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C e n s u r l ü ck e n *).
St. Foin, am 5. December 1841.
Ueberall bin ich zu Hause, Ueberall bin ich bekannt, Macht mein Glück hier eine Pause
So ist dort mein Vaterland;
Schurken hier, Schurken da
Ubi bene ibi patria ! :,:
Bravo! Da Capo! Gelobt seiest Du Ewiger, unser Gott, der Du aus dem großen, schönen Deutschland 34 große und kleine Staaten und etwas freie Städte mang werden ließest! Amen! Hallelujah! — Sonst wäre es aber auch nicht zum Aushalten; mir ist's unbegreiflich, wie so mancher Schreihals, der nicht die geringste Ueberlegung von einem einigen, großen, starken, mächtigen Deutschland hat, immer und ewig schwadroniren kann. Da ist zum Beispiel ein Mann, der hat sich das Mißfallen seiner Landesregierung zugezogen, etwa als Landtags-Abgeordneter, oder als Bürgermeister, oder auf sonstige Weise, und nun ist doch nichts natürlicher auf der Welt, als daß ein solcher Mann auch wohl Kinder hat. Solche Kinder werden nun aber, wie ehemals die Bastarde, nicht zur Zunft zugelassen, d. h. sie sind nicht anstellungsfähig im Staatsdienst, und das ist gar kein Unglück; denn der Vater braucht nur die Sache an die große Glocke zu hängen und nichts leichter als dies, das vermeintliche Unglück verwandelt sich in Glück. Noch sind alle untergebracht und keiner ist deshalb in Deutschland vor Hunger gestorben oder mußte deshalb ins Hottentottenland. Von den Göttinger Professoren an bis auf den Sohn des Schomburg und des Schwarzenberg. Nur noch ein Wort vom einigen untheilbaren Deutschland und ich bringe selbst eine Katzenmusik, wie sie lange nicht gehört! Ich weiß nicht wie die Menschen auf diese verrückte Idee kommen konnten; es ist doch wohl weit besser 34 mal in seinem Vaterlande auswandern zu können und doch immer im Vaterlande zu bleiben, als wenn man nur einmal auswandert und dann gleich über die Grenze muß. Wenn die Spanier auswandern, so laufen sie nach Frankreich und dort jammern sie nach Spanien. Der Hesse wandert ins geliebte Hannoverland, nach Preußen, Braunschweig, Baiern, Würtemberg, Hohenzol- lern, Waldeck, Lichtenstein und in die Republik Frankfurt a. M. und braucht niemals nach seinem geliebten Vaterland: Deutschland zu jammern. Höchstens kriegt er da den Katzenjammer und dann weiß er sich recht gut zu helfen; trotz daß er noch keine Flotte hat, bringen dafür Holländer und sonstige Kleinigkeitskrämer den Häring und das ist eine Radikalkur. Wohlweislich ist deshalb auch kein sehr hoher Eingangszoll auf Häringe, gelegt. Sie sind ein wahrhaftes Nationalbedürfniß, und wo es Häringe giebt, da kommt auch kein Katzenjammer lange auf. Die Einheit Deutschlands, dieser hohe Gedanke, dieses Stichwort unserer Zeit findet auch immer mehr Eingang und
•) Es giebt manche Dinge, die anders werden müssen. Aus den letzten Jahren, wo es nicht gestattet war zu reden, ist aber noch manch Ueberbleibsel da; wir können nicht besser eine Vergleichung anstellen, als wenn wir zurückdenken. Hierzu eignet sich am besten das, was früher nicht gesagt werden durfte. Es charakterisirt. —
zur Verwirklichung fangen wir im Heerwesen und da bei den Beinen an. Die rothen Streifen an den Hosen der Offiziere verschwinden und damit ist schon ein bedeutender Schritt zur Verwirklichung dieses Gedankens geschehen. Von Unten haben wir dadurch schon eine deutsche Armee und sind wir erst bis zur Kopfbedeckung gekommen, dann bleibt kein Wunsch mehr zu befriedigen Wir werden wonnetrunken einander in die offenen Arme taumeln, werden vor Freuden Thränen vergießen, die Hambacher Bärte abschneiden und bei der Polizei um Erlaubniß bitten, ob es uns nun gestattet sei, einen Toast auf das verwirklichte einige große Deutschland auszubringen, ohne in die schwarze Liste versetzt zu werden. Die Polizei wird die große Uniform anziehen und sich über die wohlgerathenen Unterthanen freuen und in Betracht, daß bei diesem Feste wirklich noch viel vergeudet wurde, beschließen, daß der fünfte Mann als Theilnehmer an diesem Feste um 5 Thlr gestraft werde, weil er in einem Federbett schläft, was leicht bei der natürlichen Wärme des Menschen feuergefährlich werden kann, zumal da es nicht mit Eisenblech beschlagen ist, in einer hölzernen Bettlade liegt und diese auch noch mit einem Strohsack beladen ist; außerdem aber noch durch den Genuß von Spirituosen eine Selbstentzündung statt finden kann. Michel, der gerade nicht gestraft wurde, sagt, die Polizei hat so gar Unrecht nicht, denn Ordnung muß sein und regiert die Welt.— Leb wohl, Freundchen. —
Landtagsangelegenheiten.
Die HH. v. Buttlar und v. Ochs als Bevollmächtigte nicht mehr im Protokoll aufzuführen, ward beschlossen. Man ging zur Berathung des nachfolgenden Gesetz-Entwurfs über. Dasselbe ward in folgender Fassung auf Antrag deS Hrn. Nebelthau angenommen, sofort revidirt und in geheimer Abstimmung einstimmig genehmigt. Gesetz, betreffend die Zurückgabe der nach §. 103 des Rekrutirungs-Gesetzes vom 25. Oktober 1834 bei der Kriegskasse hinterlegten Kaution an den Militär-Stellvertreter.
Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Wilhelm der I., Kurfürst und souveräner Landgraf von Hessen ic. rc., erlassen nach Anhörung Unseres Gesammt-Staatsministeriums und mit Zustimmung der getreuen Landstände das nachstehende Gesetz:
Die nach §. 103 des Rekrutirungs - Gesetzes vom 25. Oktober 1834 von Militär - Stellvertretern geleistete Kaution, darf, wenn im Falle eines Kriegs oder in Gemäßheit des Gesetzes vom 29. März 1843 die Verabschiedung des Stellvertreters nach Ablauf der regelmäßigen fünfjährigen Dienstzeit nicht eintreten kann, am Schluffe der letzteren nach freiem Ermessen des Kriegs-Ministeriums ganz oder theilweise an den Stellvertreter zurückgegeben werden, sofern nach dem bisherigen Betragen desselben eine Veruntreuung oder böswillige Beschädigung der ihm anvertrauten Effekten nicht zu besorgen ist.
Unser Kriegs-Ministerium und sonst Alle, welche gegenwärtiges Gesetz angeht, haben sich hiernach zu achten
Urkundlich ic.