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Jin Kreise Schmalkalden haben verschiedene Kreisbereiter, ein Kreisrath und Zollbeamter eine Unterstützung in Bezie­hung auf die Theuerung der rauhen Fourage erhalten. Hr. Knobel wollte auch diesen Ersatz. Hr. König: Warum wollen wir uns mit solchen alten Posten behellen? wenn wir zur rechten Zeit Großes fordern können, so lassen Sie uns auch Kleines für die Vergangenheit vergessen und diese Posten nicht noch länger fortschleppen. Der Antrag des Hrn. Knobel ward verworfen; der Antrag des Aus­schusses, darüber wegzusehen, aber angenommen. Die Ko­sten der Herstellung des Daches auf dem Museumgebäude mit 2260 Thlr. 6 Sgr. 11 Hlr. und die Hälfte der Kosten für Herstellung des Kuppeldaches über dem halbrunden An­bau sind im Betrage von 945 Thlrn. 3 Sgr. 11 Hlr. geleistet. Da dies Gebäude ein dem Staate aus dem fürst­lichen Fideikommis gemeinschaftlich zustehendes ist, so hätte der Staat auch nur die Hälfte der Kosten zu zahlen. Antrag und Beschluß: Hohe Staatsregierung zu ersuchen, wegen Ersatzes der Hälfte der fraglichen Bauunterhaltungskosten mit der Kurfürst!. Hofverwaltung in Benehmen zu treten und eine Vereinbarung zu treffen, nach welcher für die Zu­kunft der Staatskasse nie mehr als die Hälfte solcher Un­terhaltungskosten zugemuthet werde.

Die spezielle Nachweisung über Verwendung der 50,000 Thlr. zur Herstellung des Oktogons zu verlangen, ward beschlossen. Im Jahre 1845 haben 22 Paare wegen friedlich verlebter Ehe 10 Thlr. erhalten und an einen Vater von 9 Söhnen, 3 Väter von 8 Söhnen und 10 Väter von 7 Söhnen wurden Unterstützungen von 24 und 21 Thalern gegeben. Wie sehr dem vorhinnigen Mini­sterium die Beförderung des Handels und Gewerbes am Herzen lag, geht daraus hervor, daß im Jahre 1844 von den jährlich bewilligten 7000 Thlrn. zur Hebung der Ge­werbe nur 5000 Thlr., im Jahre 1845 aber nur 550 Thlr. verwendet worden sind; dagegen war in der summa­rischen Uebersicht der Betrag um 882 Thlr. 23 Sgr. für die Finanzperiode überschritten. Die Ständeversammlung beschloß ein Auskunftsersuchen über diesen Wiederspruch. An sogen. Salzkreuzern für die Familien v. Hannan, v. Hessenstein und v. Heimrod sind im Jahre 1845 2416 Thlr. 22 Sgr. entrichtet. (Schon vor mehreren Jahren hat die Ständeversammlung ein Auskunftsersuchen über diesen Ge­genstand beschlossen. Wo bleibt das? Ueberhaupt, was hat das für eine Bewandtniß mit dieser Ausgabe?) Die übrigen Posten liefern nichts besonders Bemerkenswerthes. Der Hr. Landtagskommissar theilte auf die Inter­pellation des Hrn. Pfeiffer mit, daß Se. Hochfürstliche Durchlaucht der Landgraf Wilhelm als General der Infanterie keine Besoldung bezöge und der General-Lieutenant v, Lepel sei wegen Dienstunfähigkeit in Pension getreten. Sodann eine Vorlage zur Vermehrung der Forstkulturkosten um 22,000 Thlr., zur Unterstützung von solchen Gegenden, wo die Brodlosigkeit zu bedeutend sei. Wegen des Jagd­gesetzes ward eine Mittheilung, wonach die Entschädigungen wegen dieses Gesetzes bedeutender seien, als früher ange­nommen worden, und außerdem beantragt, den Ausschuß zu beauftragen, mit einem Kommissar zu verhandeln.

