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deutschen Staaten, war die Rath- und Thatlosigkeit bis zu einem Grade gediehen, den man sich am Orte selbst nur schwer, außerhalb desselben abergar nicht, wird er­klären können.

Die preußische Regierung hatte bereits durch Wort und That sowohl die neueren Reichs- als die alten Bundes­gesetze verletzt, und durch ihre bekannten offiziellen Erklä­rungen eine vom Reiche unabhängige, ja drohende Stel­lung eingenommen, welche für das Reich um so bedeu­tungsvoller und mahnender sein mußte, als sie von den ansehnlichsten Rüstungen begleitet ward. Die Könige von Sachsen, Bayern, Hannover, befanden sich mehr oder- weniger mit ihrem Volke in einem Streite, welcher bereits zu gewaltsamen und blutigen Katastrophen geführt hatte.

Daneben hatten die Bestrebungen der rothen Republik sich wieder in verschiedenen unsinnigen Versuchen bemerklich gemacht, und die beiden prinzipiellen Feinde der zu Stande gebrachten Verfassung, die dynastische Partei einerseits, die demokratische anderseits, dienten sich gegenseitig zum Vorwande eines Bürgerkrieges, welcher zunächst und vor allem die deutsche Verfassung und deren Anhänger bedrohte.

Nichtsdestoweniger, und obgleich die Gefahr bereits bis zu dem Punkte gediehen zu sein schien, daß man in unterrichteten Kreisen die Befürchtung der nahe bevor­stehenden gewaltsamen Auflösung der Reichsverfassung und einer von Preußen usurpirten Centralgewalt hegen konnte, war nirgends der Weg eingeschlagen oder auch nur der Versuch gemacht, diesen Gefahren in geeigneter Weise zu begegnen. Die Reichsversammlung, auch in ihren extreme­ren Fractionen, hatte höchstens solche Beschlüsse gefaßt, welche geeignet sein konnten, Kämpfe zu entzünden, aber keinen, welcher, sei cs zur Beförderung, sei es zur Ver­hinderung der Kämpfe, eine wirksame Macht zu schaffen im Staude gewesen wäre. Die zustimmenden Regierungen hatten zwar negative Erklärungen gegen die Abänderung der Verfassung abgegeben und die Theilnahme am Oc- troyirungs-Congresse abgelehnt, nirgend aber gemeinschaft­liche und positive Maaßregeln ergriffen, welche, wenn auch nur zur Sicherstellung ihrer Selbstständigkeit, und damit vorerst wenigstens zum Schutze der Verfassung innerhalb ihres Territoriums, geeignet gewesen wären.

Der Präsident des Reichsministeriums v. Gageru hatte endlich dem Reichsverweser ein Programm vorgelegt, wel­ches sich zwar für die möglichste Beförderung der Verfas­sungsbewegung aussprach, aber für die sofortige positive Bildung einer gehörig gerüsteten engeren Bundesmacht keine Vorsorge traf.

Nachdem jedoch auch der Reichsverweser selbst dieses Programm verwiesen, und somit sich offen auf den ver- fassungfeindlichen Standpunkt der Vereinbarungsansprüche

gestellt hatte — ein Verhältniß , welches endlich zur Ent­lassung des Ministeriums Gagern führte — nachdem solcher­gestalt der Feind im Herzen selbst offenbar geworden war, verschwand vollends denen, welche zu handeln hatten, in der völligen Muthlosigkeit jeder thatkräftige und leitende Gedanke.

Im Casino waltete nur noch die Sehnsucht nach der Auflösung, welche der Club seitdem in der That an sich selbst vollzogen hat. Das Gefühl des politischen Lebens­überdrusses ließ hier keinen lebensfähigen Entschluß mehr keimen. Die vereinigte Linke suchte dagegen ihren Lebens­muth durch allerlei wilde Pläne zu bekunden, zu denen es ihr aber selbst am rechten Vertrauen gebrach. Der Nürn­berger Hof, eine Abzweigung der Weidenbuschpartei, be­strebte sich vergebens, die unversöhnlichen Gegensätze der Linken und der Rechten zu vereinigen. Die Versuche die­ser Partei, zwischen der Passivität der Rechten und den Revolutionsgelüsten der Linken eine gewisse Mitte zu hal­ten, konnten jedoch den rechten Weg nicht finden, und haben nur zu jenen Beschlüssen geführt, welche am Ende jetzt von allen Theilen als nutzlos und unpraktisch erkannt worden sind. Die Bevollmächtigten der verbündeten Staa­ten endlich ließen — außer daß sie Abends wohl zuweilen im Hotel d'Augleterre zusammen kamen — von ihrem Bunde eben Nichts bemerken.

In dieser theils verzweifelten, theils erschlafften und gänzlich darnieder liegenden Lage derDinge trat der Congreß unserer Vereine zusammen.

Zwei Motive hatten bei der Berufung dieses Con- gresses obgewaltet. Es kam erstens darauf an, neben den Demonstrationen der mit Recht oder Unrecht als Wühler verschrieenen demokratischen und Märzvereine auch den Gesinnungen des unverdächtigten und conserva- tiveren Theiles der Bevölkerung einen gemeinsamen und deutlichen Ausdruck zu geben. Sodann aber mußte der nationalen Partei in einem kritischen Augenblicke daran gelegen sein, an Ort und Stelle die Lage der Dinge zu erkunden und von den leitenden Mächten der Partei für ihr gemeinsames Handeln die Parole zu empfangen. Es liegt am Tage, daß der letztere Zweck aus dem Grunde nicht erreicht werden konnte, weil sich an Ort und Stelle keine leitenden Mächte vorfanden und noch viel weniger eine Parole ausgegeben ward. In dieser Beziehung muß­ten sich daher die näheren Verhandlungen des Congresses auf die Punkte beschränken, welche ein zunächst in die Augen springendes Bedürfniß, eine unmittelbar drohende Gefahr, berührten. Diese Verhandlungen haben zu den drei ersten Beschlüssen geführt. So ist aus den Drohun­gen Preußens und ans der Besorgniß einer willkürlichen Uebertragung der Centralgewalt durch den Reichsverweser