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oder betrogener Proletarier in seine zum Verzweifeln engen Schranken zu weisen? Ist es eine Lüge, daß der Rest der Vertheidigungsmittel , welcher den ausgestoßenen Volksklaffen geblieben ist, euch nemlich, die ihr für die Freiheit eurer jetzigen Herren ausgestanden seid, ihnen nur zum Hohn und Spott geblieben ist, geblieben ist, um ihnen endlich mit Kanonen und Kartätschen genommen zu werden? Ist eS eine Lüge, daß gerade diejenigen unserer Mitbürger, denen alle Rechte verweigert, für die alle Hallen der Gerechtigkeit geschlossen sind, die nichts besitzen, nichts als den Ruhm der Aufopferung, daß gerade diese, denen für den verzweifelten Fall daS Schwert des Eroberers zu wünschen wär, fortwäh­rend auf die nackte Faust und den düsteren Blick ihres Auges angewiesen sind?

Wahrlich, mein Volk! es ist ein thörichtes Begin­nen , in deiner bettelhaften Nacktheit deine Revolution vollenden zu wollen, jetzt, nachdem du die Arsenale mit deinem Blute erbrochen hast, um die Faust deiner Zwing­herrn zu bewaffnen, um in deiner Gutmüthigkeit für eine halbe Million deiner Feinde Pulver und Blei zu erobern! Es ist ein Wahnsinn, deinen Verräthern zu der Freude, dich übertölpelt zu haben, noch die weitere Freude zu bereiten, dich mit kaltem Blute niedermetzeln, aus deiner Bahre das Siegeszeichen ihres Heldenmuthes aufpflanzen, an deinem Grabe Hymnen auf ihren bru­dermörderischen Waffenruhm singen zu können.

Wo sind die Waffen? Dort sind sie, mein Volk, wo der Uebermuth des Besitzes, die Wollust des befrie­digten Ehrgeizes schwelgt, dort, wo man für deine Klagen kein Ohr, für deine Leiden kein Auge, für deine blutenden Wunden keinen Balsam hat, dort, mein Volk, wo man für dich nur Worte der Verachtung hat, die im besten Falle nur so weit geht, dich in späterer Zeit vielleicht einmal mit ihrer Herablassung bedenken, dich nicht geradezu auö der menschlichen Gesellschaft auf ewig für ausgeschlossen erklären zu wollen.

Unglückliches Volk! Wenn nicht die Blitze des Himmels dir zu Hülfe kommen, wenn deine Götter nicht für dich in den Kampf zieh», wahrlich! deine Mörder werden dich lauter und lauter verlachen und deinem TodeSröcheln die Ruhe des Satans entgegensetzen. Sie werden den Bürgerkrieg mit Gewalt heraufbe- schwören, uud dich mit kaltem Blute in seinen Abgrün­den begraben.

In Sachen der Eide.

Unsere Landstände schwören vor wie nach, sie wollten daS unzertrennliche Wohl des Fürsten und Va­terlandes im Auge behalten.

Unsere Beamten schwören vor wie nach, dem Fürsten treu, gewärtig und Gott weiß waS sonst zu sein.

Unsere Soldaten schwören vor wie nach, nicht blos

dem Vaterland, sondern auch dem allerdurchlauch­tigsten Kurfürsten treu zu sein.

Ich will des Teufels sein, wenn ich weiß, wie Landstände, Beamte und Soldaten diese Eide in einem Staate auffassen, der nach allerhöchsten Proklamationen auf den breitesten democratischen Grundlagen ruht.

Um zu verhüten, daß gewissenhafte Landstände, Be­amte und Soldaten ihr Lebtag von Gewissensbissen gequält, oder durch die vergebliche Bemühung, die ver­zweifelten Widersprüche ihres Eides zu lösen, der Arbeit entfremdet und schließlich zum Wahnsinn gebracht werden, erlauben wir uns auf völlige Aufhebung dieser Eide, be­ziehungsweise auf nachfolgende Eidesformel anzutragen:

„Wir schwören, eingedenk unserer Pflichten, „ für das Wohl des Vaterlandes zu leben und „zu sterben, so wahr uns Gott helfe."

Allerdings!

Vieles hat man unS gegeben,

Vieles hat man schon gebessert! Und eS bleibt das deutsche Leben Verprofessert und verwässert.

Die Verfassung bleibt ein Kunstgriff — Um zu bilden^ hie Minister!

Und das Ständehaus ein Dunstschiff Für die Wünsche der Philister!

Niemand weiß, wohin es segelt, — Doch die Fürsten stehn und lachen: „Hat das Volk sich ausgeflegelt, „ Kann man gut in Steuern machen."

Hört! Hört!

In Hofgeismar eristirt ein Mann, der Bürgermeister und Advocat ist, mit dem Wohl der Stadt sein eigenes besorgt und sich mit dem ersten Buchstaben Weiß schreibt. Diesen Herrn frage ich, wie er mit seinem Gewissen, er, ein Vertheidiger der Unschuld, ein Anwalt des Rechts, sein Verhalten zu einem schlichten Bürger aus Hombressen verantworten mag, der das Unglück hatte, von ihm ein Darlehn von 50 Thlrn. aufzunehmen und ihm dagegen zwei Klagen auf 72 Thlr. abzutreten? Dieser Mann erwartete, eine ziemliche Summe an sei­nem Advocaten gut zu behalten, statt dessen überreicht dieser bei der endlichen Abrechnung dem erstaunten Landmann — hört! — eine Rechnung von 131 Thlrn. — sage 131 Thlrn.! — Glaubt einer das? Hätte der Mann dem Hrn. Weiß die 50 Thlr. zurückgezahlt und die 72 Thlr. geschenkt, und von vier Jahren die Zinsen bezahlt - er hätte immer noch mehr Vor-