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müssen, können abgegeben werden entweder: 1) im Nath­haus, oder 2) im Hallengebäude, oder 3) im Stadlbau und das zwar heute, morgen oder übermorgen, jedesmal von. 3 bis 7 Uhr Nachmittags. Unmaßgeblich schlagen wir hier 30 Wahlkandidaten zur freien Auswahl vor: I) Hart­wig, Oberbürgermeister; 2)M. Biermann, Kassirer; 3)Seid- ler; 4) K Herbold; 5) Gundlach, Kaufmann; 6) Herzog, Schreinermstr.; 7) Fehrenberg. Mühlenbeständer; 8) Bomm, Arbeiter; 9) Meyer, Pfarrer; 10) SaUmann; 11) Oetker, O. G. Anwalt; 12) Hahn, O. G. Anwalt; 13) Eggena, Fabrikant; 14) Waitz v. Eschen; 15) Du. Philippi; 16) Dr. Gräfe , Direktor; 17) Harniei, Assessor; 18) Pfaff, Ean- didat; 19) Kolbe, Dr.; 20) Feldstein; 21) Ely, Schuh- machcrmcister ; 22) Jäckel, Partikulier; 23) Mangold, Kauf­mann; 24) Hölting, Dr.; 25) Janson, Lehrer; 26) Ger­land, General; 27) Pfister , Hauptmann ; 28) Henkel, O. G. Anwalt; 29) Böckel, Schlofscrmeister; 30) Rudolph, Stadtbaumeister.

— Der Entwurf zu einer deutschen Verfassung liegt uns nunmehr vor. Ein gar schwieriges Stück Arbeit, das wohl von Vielen nicht entsprechend und von Vielen für zu weit gehend angesehen werden wird. Die Spitze bildet ein erb­liches Reichsoberhaupt (Kaiser) mit vollziehender Gewalt in Krieg und Frieden, dem verantwortliche Minister zur Seite stehen. Er allein vertritt die deutsche Nation nach Außen und nach Innen und ist zugleich, um in unserer verfassungsmäßigen Sprache zu reden: oberster Militärchef sämmtlicher Bundeswehr. Die ganze Grundlage bilden sodann zwei Kammern, ein Oberhaus und ein Unter­haus. Das Oberhaus wird aus den dermalen regierenden Fürsten und zu ernennenden Neichsräthen gebildet, das Unter­haus wird gewählt. — Alle Streitigkeiten schlichtet ein Reichsgericht von 21 Mitgliedern, welches in Nürnberg seinen Sitz hat. —

— Der Aufstand am Oberrhein ist jetzt völlig gedämpft. Auch die Herwegh'schen Banden sind am 27. April in der Nähe von Schopfheim von den würtembergischen Truppen gänzlich zersprengt worden und haben sich in der jämmer­lichsten Lage nach der Schusterinsel im Rhein flüchten müssen. Auch der Hr. Präsident Herwegh ist unter den Flüchtigen.

Kassel, am 29. April 1848.

Auf, Brüder auf! das Vertrauen gefaßt

Für kommende bessere Tage;

Allmähl, 'g hebt sich, schwindet die Last, Bald schweiget die bittere Klage. — Großes verheißend naht herrlich der Mai: Mein Deutschland wird einig, Deutschland ist frei!

Vaterland lausche! Sei wachsam und treu, Hörst manchen Jammer noch beben, Doch Deutschland setzt auf! ermanne dich neu, Gott segnet dein heilig's Bestreben. — Ja, Großes verheißend naht uns der Mai: Mein Deutschland wird mächtig, Deutschland ist frei!

Zu Frankfurt am Main setzt tagen sie bald, Wohl Männer, die Deutschland muß ehren. Sie geben gerechten Wünschen Gestalt

Und werden sich ehrlich bewähren.

Ja, Großes verheißend naht uns der Mai: Mein Deutschland wird wahrhaft, Deutschland ist frei!

Die Fürsten dürfen nicht Götzen mehr sein, Von feilen Priestern umgeben —

Die durch ihre niedrigen Schmeichelei'» Das Volk stets der Willkühr preiß geben.

Ja, sa es nahet gar herrlich der Mai: Mein Deutschland wird stolzer, Deutschland ist frei!

Der erbliche Adel prangt ferner nicht mehr, Er hat sich erbärmlich ergeben

Als ehrloses Werkzeug und lastet schwer Auf des Volkes innigstem Leben. — Ja, sa es nahet gar herrlich der Mai: Mein Deutschland ist edel, Deutschland ist frei!

Die Menge der Waffen fortan nicht beweist Die schwüle Gewalt unsrer Kronen. — Ein liebendes Blut alle Herzen durchkreist, Jede Fürsten -Tugend zu lohnen.

So nahet gar herrlich der schöne Mai: Mein Deutschland ist dankbar, Deutschland ist frei!

Aber auf, Ihr Brüder! und bessert auch Euch, Soll ein einiges Deutschland bestehen. — Verrath und jeden bübischen Streich Darf kein Hoher, kein Nied'rer begehen.

Schön grünet die deutsche Eiche im Mai: Schön hebt sich mein Deutschland, Deutschland ist frei!

Treibt alles nur vorwärts fort und fort, Dann lasset doch den Rückschritt schauen, Daß ein Mann sei ein Mann, ein Wort ein Wort Und im Herzen ein Gottvertrauen, So erst beglückend nahet der Mai: Mein Deutschland steht mächtig, einig und frei!

Und kehret unS wieder der liebliche Mai, Jugendlich, herrlich geschmücket, Dann Deutsche, dann Brüder kommt Alle herbei Und feiert hochherzig, beglücket, Begeistert ein Fest, wahr innig und treu: Hoch lebe Deutschland, Deutschland ist frei!

Männer Turnverein.

In der am vorigen Freitag stattgefundenen Zusammen- kunft ist beschlossen worden, daß nur alle diejenigen als Mitglieder des Vereins betrachtet werden sollten, welche sich bis zum 8. d. M. als solche eingeschrieben und bis dahin die Einlage mit 15 Sgr. bezahlt haben. Die Aufnahme sich später Meldender wird von dem Resultat einer vorzunehmenden Abstimmung abhängig gemacht.

Zugleich wird bekannt gemacht, daß die nächste gesellige Zusammenkunft, in welcher auch Beitrittserklärungen erfol­gen können, Freitag den 5. d. M. Abends von 6 Uhr an, und zwar wieder auf dem Heine'schen Felsenkeller (bei re. Dieling) statt finden wird.

Kassel, den 4. Mai 1848.

Der provisorische Vorstand.

asiel. — Verantwortlicher Redacteur und Verleger: S. Habndorf. — Druck der Estienne' sehen Buchdruckern.