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Bestimmung ergeben zu lassen, daß eine Sammlung auf dem Wege der Unterzeichnung nicht geschehen solle. Wir vollziehen diesen Beschluß und fordern nunmehr einen Je­den ohne Unterschied auf, nach seinen Kräften zu diesem hochwichtigen Zweck fein Scherflein beizutragen. Die Wich­tigkeit und Nothwendigkeit ist hinlänglich anerkannt, sie betrifft nicht bloß die Bewohner der Küsten, sondern auch den Gebirgsbewohner; sie berührt nicht allein den größten Kaufmann, welcher nur überseeische Geschäfte treibt, son­dern auch den geringsten Krämer einer Dorfgemeinde. Auf denn, Kurhessen! deutsche Männer! das Volk hat die Lei­tung seiner Angelegenheiten selbst in die Hand genommen, nachdem die Regierungen Jahrhunderte lang ihre Aufgabe nicht begriffen Auf denn! rufen wir euch zu, ein Jeder gebe nach Kräften, damit eine deutsche Flotte erstehe. Auch der geringste Beitrag ist ein willkommenes Opfer auf dem Altar des Vaterlandes, des bald großen, einigen und star­ken Deutschlands! Beiträge nehmen die Herren Herbold, Lücken und Mu hm in Kassel, sowie sämmtliche kurhessi- sche Zeitungsredaktionen an *); die noch insbesondere er­sucht werden, diese Aufforderung aufzunehmen. Wir ersu­chen alle verehrliche Gesellschafts-Direktionen, sowie die Inhaber öffentlicher Lokale, Sammlungen zu veranstalten und die eingegangenen Beiträge dem unterzeichneten Ko- mite zugehen zu lassen. Die Centralkassenverwaltung wird vom Volkskomitè geleitet und die eingegangenen Beträge wöchentlich veröffentlicht.

Kassel, den 1. Juni 1848.

Das gewählte Nolkskomitë; dessen politischer Ausschuß.

Hahndorf, k. A.

Hanau. Nachdem der bisher bestandene Volksrath dahier, wie durch öffentliche Blätter bereits bekannt gewor­den , wegen seines unzureichenden Mandats sich aufgelöst hat und durch direkte Wahl ein neuer Volksrath gebildet worden ist, so brachte derselbe dem Volke folgendes Man­dat in Vorschlag:

»Die Bürger und Einwohner Hanau's, von dem ihnen verfassungsmäßig zustehenden Assoziationsrecht Ge­brauch machend, haben durch direkte Wahl einen Volksrath erwählt und beauftragen denselben: 1) Die Volksversamm­lungen lebendig zu erhalten, für die Würde und Ordnung in denselben Sorge zu tragen und für politische und mora­lische Belehrung des Volkes zu wirken; 2) dem Volke Mit­tel vorzuschlagen, alles das möglichst schnell zu ver­wirklichen , was in den Kurfürstlichen Proklamationen vom 7. und 11. März d. J. versprochen worden; 3) die Män­gel in unserem Staate mit regem Eifer zu ermitteln und abhelfende Schritte in Vorschlag zu bringen; 4) die volks- thümliche Entwickelung der politischen und sozialen Zustände unseres gemeinsamen deutschen Vaterlandes, nament­lich aber deren hauptsächlichste Garantie, Volksbewaffnung in Verschmelzung mit den stehenden Heeren im Sinne der

♦) Die Redaklion ist erbötig, Beiträge anzunehmen.

Hanauer Petition vom 11. April L I, fördern zu helfen und zu dem Ende mit andern zu gleichen Zwecken bestehen­den Vereinen in Verbindung zu treten. Zugleich legen die Bürger und Einwohner der Stadt Hanau dem Volksrathe die unabweisbare Pflicht arif, nach Kräften hinzuwirken, daß 5) Willkür und Gewaltthätigkeiten , wie sie auch Namen und Form tragen, und von welcher Seite sie kommen mögen, verhütet und abgewehrt, dabei die nöthigen Rücksichten auf Zeit und Verhältnisse zur Geltung gebracht werden. End­lich soll 6) der Volksrath darauf hinwirken , daß alle auf­reizende Individuen unschädlich gemacht, geheime Trieb­federn der Aufreizung ermittelt, namentlich auch den seit einiger Zeit sich kundgebenden reaktionären Bestrebungen zur Herbeiführung von Ueberschreitungen der bei uns herr­schenden Ordnung und einem daraus leicht sich entwickeln­den Zustande der Anarchie entgegen getreten werde.«

Dieses Mandat, welches der Volksrath hiermit zur öffent­lichen Kenntniß bringt, wurde vom Volke einstimmig gut geheißen, wonach der neue Volksrath nunmehr seine Wirk­samkeit eröffnet.

Hanau, den 14. Mai 1848.

Der Volksrath:

Louis Braun. Jakob Koch. Jakob Ott. Heinrich Rauh. August Schärttner. Gottfried Theobald. B. Dcnhard. CH. Lautenschläger. Anton Pclis- sier. H. Rödiger. J. Schreher. W Wagner. Etienne Gärtner. A. Manns. Georg Pflüger. C. Röttelberg. Friedr Sommerhoff. E. Weid­mann. PH. Heydt. A. Nollenberger jun. Georg Pressel. Aug. Ruhl. I. Springmühl. Christ.

Reneaud.

Fromme Wünsche.

Der fromme Wunsch in Nr. 34 dieser Blätter verdient — Beherzigung! Doch wird ergänzend bemerkt, daß nicht alle Adjutanten, Offiziere und Unteroffiziere der Bürger­garde darunter verstanden sein können, da mancher dersel­ben die erforderlichen Kenntnisse in hinlänglichem Maße besitzt. Von andern — namentlich im 1. Bataillon — werden solche eifrig erstrebt, wozu die Gelegenheit dargeboten ist. Möchten dagegen alle übrigen, die der »fromme Wunsch« noch berührt, ebenfalls diese Gelegen­heit benutzen und zu dem Ende sich jeden Mittwoch. Abends 6 Uhr, vor der Katlenburg einfinden Dadurch könnte unser »fromme Wunsch« zur That werden.

Ein Bürgergardist.

Zu der »Spargesellschaft zum gemeinschaft­lichen Ankaufvon Winterbedürfnisten Dassel, 1848« — sind gleich am 3. d. M- bei deren Eröffnung 61 Mitglieder eingetreten, wodurch das Zustandekommen dieser Gesellschaft bereits gesichert ist. Die fernem Beitults- erklärungen und Einzahlungen geschehen Sonnabends von 46 bis 48 Ubr Abends: 1) im Rathhause , 2) im Hallen­gebäude, 3) im Sladtbau.

Kassel. — Verantwortlicher Redacteur und Verleger: S. Hahndorf. — Druck der Estienne nber Situn.ru etnei.