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Die freie Presse.

Zeitschrift für Unterhaltung, Staats- und Volksleben.

9i= IS* Sonnabend, den 15. April 18448»

Der Preis dieses wöchentlich dreimal erscheinenden Blattes ist halbjährlich 1 Thlr. 15 Sgr. Man abonnirt bei allen löbL Postämtern des Jn- und Auslandes. Bekanntmachungen die Zeile 1 Sgr.

Wirksamkeit des für Schleswig-Holsteins gewählten Comite's.

Vorläufige Aufforderung zur S ubsc ription für Sch l es w ig -H olstei n.

Der Worte sind nun wohl fast genug geredet, nun­mehr bedarf es der That! Wer nicht selbst in den Kampf für Deutschlands Freiheit und Deutschlands Einheit nach Schleswig-Holstein ziehen und den eingedrungenen Feind von deutschem Boden vertreiben helfen kann, der beeile sich, der deutschen Sache nach seinem Vermögen aus Kräften zu dienen und zu beweisen, daß Deutschland nicht umsonst in diesen Tagen so ernstlich zu seinen Söhnen geredet und die Pflicht, für das einige, freie, deutsche Vaterland Gut und Blut zu opfern, ihnen ans Herz gelegt hat. Es lebe Deutschland! Es lebe Schleswig-Holstein' Kassel, den 13. April 1848.

Das für Schleswig - Holstein gewählte Comitè. Für dasselbe der Finanz-Ausschuß:

M. Biermann. G. Eggena. Jansen

Hohe Ständeversammlung!

Das Comitè für Schleswig-Holstein bittet gehorsamst um schleunigste Verwendung bei hoher Staatsre­gierung, daß von Seiten Deutsch­lands Schritte zur thätigen Unter­stützung für Schleswig-Holstein ge­schehen.

Die Zeit zur Unterstützung der Schleswig-Holsteiner durch das Wort ist vorüber. Die Zeit ist herangekommen, wo rasche, schnelle, thätige Hülfe nur noch wirken kann. Das wieder erwachte Kurhessen will nicht im Kampfe für deutsche Freiheit und deutsche Einheit zurückstehen. Es hat sich durch Beschluß einer Volksversammlung dahier ein Comite gebildet, welches die fraglichen Angelegenheiten lei­ten und überwachen soll. Was Privatkräfte vermögen, das werden wir zu leisten suchen. Aber das möchte in diesen Tagen der Gefahr nicht ausrekchen. Weitläufige Entwicke­lungen des Sachverhalts glauben wir nicht nöthig zu haben, da wir mit Gewißheit annehmen, daß hohe Ständever- lammlung mit uns und mit dem ganzen deutschen Vater­lande die Wichtigkeit der Angelegenheit anerkennt und

bereitwillig sie unterstützen wird. Die Zeit und die Ereig­nisse drängen. Deutschlands Einheit muß sich hier zuerst thatkräftig erweisen; um deswillen erlauben wir uns die gehorsamste Bitte, hohe Ständeversammlung wolle hohe Staatsregierung ersuchen, den kurhessischen Bundestagsge­sandten dahin zu instluiren, daß von Seiten des Bundes die schleunigsten Maßregeln zur thätigen Hülfe für Schles­wig-Holstein ergriffen werden.

Respektvoll verharret

hoher Ständeversammlung gehorsamstes

das für Schleswig-Holstein gewählte Comite. Der leitende Ausschuß:

Elvers. Hahndorf. Pfaff. Sallmann.

Kassel, den 14. April 1848.

Hohe provisorische Regierung!

Unterzeichnete sind von einem in einer gestrigen Volks­versammlung gewählten Comite für Schleswig-Holstein be­auftragt worden, Ihnen die herzlichste Geneigtheit der Bewohner Hessens, für die Sache Schleswig-Holsteins Gut und Blut zu opfern, zu erkennen zu geben und Sie zugleich zu ersuchen, uns anzugeben, auf welche Weise wir nach Ihrem Dafürhalten wohl am zweckmäßigsten unsern guten Willen bethätigen können.

Bei weiterer Erwägung der gegenwärtigen Lage dieser großen deutschen Angelegenheit ist cs uns als besonders wünschenswerth entgegengetreten, daß neben den an einzel­nen Orten schon gebildeten Comites irgendwo ein Central- Comitë sich bilde, welches die Schleswig-Holsteinische Ange­legenheit in innigster Verbindung mit der provisorischen Regierung Schleswig-Holsteins im Namen des deutschen Volkes in ihrer Gesammtheit und nach allen Seiten hin aufzufassen und zu fördern suche und daher nicht bloß alle einzelnen deutschen Länder und Regierungen, sowie deren Vertreter in Frankfurt zu entschiedenen Schritten auf­fordere, sondern auch die Anstrengungen und Opfer, welche im Einzelnen erforderlich werden, näher bezeichne und zur Darbringung derselben ermunter. In dieser Hinsicht scheint es uns namentlich dringend nothwendig, daß auf den Mangel einer deutschen Kriegsflotte und die dadurch herbei­geführte Unsicherheit Deutschlands an seinen Schleswig- Holstein'schen Küsten hingewiesen werde. In mehrfacher Beziehung möchte es angemessen sein, daß ein solches