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Maschinen arbeiten, von der Gewerbsteuer zu befreien, wurde ebenfalls der Regierung zur Erwägung für das künftige Steuergesetz mltzutheilen beschlossen. — Der Ab­geordnete Ziegler berichtete, Namens des Budgetaus­schusses, über den Gesetzentwurf, die Aufhebung meh­rerer Abgaben betreffend. Unsere Leser finden das Ge­setz selbst in Nummer 10 d. Bl. Nach Beschließung der sofortigen allgemeinen Berathung, ward der Entwurf verlesen. Hr- Knobel wollte auch zugleich das Besthaupt­geld für die Staatskasse mit aufgehoben wissen. Von meh­reren Seiten ward darauf aufmerksam gemacht, daß das­selbe zu den Ablösungen gehöre, worauf derselbe seinen Antrag zurückzog. Das Gesetz ward sodann angenommen. — Hr. Abgeordnete Krauß begründete sodann seinen selbst­ständigen Antrag, den Staat für nicht verbindlich für das mit dem Hause Rothschild in Frankfurt a. M. von dem früheren Finanzminister v. Motz abgeschlossenen Lotterie Anlehn, zu erklären. — Hr. v. Trott II. bemerkte, daß der Ausschuß für Budget-Angelegenheiten bereits sich mit dem Gegenstand auf Antrag des Hrn, Lederer beschäftigte. Durch diesen Antrag würden Härten für die Actionäre her­beigeführt und der Kurhessische Staatscredit und der Credit des Staatsanlehns noch mehr erschüttert. Der Antrag ward nicht in Erwägung gezogen, da bereits das Material schon hinlänglich vorhanden sei. — Hr. Stöhr begründete einen selbstständigen Antrag, die guts- und lehnsherrlichen Ver­hältnisse in der Provinz Fulda betreffend. — Die Stände­versammlung beschloß den Antrag in Erwägung zu ziehen und demeinst für solche Verhältnisse zu wählenden Aus­schuß zur ^Begutachtung zu überweisen. — Hr. Stöhr begründete sodann noch einen selbstständigen Antrag, die Domanialabgaben betreffend, und ward dem Budget-Aus­schuß überwiesen. —

Tages-Chronik.

— Schleswig-Holstein, 10. April, Mittags. — Erste Schlacht! — Das so eben uns zu Gesicht ge­kommene Tagesblatt berichtet: Am 8ten d., Morgens 7 Uhr, begann dänischer Seits der Angriff mit einem Trup­pencorps von 12,000 Mann auf die bei Bau Posto ge­faßt habenden schleswig-holsteinischen Truppen, welche zu Folge hatte, daß nach einer bis 3 Uhr Nachmittags ent­schiedenen Schlacht Flensburg in die Hände der Dänen fiel. — Der Kampf war von beiden Seiten ein sehr er­bitterter, man schlug sich hartnäckig und es war der Ver­lust ein sehr beträchtlicher; es ist nämlich das lOte dänische Infanterie-Bataillon bis auf 10 Mann und das 16te holsteinische Infanterie Bataillon gänzlich aufgerieben; wo der Chef des letzten Bataillons, Oberst v. Baudissin, ver­blieben, ist bis jetzt nicht bekannt. Daß das Gefecht so nachtheilig für unsere Truppen aussiel, ist leider sehr be­greiflich, da erstlich die Dänen in der Nacht vom 7. auf den 8. die Herzog!. Truppen von dreien Seiten umzin­gelten; zudem mangelt es, wie bekannt, den Unserigen an Artillerie, während die Dänen von der Land - und Wasser- seite ihren Angriff durch Artillerie unterstützten. — Die Bewohner Flensburgs haben bei dem Rückzüge der Unse­rigen dieselben mit siedendem Oel und Wasser begossen und war in den Straßen ein fürchterliches Gemetzel.

Den 10. April. Gestern sind unter dem Schutze be­waffneter Fahrzeuge dänische Truppen auf der Halbinsel Holnes gelandet; unsere dort stationirten 2 Compagnieen vom 4. Jägercorps und freiwilligen Schützen mußten sich vor dem die ganze Halbinsel bestreichenden Feuer der feind­lichen Kanonen bis an die Mündung der Landztinge zurück­ziehen; ohne erheblichen Verlust; wie man vernimmt, soll nur ein Mann verwundet sein.

Nach Privatbriefen und Berichten einiger Reisenden ist es später zum ernsten Treffen gekommen. Die Position der Schleswig-Holsteiner bei Bau soll genommen sein, und diese haben sich mit bedeutendem Verlust, namentlich unter den Freischaaren, zurückgezogen, so daß das Hauptquartier jetzt von Flensburg wieder nach Rendsburg verlegt sei. Unter Andern hat ein Stallmeister des Herzogs v. Augu­stenburg diesem die Nachricht vom Siege der Dänen hierher überbracht.

Ein am 6. bis Wilsbeck zur Recognoscirung vorge­schicktes Corps fand kein feindliches Corps auf seinem Wege. Am vorgestrigen Tage ist es zum ersten Male einer zur Recognoscirung ausgeschickten Abtheilung, welche aus zwei Compagnieen des braven Sten Jägercorps unter Anführung des Majors Michelsen bestand, gelungen, den Feind zu erreichen. Derselbe zog auch bei Annäherung des Corps aus Hokkerup zurück und suchte sich bei Rinkenis zu setzen. Indessen drangen die beiden Compagnieen in Rinkenis ein und vertrieben den Feind. Auf unserer Seite wurde nur Ein Mann verwundet, auf feindlicher Seite sah man einen Offizier uuo zwei Mann fallen. Eine Verfolgung über Rin- kenis hinaus wurde durch die Gefahr der Abschneidung für das schon an sich weit vorgegangene Corps unmöglich. Bei demselben befand sich der preußische Lieutenant v. Ka tzler. — Die Stadt Tondern, welche am 4. von einem dänischen Corps von circa 200 Mann besetzt war, ist in Folge des Anzuges der friesischen Volksbewaffnung wieder eingeräumt worden.

— Kiel, den 9. April. Es sind hier Nachrichten ein­getroffen, nach welchen unsere Dragoner mit jütischen zu- sammengcrathen sind. Die Unserigen sollen den Dänen einen verhältnißmäßig bedeutenden Verlust zugefügt, auch Muni­tion und zwei Kanonen denselben abgenommen haben. Diese Nacht hat ein Durchreisender mitgetheilN, daß unsere Trup­pen sich südlich von Flensburg hin verlegt hätten. (Andern Privatbericbtcn und umlaufenden Gerüchten zufolge wäre nördlich von Flensburg ein Gefecht vorgefallen, wobei dä­nischer Seits 100 Mann und schleswig-Holsteinischer Seits 50 Mann geblieben wären. Gestern den 8. habe man in Flensburg fortwährend schießen hören. Es scheint mit den Dänen bei Holnis zum Kampfe gekommen zu sein. Das 14te schleswig - holsteinische Linien - Bataillon hatte von Bockholm aus die dänischen Fahrzeuge beschossen und ihnen großen Schaden zugefügt. Aus Flensburg haben wir keine Nachrichten).

Die im Publikum verbreitete Meinung, als ob die preußischen Truppen von ihrer Regierung nur innerhalb der Grenzen des Bundesstaates zur Disposition gestellt wären, scheint der Begründung zu ermangeln. Die Can- tonnements der beiden Füsilier-Bataillone sind auf schles- wigschem Grund und Boden, (denn die zum Amte Rends­burg gehörigen Dörfer im Norden der Eider, stehen unter