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und kann diese nur von einem bösartigen Menschen aus­gehen; nie kam es mir in den Sinn, solche Ausdrücke mir zu erlauben. Dies zu meiner Rechtfertigung.

Kassel, den 15. Juni 1848.

Blume.

Auf die Erwiederung der Herren Schreinerzunftmeister, Grün und Henkel, bezüglich der »Erklärung der Schreinergesellen der Stadt Kassel«, finden die Letzteren sich veranlaßt, Folgendes zu veröffentlichen.

Von vorn herein erklären die genannten Herren Zunft­meister, daß die fragliche Angelegenheit auf einem Mißver­ständniß beruhe! — O, über die unseligen Mißver­ständnisse! Diese haben noch nie etwas Gutes, aber sehr oft unsägliches Unheil angestiftet! — —

Was die Erwiederung unserer Schrift durch die Herren Zunftmeister selbst betrifft, so widersprechen sich diese Herren selbst. — Man vergleiche in der Erwiederung die 2te, 3te und 5te Zeile mit der 13ten, 14fen und 15ten Zeile. — Gewiß ist das auch ein Mißverstä'ndniß.

Es bleibt sonach bei unserer früheren Erklärung — und damit — Punktum.

Wilhelm Klein. August Müller. Friedrich Hofmeister, Altg.

Tages-Chronik.

Triest, 9. Juni. Der Contreadmiral Albini scheint es darauf angelegt zu haben, uns jede Nacht ein bischen aus dem Schlafe zu rütteln, obgleich ihm der Spaß doch theuer zu stehen kommt. Um 14 Uhr Nachts ertönte wieder vom Hafen das Allarmzeichen; und sofort war die Bürgerwehr, die Territorialmiliz wie das Militär auf ihren Posten. Um 2 Uhr fuhren zwei feindliche Dampfer sehr nahe an die Batterien, von welchen sogleich auf dieselben gefeuert wurde. Die Kugeln trafen gut, eines der Dampfboote verlor den Mastbaum und mehrere der Mannschaft sollen getödtct wor­den sein. Nach etwa 17 Schüssen trat wieder Stille ein, die weiter nicht unterbrochen wurde. Wir machen uns dar­auf gefaßt, heute wieder gestört zu werden; aber am Ende werden wir uns, wie an so vieles Andere, auch hieran ge­wöhnen. Die gestern aufgebrachten Schiffe wurden wieder freigegeben.

Stockholm, 7. Juni. Unsere Truppen sind noch nicht ein geschifft nach den dänischen Inseln und die officielle Zeitung Post och Inrikes Tidn ngar spricht von einer Ueberfahrt eines Theils des Heeres als von einer noch nicht ausgemachten Eventualität. Sie sagt: das Armeecorps in Schonen bleibt, wenn es nicht Befehl erhält, nach den dänischen Inseln zu gehen, unter General-Lieu­tenant Cederström's Oberbefehl. (General Lefren würde die Truppen nach Dänemark führen.) — Die Rüstungen wer­den fortgesetzt und noch immer Verlicitationen vom Kriegs­departement ausgeschrieben. — Die für die Abwesenheit des Königs gebildete Regentschaft ist heute zusammen getreten. Königliche Bekanntmachungen haben sie am 5. proklamirt.

Mainz, 12. Juni. Gestern Morgen wurde in dem

Akademiesaale des hiesigen kurfürstlichen Schlosses die erste deutsche National- Buchdrucker - Versammlung eröffnet. Gegen 9 Uhr zogen die sämmtlichen Deputirten. das Frankfurter Buchdruckerbanner an der Spitze, dem Schlosse zu, wo alsbald die Verhandlungen ihren Anfang nahmen Das ganze deutsche Vaterland hat Abgeordnete hieher gesandt, und diejenigen Städte, welche das nicht gethan haben, doch größtentheils Zuschriften mit ihren An­sichten eingeschickt über die Mittel zur geistigen und mate­riellen Hebung und Förderung des Gehülfenstandes, so wie überhaupt der ganzen Buchdruckerkunst.

Berlin, 11. Juni Die »Elberfelder Zeitung« theilt nachstehenden Antrag »an ein hohes Präsidium der preu­ßischen National - Versammlung « mit: » In Erwägung daß während der heutigen Kammersitzung eine Volksdepu­tation bereits bis in das Vorzimmer gedrungen; der Hr. Minister v. Arnim beim Heraustreten aus dem Ständc- saal durch das Volk insultirt worden; mehrere Abgeordnete sich durch eine Hinterthür in Sicherheit bringen wußten: erklären wir die Nationalversammlung im Zu­stande der Unfreiheit, und tragen darauf an, daß deren Sitz sofort nach einer anderen Stadt verlegt werde, (gez.) Harkort. Hambloch. Müllensteffen. Kehl. Windhorst. Reygers. Dr. Funke. Diesterweg. Ritz v. Brunnek. v live Dr. Sommer. Groos. Upmeyer und Andere.«

Marburg, 14. Juni. Außer dem Bayrhoffer'schen besteht dahier seit einiger Zeit noch ein anderer demokrati­scher Verein, der sich den Namen »Gesellschaft der reinen Republikaner zu Marburg« beigelegt und die Gironde zu seinem Vorbilde gewählt hat Derselbe hat in der Person des Kaufmanns Fr. Ullrich von hier den Kongreß der De­mokraten beschickt.

Kassel. — In der gestrigen Volksversammlung wurde die von dem Volkskomitè vorgelegte Geschäftsordnung be­rathen und mit einigen wenigen Abänderungen genehmigt. Hierdurch ist erst ein geregelter Gang in das ganze Insti­tut gebracht und zugleich die Stellung des Volkskomitès begründet worden, so daß nunmehr hierüber kein Zweifel mehr obwalten kann. Jetzt ist auch die Möglichkeit gege­ben, eine Wirksamkeit zu entfalten, die bestimmt für die Folge nur gute Früchte bringen wird. — Der zweite Ge­genstand der Tagesordnung betraf den Bericht der zum Ge­werbe-Kongreß nach Hamburg abgeschickten Deputirten, welchen wir in unserer vorigen Nummer mitgetheilt haben; nach Verlesung desselben ward die Versammlung geschlossen.

Bekanntmachungen.

22. Raumnadelketten für Bürgergarde und Schutzwache sind fortwährend zu haben, so wie alle Sorten Insekten- und Käfer- Stecknadeln bei

G. Ackermann,

Mittelgasse Nr. 217.

23. Unterzeichnete ertheilt gegen ein billiges Honorar gründlichen Un­terricht im schulgerechten Gesang, sowie Anfängerinnen auch im Clavier- und Guitarrespiel.

Ch. S. Geist,

am Markt Nr. 372, dritte Etage.

Kassel. — Verantwortlicher Redacteur und Verleger: S. Hahndorf. — Druck der Estienne'schen Buchdruckerei.