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Jahren öffentliche Bauten nusgeführt , wobei die Behörden wohlmeinend mehrere Bauhandwerker zu beschäftigen die Absicht hatten, und auch mehrere beschäftigt werden konn­ten, warum geschah dieses nickt? Die wohlhabendem Meister wollten nicht mit unvermögenden in nähere Be­rührung kommen, lieber die Arbeiten billiger , vielleicht umsonst, liefern , um nur dieselben allein auszuführen, dieses war bisher Prinzip, und gewiß drückend für den in minder günstigen Umständen lebenden Handwerker. Haß und Zwietracht war ein giftiges Unkraut, welches sich in die Herzen des Volks eingewurzelt hatte. Gebe Gott, der mich trotz mancher Bedrückungen, die ich als Hand­werker erlebte, dock aufrecht erhielt, daß mit dem neuen Zeitabschnitt in unsern Tagen, auch die wohlmeinende Ansprache des Hrn. Henkel ihren Zweck nicht verfehle, und Eintracht alle gehässige Unlauterkeit aus unsern Herzen vertreibe L.

.LaudtagsarZgelegeuheiten.

Das Eingabeprotokoll der heutigen Ständesitzung ent­hielt schon eine ziemliche Reihe von Petitionen von ganzen Gemeinden, die ihre Wünsche vorbringen Hr. Bre d em ei er brachte das Gesetz, die Meierverhältnisse in der Grafschaft Schaumburg betreffend, in Erinnerung, mit dem Bemerken, daß er nicht nach Hause fommen dürfe, wenn er nicht ein solches Gesetz mitbringe. Wir halten eine solche Instruk­tion für ganz angemessen, nur hat sich Hr. Bredemeier noch nicht faul finden lassen, zur guten Sache mitzuwirken. Unterstützung fand er auch an den wackern Deputaten Reischauer und Kaiser. Auf den Wunsch des Hrn. Henkel blieb die Beschlußnahme bis nach Begründung eines von ihm zu stellenden Antrags ausgesetzt. — Hr. Landtagskommissar- Wippermann: Es ist der Wille Sr. Königl. Hoheit des Kurfürsten, daß ick hier als Landtagskommissar auftreten soll. Ick habe lange Jahre in ihrer Mitte meine Stellung gehabt und komme nun zwar in einer andern mit Ihnen in Berührung, welche aber keine feindliche sein wird, denn Sie, meine Herren, Sie wissen, wie meine Gesinnungen bisher gewesen, und diese werden auch dieselben bleiben. Mein schönster Lohn wird der sein, stets in Eintracht zu leben. Bewahren Sie mir ein wohl­wollendes Andenken. — Derselbe übergab hierauf seine allerhöchste Vollmacht, welche der Landsyndikus verlas. — Der Hr. Vicepräsident Nebelthau setzte die Versamm­lung von den richtig befundenen Legitimationen der HH. Scheffer, v. Waitz u v. B a u m b a ch-K i r ch h e i m in Kenntniß. Alle drei werden eingeführt unb beeidigt, nach­dem die Stände ihre Zulassung beschlossen hatten. Die HH. v. Waitz und v. Baumbach wurden mit stürmischen Applaus von den Tribünen begrüßt. —

Der Hr Landtagskommissar Wippermann übergab den Standen einen Gesetz - Entwurf, betreffend die Gewährung vollständiger Amnestie rücksichtlich aller bis hierhin vor- gekommenen, auf Verletzung der Verfassung oder deren Umsturz gerichteten Unternehmungen. — Zugleich setzte derselbe die Versammlung davon in Kenntniß, daß weitere Vorlagen nicht, fehlen würden und daß die Vollmacht für den Geh. Finanzrath Duysing zurückgezogen worden

sei. — Dieser Entwurf ward dem Rechtspflegeausschuß zur Begutachtung übergeben.

Hr. Henkel begründete sodann einen selbstständigen Antrag, die Aufgabe des dermaligen Landtags und seine Geschäftsbehandlung betreffend. Wir werden auf diesen Antrag zurückkommen, da er den eigentlichen Cement ent­hält, um die Hinterthüren zuzumachen, wodurch es bisher möglich ward, daß die Seile so straff angezogen werden konnten. Die ausführliche Rede ward durch ein Bravo! von den Tribünen gekrönt. Es ward beschlossen, für die Prüfung dieses Antrags einen eigenen Ausschuß zu wählen unter der Bezeichnung »Desiderien-Ausskhuß«. welchem alle Wünsche des Landes zugefertigt werden sollten. Eben dahin ward auch ein Antrag des Hrn. Kaiser, die Sollicitation des Wildschadengesetzes und Verpachtung der Jagden be­treffend, überwiesen.

Hr. Knobel: Ich kann meine Pflichten als Volksvertre­ter nicht fortsetzen, ohne zuvor in diesem Saale Gott zu danken, daß er das Reich der Willkühr gestürzt und das biedere Volk aus der 9cacht der Finsterniß gerettet. Gott sei vor allem Dank, den ich nicht im Drang meines Her­zens innig genug auszusprecken vermag, daß er die ge­schmiedeten Ketten zersprengte und uns frei machte, damit ein besseres Werk entstehe, daß das Volk einer bessern Zukunft entgegen gehe, ein Werk, aufgeführt in Liebe und Eintracht, ohne Lücken und Hinterthüren Alle Segnungen des Himmels mögen es krönen, das ist mein Wunsch, das ist mein Gebet. ■— Ich stelle nunmehr den Äntrag, die hohe Staatsregierung um Mittheilung einer Uebersicht aller der Gegenstände zu ersuchen, welche auf tiefem Land­tage vorgelegt werden würden, was zur Beruhigung der Gemüther viel beitragen würde. — Auch dieser Antrag ward dem Desiderien- Ausschuß überwiesen.

Die HH. v. Trott IL, Thon, Lederer und Rei­schauer berichteten Namens des Eingaben-Ausschusses über mehrere Gesuche. Hierunter befindet sich auch ein solches von 90 hiesigen Einwohnern um eine Revision der Leihbank, welche dein Rechtspflege-Ausschuß überwiesen ward. — Eine Ein­gabe des Stadtraths zu Rinteln ward dem Desiderien- Ausschuß übergeben.

Hr. Nebel thau berichtete über die in voriger Sitzung gestellten Anträge des Hrn. Henkel, die Abänderung der landständischen Geschäftsordnung betreffend. Dem Bericht ist gleich, ein neuer Entwurf zu einer solchen beigeft'igt. Der Druck ward beschlossen. — Hr. Schwarzenberg: Bedauerliche Ereignisse in Verbindung mit Angriffen auf Per­sonen und Eigenthum haben im Lande Statt gefunden. ■ Sie beflecken die gute Sache, die so glorreich durchgeführt worden ist. Ich gehöre nicht zu denen, die da meinen, es sei das was wieder gut zu machen nicht mit einem dahin fließenden Strom, sondern wie wild dahin fluchender zu erlangen, ohne irgend einen Damm demselben entgegen zu setzen. Ich glaube, daß die Bewegung nothwendig ist, nicht aber die wilden Ausbrüche roher Leidenschaft. Wir haben schon Vieles erlangt, wir sind bereits im Besitz der Preßfreiheit, und das Recht der'Association und der Volks­versammlungen, und was der Fürst noch zugesagt, wird baldigst durch vorgelegte Gesetz-Entwürfe bethätigt werden. Aber Pflicht ist es eines jeden wahren Volksfreundes, die Regierung dermalen zu unterstützen, und deshalb stelle ich den Antrag, zu beschließen: die Stä'ndeversammlcmg sei