In unserer letzten Nummer hatten wir unter dem Titel: »Anfrage und Aufforderung« die in diesen Tagen so viel besprochene Angelegenheit des Vor falls bei der Di­

rektion der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn in Anregung ge­bracht. Gestern Abend kam dieselbe in der außerordentli­chen Volksversammlung zur Sprache und es ward der Be­schluß gefaßt: der Direktion die Mißbilligung eines solchen Schrittes zu erkennen zu geben, und zugleich das Ersuchen zu stellen, die Auflage in ihren politischem Inhalt zurück, zuziehen. Wir lassen nunmehr das fragliche Schreiben hier­mit folgen; es lautet:

»Kassel, den 20. Mai 1848-

» Wir sehen uns veranlaßt, das gesammte Bureauperso­nal der Direktion darauf aufmerksam zu machen, daß die jetzigen Zeitverhältnisse und die Stellung als Beamte einer wesentlich durch das öffentliche Vertrauen begründeten und auf ihm beruhenden Gesellschaft, eine besondere Rück­sichtnahme erheischen. Weit entfernt, auf die Ansichten der einzelnen Beamten Einfluß üben, oder die­selben an der Erfüllung ihrer bürgerlichen Pflichten und Ausübung ihrer bürgerlichen Rechte irgend behindern zu wollen, müssen wir doch wünschen und entschieden fordern, daß keiner derselben sich an öffentlichen Demonstrationen betheilige oder etwas unternehme, was der öffentlichen Ordnung zuwider oder geeignet wäre, Mißstimmung im Publikum zu erregen, oder etwa bei dem letzteren den Glauben zu erregen, als seien nicht alle Beamte der Gesellschaft genugsam beschäftigt.

Insbesondere wird den Vorständen der betreffenden Ab­theilungen zur Pflicht gemacht, mit Strenge darauf zu sehen, daß sämmtliche Angestellte die vorgeschriebenen Bu­reaustunden genau einhalten und diese Zeit lediglich dem Dienste widmen.«

(Circular an das gesammte Bureauperso­nal der Direktion, einschließlich des Bureauper­sonals des Hrn. Maschienenmeisters )

Tages - Chronik.

Neapel, 18. Mai. Ein königl. Dekret erklärt heute die Deputirtenkammer aufgelöst, weil »sie sich noch vor Eröffnung des Parlaments auf gesetzwidrige Weise versam­melt, um einen Charakter einer einzigen konstituirenden Nationalversammlung anzunehmen, einen Präsidenten er­wählt, und indem sie ein Konnte für öffentliche Sicherheit creirte, unter dessen Abhängigkeit die Nationalgarde gestellt werden sollte«. In möglich kurzer Zeit sollen die neuen Wahlen angeordnet werden. (?) Ein anderes Dekret ernennt eine Kommission unter der Präsidentschaft von G. Abatemarco, gegenwärtigem Direktor des Ministeriums des Innern, zur Untersuchung der Vorfälle und Vergehen gegen die innere Sicherheit des Staates vom 1. Mai bis zur Aufhebung des Belagerungszustandes. Die Zahl der gefallenen Sol­daten beläuft sich auf 200, jene der Bürger ist bedeutender, als man Anfangs glaubte und wird, vielleicht etwas über, trieben, zu 1300 angegeben. Leider stellt es sich heraus, daß von Seite der Truppen Grausamkeiten begangen wurden, denn sogar gemordete Frauen und Kinder wurden in den erstürmten Hausern gefunden Die Zahl der an jenem Tage gemachten Gefangenen ist ebenfalls nicht unbeträchtlich, meh­rere deren sollen bereits erschossen worden sein, die andern wurden auf Dampffregatten gebracht und werden wohl einstweilen auf der Insel Ponza aufbewahrt werden; Viele haben sich auf die hier liegenden französischen Kriegsschiffe ge-