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ligten kommende Weise, zu pioclumiren , damit ein Jeder, der sich durch irgend einen derartigen Norschlag zurückgesetzt glaubt, rechtzeitig dagegen Beschwerde zu führen vermag.
7) Oeffentlichkeit und theilweise Mündlichkeit aller Staatsexamina. — Geschieht es also, wird diese Wahrheit ständig Wache halten, wahrlich dann kann von keiner Entsittlichung des Beamtenstandes, von keiner gewissenlosen Verworfenheit der Beamten mehr die Rede sein; dieser athmet auf, fühlt sich moralisch gehoben, und findet sich im bürgerlichen Leben endlich als Bürger wieder; und jeder Bürger findet gerechtes Ohr, und ist sicher, daß seine Rede unverfälscht nach Oben tönt, wo das Licht mit feineu Strahlen thronet.
Thut Vertrauen Noth in Zeiten des Friedens und der Ruhe, wie vielmehr in Zeiten des Unfriedens und der Unruhe, in Zeiten gewitterschwangerer Zukunft. Die Bitten nach Abhülfe vieler Mißstände treten dann dringender und mit Recht lauter auf. Ruft doch das Kind, wenn es geweckt wird, aus dem Dunkel zum Licht geweckt wird, lauter nach seiner Ernährerin, dringender, wenn ihm nicht gleich Gehör gegeben wird; wer wollte es den Landeskindern verargen, wenn sie höher und höher ihre Stimme erheben und steigen, um das Ohr des Landesvaters endlich nach langem, jahrelangem stummen Seufzen zu erreichen! — Drum, ihr Männer, denen Gott, der Allmächtige, Herz und Mund, Hand und Macht gegeben, ein freies Wort der Wahrheit für die Wahrheit zu reden, frisch ans Werk, und der Znkunfl dreimal ein deutsches Hoch! W.
Chin a.
Hu-sing. Wir haben Nachrichten aus Deutschland erhalten, welche uns melden, daß daselbst Unruhen aus- gebrochen sind. Es haben diese Berichte den hiesigen Jünglings-Verein in die größte Bestürzung versetzt. Wenn unsere Patres in Deutschland dadurch abgehalten würden uns ferner Geldbeiträge zu übersenden, so wäre das für die fromme Jugend eine große Ealamität. Wir sind zwar 'des Geldes nicht so sehr benötigt; aber da inan uns erzählt, daß namentlich in Kurhessen von diesem Artikel hinreichender Vorrath sei, um ganz China damit zu versorgen, so werden wir die milden Gaben nie zurückweisen. Es sollen in Kurhessen Gold- und Silberbergwerke von solchem Ueberflusse an edlen Metallen vorhanden sein, daß sie vor Zeiten sogar einen Weg mit Gold gepflastert hatten, den man die goldne Mittelstraße nannte der aber zuerst von den Patres, jetzt aber von Vielen als ganz ungangbar angesehen wurde. Zu bedauern wäre es, wenn in Folge der Unruhen, das von den Patres hier gegründete Institut für Rechtsgelehrsamkeit eingehen sollte, da selbst die kaiserliche Familie ein großes Interesse für dasselbe zu erkennen gibt. Es haben, nachdem einige Räthe aus jener Anstalt bei den Gerichtshöfen eingestellt wurden, der Kaiser und die kaiserliche Familie noch keinen Prozeß verloren. Ein Um- stand, der die ausgezeichneten Geistesfähigkeiten und die Gewissenhaftigkeit der jungen Rechtsgelehrten hinlänglich bekundet.
Lmrdta^sangelegenheiten.
Sitzung vom 24. März.
Haben wir beim vorigen Eingabenprotokoll schon viele eingcgangcne Desiderien von Gemeinden bemerkt, so haben
sich diese seit der letzten Sitzung bedeutend wieder vermehrt. — Hr. v Baumba ch-Kirchheim führte den Vorsitz und Hr. Schwarzenberg hatte den Sessel des Vicepräsidcn- ten eingenommen. — Der Hr. Präsident: Durch Ihre Wahl bin ich vom Kurfürsten , Königl. Hoheit zu Ihrem Präsidenten bestellt worden. Es ist meine innigste Ueberzeugung und die volle Wahrheit, wenn ich gewünscht hätte, daß einem befähigteren Mitglied dieser Posten zu Theil geworden wäre, namentlich jetzt in einer so viel bewegten Zeit; einer Zeit die nicht allein für Hessen, sondern für ganz Deutschland, eine des Heils werden kann, oder auch eine solche, wo wir vor einem Abgrunde stehen. Freilich haben wir einen Vorzug vor manchen andern deutschen Stämmen, daß wir schon Vieles vor 17 Jahren erlangten, wonach jetzt Andere erst trachten. Hierfür gebührt zunächst Gott und dem verstorbenen Kurfürsten unser Dank. Die prinzipielle Opposition wird freilich in diesem Saale nicht mehr statt haben können nach den Vorfällen, welche den Kampf der geistigen Interessen heraufbeschworen. Mögen auch Gefahren drohen, mögen sie von Ost oder West kommen, so werden alle biederen Hessen treu und fest stehen bei unserm Kurfürsten und der Verfassung. Freilich haben wir bermalen einen größeren Wirkungskreis, denn 17 Jahre vorher; unsere Aufgabe ist es dermalen, die Staatsregierung zu unterstützen, das große Werk zu vollenden. Aber auch hierbei können sich auch Schwierigkeiten erheben, und hierzu ist es gerade, meine Herren, wo ich um Ihre Unterstützung, Ihre Nachsicht und Ihr Vertrauen bitte. Ja, ich wiederhole es, ich bitte um Ihr ganzes Vertrauen! (Von den Tribünen ward diese Rede mit einem allgemeinen : Bravo! gekrönt). Hr. Bergk: Ich bin mit dem Hin Präsidenten einverstanden, daß von einer prinzipiellen Opposition nicht mehr die Rede sein kann; aber die Aufgabe der Stände ist es, in gleichem Schritt mit der Staatsregierung zu gehen; so wird das Vertrauen bald wieder hergestellt sein, was so tief erschüttert gewesen, da nach dem unverwüstlichen Adel der menschlichen Natur das Mißtrauen nicht so schnell als dieses wächst Aber gerade dies bestimmt uns zur Wachsamkeit, zudem, als unsere Staatsregierung noch nicht vollständig organisirt, vor Allem das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten noch nicht gehörig besetzt ist; ein Ministerium, das dermalen von der höchsten Wichtigkeit ist, indem dermalen der Grundstein zu einem neuen Deutschland gelegt werden soll, einem Deutschland, das ein Bundesstaat, aber kein Staatenbund mehr sein soll. Unser Fürst hat seine Mitwirkung hierzu schon zuge- sichert, vertrauen wir seinen Worten; aber lassen sie uns auch vor allem wachsam sein. Die Wachsamkeit ist vor Allem nöthig! —
Der Hr. Präsident setzte die Versammlung davon in Kenntniß, daß von den Städten des Schwalmstroms, Homberg re., der Professor Dr. Sylvester Jordan zum Landtagsabgeordneten gewählt worden sei. Der Legitimations-Prüfungs-Ausschuß habe das Zeugniß für genügend erklärt, und Seitens der Landtagskommission sei dasselbe ohne Bemerkung zurückgegeben worden. Die Ständeversammlung beschloß die sofortige Zulassung Jordans. — Er trat in den Saal und ward mit einem dreifachen donnernden Hoch! von den Tribünen begrüßt. Jordan war überrascht, sichtlich bewegt. Er legte den Eid in» die Hände des Präsidenten ab, verneigte sich einige Mal