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Hohe Bedeutung und Wichtigkeit der Volksbildung.
Ein Beitrag zur Weckung und Hebung des Interesses ander allgemeinen Volksschule, der Volks-, Bürger- und Realschule.
(Fortsetzung.)
»Die Blüthe und Kraft eines Staates hängt von seinen Bürgern ab. Je gebildeter und aufgeklärter die Glieder des Staates sind, eine je größere Masse nützlicher Kenntnisse unter ihnen ist, desto mehr Sicherheit und Festigkeit hat der Staat, desto größer ist sein Wohlstand und seine Kraft. Denn nur unter einem gebildeten und aufgeklärten Volke können Wissenschaften, Künste, Handel und Gewerbe blühen, welche die sicherste Grundlage der Staatswohlfahrt sind. Dr. H. Gräfe.«
»Rau m für alle hat die Erde,« wenn nur die Individuen durch Erziehung und Unterricht befähigt werden, die geeignete Stelle zu suchen und auszufüllen. Deshalb sind gute Schulen die Haupthebel der Humanität, dafür sprechen die Erfahrungen aller Zeiten; sie bilden die Institution, aus der stets neues und kräftigeres Leben entspringt, die nicht altert, weil sie ringend sich selbst verjüngt. Wer es also wohlmeint mit dem Vaterlande und der Zukunft seines Volkes, der trage nach Kräften sein Scherflein dazu bei, daß guter Unterricht, stets wachsend, sich durch alle Klassen verbreite und durch ihn die Liebe zu Gott, Achtung vor den Gesetzen und die Erwerbfähigkeit sich mehren. Dem Manne von Kenntnissen gehört die Welt, nur der Unwissende ist an die Scholle und den Mangel gefesselt und Gesetz üb er tre- tung am nächsten. Fr. Harkort.«
»Mein treues Volk wisse und erfahre, wie ich eine gleichmäßige, allseitige, ernste und tüchtige Bildung aller meiner Unterthanen mit landesväterlicher Liebe bezwecke, und solche als das sicherste Mittel betrachte, einem der wahren Wohlfahrt der Völker so höchst nachtheiligen, unruhigen und unfruchtbaren Getreibe zuvorzukommen, und das Wohl und das Gedeihen des preußischen Staates hauptsächlich auf die sorgfältig geleitete Entwickelung aller seiner Kräfte auch fernerhin zu gründen, gesonnen bin.
Fr. Wilhelm UL, König von Preußen.«
»In der falschen Richtung der Erziehung und des Unterrichts liegt die eigentliche Wurzel der Gebrechen der Zeit. Fr. Ancillon.
»Der Mann ist der größte Wohlthäter seines Vaterlandes, der durch die Erziehung auf die Unterdrückung der Verbrechen wirkt. Dr. Lu shington.«
»Ich glaube, daß es nicht leicht etwas Verdienstlicheres giebt, als die arbeitenden Klassen mit nützlichen Kenntnissen zu bereichern, und so einen ganzen höchst achtbaren Stand zu beglücken. Marquis v. Landsdown.«
»Zur sittlichen Vollendung gelangt der Staat nur durch die sittliche Vollendung der Bürger, die an der Staatsverwaltung Theil nehmen. Daher ist die Vernachlässigung der Erziehung für den Staat selbst höchst schädlich, denn von dieser besonders hängt seine Erhaltung ab, und durch sie erhält er erst seine erforderliche Einheit; ja selbst die nützlichsten von allen freiwillig angenommenen Gesetzen nützen nichts, wenn die Bür
ger nicht für den Staat moralisch und intellec- tuell erzogen sind, je nach der Beschaffenheit seiner Verfassung in der Demokratie demokratisch, in der Aristokratie aristokratisch; die beste Gesinnung wird immer die beste Befassung erzeugen.
Aristoteles.«
»Volksschulen sind Menschheitschulen, sie sollen überhaupt das eigentliche Leben, und damit das Wohl des Volkes selbst begründen. Balbier.«
»Bei allen Regierungen, bei allen Völkern ist die öffentliche Meinung die größte Kraft des Staates; ihr Einfluß, sei es für das Gute, sei es für das Böse, ist äußerst mächtig; sie ist der Wirksamkeit wie dem Widerstände der öffentlichen Meinung überlegen, und dennoch ist es von der größten Wichtigkeit, daß sie in ihrem Grundsätze berichtigt und ihrem Gange geregelt werde. Von allen Mitteln, welcher der Gesetzgeber sich bedienen kann, um diese Wirkung hervorzubringen, gibt es wohl kein kräftigeres Mittel, als die öffentliche Erziehung. Dr. E. Münch.«
»Die Armuth isteineDuelle vonVerbrechen«, sagte der berühmte Adam Smith; er wurde noch wahrer gesprochen haben, wenn er gesagt hätte, Armuth und Mangel an Erziehung verderben den Menschen. Kann der ^-taat nicht Jedem Wohlstand gewähren, so sollte doch wenigstens die Wohlthat einer durchgreifenden Volksbildung Jedermann zu Theil werden. Dr. W. Dieffenbach.«
»Die Schulen sind öffentliche Anstalten, welche die Vorbereitung der Jugend zu einer selbstständigen Theilnahme an dem Staatsleben durch Unterricht und Zucht zum Zwecke haben. Cal in ich.«
»Nicht die Wildheit erschuf den Staat, nicht der Krieg Aller gegen Alle, damit er ein Zwinger zügelloser Begierde sei. Der Staat ist dem innersten Wesen des Menschen Bedürfniß, Nothwendigkeit, daher das früheste Ergebniß seines bewußten oder weit öfter unbewußten Strebens nach Bildung, welche, um ihre Blüthe zu entfalten, des Schutzes der Gesetze und des Rechtes bedurfte. In seiner höchsten Vollendung kann indeß ein Staat gar wohl ohne Gesetze, wie man das Wort gewöhnlich nimmt, bestehen; ohne Bildung vermag es keiner, selbst nicht ohne deren stetiges Fortschreiten. Aber dem Menschen wird sie nicht mit seiner Geburt verliehen; er muß sie stufenweis erwerben durch Unterricht und Erziehung, d. h. Schule. So sind demnach Staat und Schule, beide Mittel zu einem, dem höchsten Zwecke des Menschen, in der That untrennbare Begriffe, und die Wahrheit des von Alters her belobten Satzes, daß alles Heil der Menschheit von der Schule ausgehen müsse, wird nie eine Erfahrung, am wenigsten eine von auf halbem Wege stehen gebliebenen oder gar rückgängig gewordenen Maßregeln hergenommene, bestreiten. Nicht die Gegenwart, sondern bie Zukunft des Volkes suche man in der Schule. S a u se. «
(Schluß folgt.)
Auch ein Wort zu dem Wort an Kur Hessens
Volksschullehrer in Nr. 5. d Blattes
Wir haben Ihr Wort mit großem Interesse gelesen, Sie haben uns aus der Seele gesprochen, wir freuen uns der Sympathie. Nur in einem Punkte sind wir anderer