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der Rotenburger Quart, um Erhöhung der Apanage im Betrage von 10 pCt. der Revenuen, vom Tage des Heimfalles an, eingekommen seien. Wir hegen im Voraus die feste Ueberzeugung, daß die Herren sich gern werden handeln lassen. — Die Berathung des Gesetzes über die Mitwirkung der Stände bei Besetzung des Oberappellations- gerichts wurde ausgesetzt, weil die Regierung bis zur nächsten Sitzung einen Bericht des betreffenden Gerichtshofs über diesen Gegenstand in Aussicht stellte. — Dr. Lottich ward als Abgeordneter von Salmünster rc. eingeführt und beeidigt. — Hr. Nebel thau berichtete Namens des Budget-Ausschusses über die Proposition hoher Staatsregierung, wegen Bewilligung eines Credits für den Militär- etat. Der Bericht befindet sich in unserm heutigen Blatte.
— Der Antrag des Ausschusses wurde genehmigt. — Hr. König erwähnte bei dieser Gelegenheit ein Gerücht, daß Fonds aus dem Reservefond der Kriegskaffe eine Verwendung erhalten haben sollen, die sich nicht erwähnen lasse; er wolle hierbei nur darauf aufmerksam machen, daß es nothwendig sei, daß der Budget-Ausschuß diesem Gegenstand eine besondere Aufmerksamkeit widme, um falsche Vorstellungen niederzuschlagen. — Der Hr. Landtagskommissar erklärte, daß mit der größten Bereitwilligkeit alle Papiere, Rechnungen rc. vorgelegt werden würden. — Hr. Lederer machte auf die Zinsenbeziehung des Reservefonds aufmerksam. — Nach einigen Erörterungen ward der Ausschußantrag angenommen. — Man ging zur Berathung über den Antrag des Hrn. Nebelthau, die Reorganisation der Hauptssaatskasse, über. Wir haben diesen Antrag bereits in Nummer 8. dieser Blätter ausführlich mitgetheilt und bemerken, deshalb hier nur noch, daß nach einigen Erörterungen zwischen dem Hrn. Landtagskommissar und den HH. Nebelthau, Lederer und Henkel, der Antrag der Staalsregl'erung zur Berücksichtigung mitgetheilt und um Vorlage eines deshalbigen Gesetzes ersucht ward. Hinsichtlich des Berichts über mehrere Gesuche, um Berichtigung rückständiger Fuldaischer Administrationskosten, welcher von Hrn. v. Trott erstattet, ward beschlossen, die Staatsregierung um Auskunft zu ersuchen, wie weit diese Angelegenheit gediehen sei. — Man ging zur Berathung der Instruktion für den bleibenden landständischen Ausschuß über. Und — man denke, es war diesmal kein Scheffer da, der gegen dieselbe Protestation einlegte und sie für unwirksam erklärte! Wie sich die Zeiten doch ändern können! —
Hr. Neb elthau berichtete Namens des Rechtspflege- Ausschusses über die Mittheilung der Staatsregierung zur Einholung der Ansicht der Stände, die Einfüh-- rung der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Gerichtsverfahrens betreffend. Der Antrag des Ausschusses geht dahin, daß eine Vertagung der Zusagen vom 7. und 11. März unthunlich sei und auf ein allgemeines deutsches Gesetzbuch nicht zu warten stehe, und die Umgestaltung des Gerichtsverfahrens sofort vorzunehmen und hierzu die Verfassung des Gerichtsverfahrens in der westphälischen Periode zu benutzen sei und eine Kommission deshalb niedergesetzt werde, welche die Sache sofort berathe und hierzu, außer Mitgliedern der Stände, noch vorhandene Rechtsgelehrte aus der westphälischen Zeit herangezogen werden. — Hr. Lederer begründete einen Antrag wegen Stellung von einigen Staatsdienern des vorigen Systems zur Dis-
poniblität und die Beschaffung der Fonds dafür; — finden sich geeignete Stellen, oder läßt sich Besserung derselben annehmen, so können sie wieder verwendet werden; — es sollen hierdurch nur die mißliebigen, sich unmöglich gemacht habenden Personen entfernt werden, ohne daß man Dienstleistungen von ihnen verlangt. — Der Antrag fand Unterstützung an den HH. Reischauer, Henkel, Thon; v. Baumbach II. wollte eine Eröffnung der Staatsregierung erst abgewartet wissen der Zweck, daß die Sache zur Sprache gebracht sei, sei damit schon erreicht und es ließen sich schon weitere Mittel finden , namentlich Versetzungen rc. Der Antrag des Hrn. Lederer ward sofort angenommen. — Bravo!! —
Bericht des Budget-Ausschusses über die Proposition ho her Staatsregierun g, fürdieKosten der sogenannten mobilen Ko lonnen, undfürdie Mobilmachung der Truppen überhaupt einen außerordentlichen Kredit von 250,000 Thlrn.
zu eröffnen.
Hohe Ständeversammlung!
Am 19. v. M. machte die Kurfürstliche Landtagskom» Mission im Namen des Kriegsministeriums und mit Bezugnahme auf einen Bundesbeschluß, wonach das Kontingent der Kurhessischen Truppen in der Stärke von 1 Procent der Bevölkerung auf den Kriegsfuß gestellt, möglichst kon- zentrirt und an der südlichen Grenze des Kurstaates aufgestellt werden sollte, der hohen Ständeversammlung die Eröffnung, »daß zur Ausführung jenes Bundesbeschlusses »sowohl, als zur Bestreitung derjenigen Kosten, welche »durch die Einziehung der beurlaubten Mannschaft und Ent- »sendung von mobilen Kolonnen zur Wiederherstellung der »gestörten Ordnung im Lande, beziehungsweise zur Auf- »rechthaltung derselben veranlaßt worden, und wofür im »laufenden Militär-Etat keine Mittel vorhanden sind, das »Kriegsministerium sich genöthigt sehe, hohe Ständever- »sammlung um Bewilligung eines extra-ordinären Kredits, »dessen Betrag jedoch selbst nicht annäherungsweise ange- »geben werden könne, weil nicht nur davon, ob die Ereig- »nisse cs nothwendig machen, daß das Armeekorps ganz »oder nur theilweise auf den Kriegsfuß gesetzt werde, fon* »bern auch von der Dauer der nothwendig werdenden feld- »mäßigen Verpflegung der Truppen abhängig bleiben dürfte, »auf demnächstige Berechnung zu eröffnen.«
Der Budgetausschuß, welchem die Mittheilung überwiesen ward, wollte seinen Bericht schon in der vorigen Sitzung erstatten, als eine weitere Eröffnung des Kriegsministeriums, vom 27. v. M. datirt, durch die Kurfürstliche Landlagskommission eintraf. Im Kopf des Beschlusses wird erwähnt, daß die Infanterie vom 2. März (l. I.) an zur vollen Aktivstärke eingezogen war, und daß (neuerdings) ein mobiles Korps entsendet ist, welches aus 64 Bataillonen Infanterie, 6 Eskadrons Kavallerie und 2 Batterien Artillerie nebst einer Pionier-Abtheilung besteht. Der Beschluß selbst aber lautet: »Nachdem es möglich ge- »worden ist, eine ohngefähre Berechnung dieser, durch die »außergewöhnlichen Zeitereignisse herbeigeführten, im ordi- »nâ'ren Militär-Etat nicht vorgesehenen Kosten, zu entwer- »fen, wird das darüber aufgestellte Hauptverzeichniß der »Landlagskommission nachträglich zu dem Beschlusse vom