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zu verhindern vermöchtet, vorausgesetzt, daß ihr euch selbst nicht wieder von euern Plätzen stoßen, daß ihr dem Adel nicht wieder zu seinem Rechte, dem Absolutismus nicht wieder zu seiner Gesetzmäßigkeit verhelfen wollt.
Die Revolution wird vollendet. Es ist nicht mehr die Revolution eines Standes gegen den Stand, es ist jene wilde, atomistische Revolution, wo heute diese, morgen jene Massen zusammenstoßen, es ist die Revolution jenes zerschlagenen Volkes, dessen einziger Kitt daS Geld, der Besitz ist, dieses Geld und dieser Besitz, der, wie Hecker sagt, zur fahrenden Habe geworden ist, der also eben kein Kitt ist.
Daß ich noch schließlich es erwähne. Das Volk kennt sehr wohl jenes euer Spiel mit der Heiligkeit des Purpurs; hütet euch, daß es dieses Spiel nicht Seinerseits beginnt. Ihr schreit von einer Reaction, die von unten komme. Diese Reaction wäre möglich, wenn das Volk so bübisch wär', als ihr, wenn das arme, zerlumpte Volk nicht mehr Ehre, mehr Aufrichtigkeit , mehr Begeisterung für Freiheit in der Brust trüge als ihr. Sie wäre möglich, wenn, nachdem die letzte Revolution, die Revolution gegen das Spießbürgerthum des Capitals mißlungen, das geschlagene, von euch mit Kartätschen bezwungene Volk, seine Fäuste dem Adel, dem Fürsten, überhaupt den von euch zertrümmerien Gewalten anböt. Seid aber ruhig, ich wiederhole eS, das Volk, was ihr jetzt kaltblütig hinschlachtet, ist ehrlicher denn ihr.
Vertrauen.
Wie kraftlose Mütter, 1 welche ihren Neugebornen nur milchleere Brüste anbieten können, nach mehrtägigen vergeblichen Versuchen ihre Zuflucht zum Zwiebacksbrei nehmen, um jene kleinen Unglücklichen damit auszuläppern , die schon vor ihrer Geburt — vielleicht durch eine Pariser Schnürbrust — um die süße nahrhafte Muttermilch betrogen worden sind, so pflegt eine ohnmächtige, hinfällige Regierung in Ermangelung jeder anderen Nahrung ihr unglückliches Volk stets mit der läppischen Kost „Vertrauen" aufzufüttern.
„Vertrauen" ruft schon der Rektor in der Schule dem Knaben zu, „Vertrauen" mußt du zu deinen Lehrern fassen! — während diese die schreiendsten Ungerechtigkeiten vor Augen der Knaben verüben! -
„Vertrauen" soll der arme Handwerksbursche seinen vaterländischen Regierungen schenken! - während deren feile Schergen nach den Visas seines Wanderbuches ber seiner Heimkehr die Strafzeit berechnen, welche er, weil er vor X Jahren einen schwarz-roth-goldenen (?) Grenzpfahl überschritten hat, zwischen dumpfen Mauern verbüßen muß, indessen seine greisen Eltern, seine Nähe nicht ahnend, die einzige Hoffnung, ihren Sohn wieder
zu sehen, trostlos mit in's Grab hinübergenommen haben! —
„Vertrauen" soll der Soldat zu seinen Oberen haben! — um durch entmenschende Disciplin sich heranbilden zu lassen zu einem fügsamen Schräubchen der großen Höllenmaschine, welche mit Kartätschen und Bajonetten besetzt auf seine Väter und Brüder gerichtet wird, wenn Freiheitsgedanken in ihnen sich regen! —
„Vertrauen" soll der Beamte seinen Vorgesetz, teu! — um, wenn er anders glaubt und betet als sie, für ewig sein Stück Brod trocken essen, und seinen Tagelohn von Ort zu Ort umherziehend verdienen zu müssen! —
„Vertrauen" sollen die Wähler ihren Vertretern! — die zu schwach befunden sind, um „ einen kühnen Griff" auszuführen zur Herstellung Deutscher Einheit, zur Verwerfung eines schmachvollen Waffenstillstandes, zur Ernennung eines nicht fürstlichen Oberhauptes! — So soll das arme Volk von der Wiege bis zur Bahre am windelweichen Gängelbande „Vertrauen" fortgeseilert werden!
Ewig „Vertrauen" und wieder „ Vertrauen! " Stets aber nur bl ind lin gs „ V er tr a uen ford er n ", nimmer gerechtes „Vertrauen gewähren!" Und deshalb herrscht nirgends „Vertrauen". Das fühlt und weiß Niemand besser, als eine ohnmächtige, hinfällige, vertrauenölose Regierung, die getreu dem: „wie es in den Wald hinein schallt, so auch schallt's wieder heraus ", kein „Vertrauen" weckt und genießt, weil sie kein „Vertrauen" gewährt und verdient.
(Schluß folgt.)
In Sachen der Reaction.
Dummköpfe, welche durch die Nationalversammlung in Frankfurt verwöhnt sind, glauben, wenn die Reaction mit Fäusten zu greifen wär', so gäb's auch keine. Ge- scheidte Leute wissen aber, daß die Herren der wahren Reaction so gut wie gemeine Dirnen ihr Wesen erst im Stillen treiben, bis sie unter der Hand alle Schaam verlieren und die Schande offen zur Schau tragen. Dem gutmüthigen Unterthan wird nicht die Zunge aus dem Munde gerissen, sie wird ihm nur ein wenig schwer gemacht, man wirft ihn nicht geradezu in die Gefängnisse, man umzingelt ihn nur mit einer genügenden Anzahl Polizeischergen. Die ächte Reaction ist der gcborne Jesuit, der nicht auf den Märkten schreit, sondern in den Kammern umschleicht, seinem Feind ins Genick fällt, oder, wie ein Tiger erst seine Kreise zieht, ch' er den Sprung wagt, — — her erst mordet, wenn er sicher ist, daß das TodeSröcheln in leerer Luft verhallt, der keine Hetzjagd beginnt, aber das Wild Schritt vor Schritt bis an die Grube treibt, er selbst nicht, aber seine Helfershelfer, von denen Niemand weiß, in wessen
(Hierzu eine Beilage.)