allah ist groß, die deutsche Dummheit ist noch größer! deiner Geduld uud^ ^ ^ ^ Heldenthaten deiner Vertreter zu Frankfurt, daS sind die Folgen verrathen in deiner ' ^ '".gen, unüberwindlichen Vertrauens, daß du so weit gedemüthigt, so tief einend T ^ «n einen deutschen Kaiser aus dem Hause Hohenzollern, um jetzt an ick Wttb m a^ ^ Odrich Wilhelm IV. von Preußen denken zu müssen, desselben Fried- alaubtâ ' So feru stebst ^ schleudertest, dessen Haupt du dem Galgen verfallen

$ 1 uer Hreiheit deiner Märztage, so schmachvoll verblendet ist dein Herz und Verstand,