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zu legen, nicht gewillt, ihm auch nur ein Titelchen Anerkennung zu Theil werden zu lassen, daß sie viel­mehr gesonnen ist, sein Heil ganz und gar in die Hände derer zu legen, die zum großen Theil seine gebornen Feinde sind, in die Hände der Spießbürger.

Das Institut der Bezirksräthe bot die Möglichkeit dar, einen Grund zu der friedlichen Lösung der sozialen Fragen zu legen, alle Klaffen und alle Klassen dieser Klassen der Gesellschaft über ihr wechselseitiges Interesse aufzuklären, dem Arbeiter einen Schimmer, sage nur einen Schimmer von Hoffnung zu geben; aber nein! — auch hier, hier, wo es ohne Gefahr für den Staat möglich, wo es für eine gedeihliche Entwickelung deS Instituts sogar nothwendig war, den Arbeiter in das Staatsgetriebe hineinzuziehn, das Proletariat zu bethei­ligen, auch hier wird es wieder auf den leeren Klang des Vertrauens angewiesen, in die Vorzimmer seiner Patrone verstoßen. Will man denn gar nicht einsehn, daß man auf diese Art die Revolution unversöhn­lich macht?

Welche Angst liegt in der Art, wie man die Be­zirksräthe zu wählen gedenkt, welche Fürsorge für den Besitz, das Capital, welche Verkennung der Wahrheit, daß es nicht blos darauf ankommt, Krämer, Handwer­ker, Ackerbauer und Gelehrte, sondern vor allen Din­gen die Gewerke in sich selbst zu versöhnen, daß es jetzt Hauptsache ist, einen „kühnen Griff" zu thun. Aber nein! Jede Wahlbewegung ist ein Gräuel, sie wird deshalb vermieden. Man macht lieber ein so wichtiges Institut, an dessen Spitze die soziale Kammer, und an deren Spitze wieder das soziale Parlament ge­hört, von vorn herein impotent, man behängt es mit ein wenig politischem und sozialem Flickwerk, und läßt dann Gott einen guten Mann sein. Aber noch einmal, nein! man will ja gar keinen sozialen Kör^ per, — man will das Spießbürgerregiment.

Hauptmann Z. titulirt seine Compagnie nicht „ Ben­gel", „Kerls " re. re., sondern mit ritterlichem Schwung: „ verdammte Lausjungen!" —

Lieutenant R......d will, sobald 's einmal los­gebt, die Republikaner zerreißen. — Wird so schlimm nicht werden.

Pfarrer L. hat jüngst erklärt, an der diesjährigen schlechten Kartvsselerndte wär' Niemand Schuld als die Republikaner. Der himmlische Vater wolle die ver­fluchte Secte für ihr Rumoren vertilgen. Mag sein, - wenn die Republikaner nur nicht daran Schuld sind, daß Hr. Pfarrer L. christlicher Pastor ist. Gottes Zorn würde sie in diesem Fall nicht blos diesseits, sondern auch jen­seits verdammen. '

Pastor Sch. läßt seit einigen Tagen in seinem Spren­gel Haus für Haus nachfragen, ob die Leute etwa zu einem andern Glauben übergetreten wären, er sähe sie so wenig in der Kirche. — Das nicht, die Leute wer­den aber vielleicht von dem Recht Gebrauch machen, nicht mehr taufen zu lassen. Es kommt zu theuer.

Offene Spalten.

Heilig, heilig, heilig ist die Nationalversammlung zu Frankfurt. Noch acht Tage haben wir Zeit, dieser unserer Nationalversammlung unseren Unwillen über ihre durchlauchtigsten Beschlüsse zu erkennen zu geben, von da an droht, wie zu erwarten war, jedem Tadel Ge­fängniß, jeder Kritik der Feuertod. Die Rechte hat sich somit durch Bajonette und Zuchthausstrafen auf ihren Priesterstühlen sicher gesetzt, sie kann nun in Ehren und Frieden, zur Ehre Gottes und der deutschen Ge­schichte die Diäten verzehren und des deutschen Reiches Zukunft abstecken. Die nationale Partei zu Cassel ist nunmehr überflüssig. —

Aber schmachvoll ist es doch, für politische Verbre­chen Zuchthausstrafe erkennen zu sollen, und schlau und so recht auf den deutschen Beamtenkitzel berechnet war es, dem neuen Ceusuredicte des einigen deutschen Reichs den berühmten Erlaß deö Reichsjustizministers vorauszuschicken, Damit die „Kleinen im Heere" erst gehörig willfährig gemacht, erst gehörig eingedünkelt und verhimmelt wurden.

— Während man in Frankfurt daS Volk durch Bom­ben und Eisen von seinen Behörden trennt, hat das Wiener Volk eS für geeignet gefunden, eine abermalige Revolution gegen seine Regierung zu beginnen. Das Wiener Volk wird allmählich zur Erkenntniß kommen, daß erst der letzte Rest der kaiserlichen Camariüa, deS schaamlosen WeiberregimentS, d. h., daß erst das Haus Habsburg selbst vernichtet sein muß, ehe Oesterreich Ruhe findet, ehe die Einwirkungen der preußischen Jun­ker- und englischen Diplomacenwirthschaft aufhören, ehe man vor den Fäusten eines Radetzki, Iellachich re. ge­borgen ist. Wie doch die Linke in Frankfurt das Alles vorauSgesehn hat! Wie verblendet doch jene Menschen sind, die da der süßen Hoffnung leben, ihre Dynasten wür­den glücklich sein, wenn ihr Volk glücklich ist, oder gar jene, die da glauben, die Fürsten würden über kurz ru­hig uu» friedlich vom Throne steigen und Feldwirthschaft treiben.

Zur Nachricht.

Gilt erhaltene Exemplare der Nrn. 5, 8 und 9 dieses Blattes tauschen wir gern gegen diese oder eine jede der früher erschienenen Nummern ein.

Die Expedition.

Kassel. verantwortlicher Herausgeber: J. C. I. Raabë. — Druck der lLst» euveZcheu Buchdruckern.