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Nachdrucke und mit der größten Standhaftigkeit entgegen zu treten hat. Eine Annahme ter Kaiserwahl darf nicht stattfinden, ohne die vorgängige oder gleichzeitige Aner­kennung der Reichsverfassung, indem nur in dieser (§. 68 ff.) die Ermächtigung der Nationalversamm­lung zu solcher Wahl gegründet, und ganz ausdrücklich auch nur „auf Grundlage der Verfassung" die Kaiserkrone dem Könige von Preußen dargeboten ist. Die Nationalver­sammlung darf auch nicht zu der „von den Re­gierungen zu beantragenden und von der Na­tionalversammlung zu genehmigenden" Uebernahme der Reichsverweserstelle von Seiten des Königs diese ihre Genehmigung ertheilen, wenn sie nicht ihren durch den bekannten Beschluß vom 27. Mai v. I. eingenommenen und seitdem unverbrüchlich festgehaltenen Standpunkt ge­radezu u m k e h r e n lassen will. — Zur erfolgreichen Durch­führung der hieraus fast unvermeidlich entspringenden Eon- fticte bedarf die Nationalversammlung des vollen und klaren Bewußtseins, daß das ganze deutsche Volk ihr dabei zur Seite stehe, und darum müssen insonderheit alle Vereine, die des deutschen Volkes Freiheiten und Rechte thatkräftig zu vertreten vorzugsweise berufen sind, diese Ueberzeugung überall und auf jede Weise in dem Volke kräftigen und wecken, sie müssen zunächst laut und weithin vernehm­lich ihre Stimme erheben zur feierlichen Betheuerung des unerschütterlichen Entschlusses, mit der aus dem Volke hervorgegangenen Nationalversammlung zu stehen oder zu fallen!

Eassel, am 9. April 1849.

Der Vorort des nationalen Vereines für Deutschland.

Namens desselben: der Vorsitzende, Dr. B. W. Pfeiffer. Weibezahn, Schriftführer.

Adresse des Vorortes an die deutsche National­versammlung.

Hohe deutsche Nationalversammlung!

Die hohe deutsche Nationalversammlung hat am 28ften März d. I. dem deutschen Volke seine Verfassung gegeben. Sie hat dabei das feste Vertrauen ausgesprochen, daß die Fürsten und Volksstämme Deutschlands großherzig und patriotisch in Uebereinstimmung mit der Nationalversamm­lung die Verwirklichung der von ihr gefaßten Beschlüsse mit aller Kraft fordern werden. Sie hat beschlossen, ver­sammelt zu bleiben, bis die Verfassung vollzogen, und der nächste Reichstag verfassungsmäßig berufen und zusammen getreten sein wird.

Die hohe Versammlung hat hiermit die Aufgabe gelöst, zu welcher sie berufen ward; bis zum letzten Augenblicke ihrer verfassunggebenden Thätigkeit ist sie des hohen Be­rufes sich bewußt geblieben, welchen ihr die Geschichte und das Vertrauen ihres Volkes übertrugen. Sie hat dieses Vertrauen erfüllt, und ihrerseits das Werk ihrer Thätigkeit dem Volke vertrauend übergeben. An diesem ist es jetzt, dem Vertrauen seines Parlaments zu ent­sprechen.

Hohe Nationalversammlung! Die Antwort, welche Ihre Deputation Ihnen von den Stufen des Thrones zurückgebracht hat, welcher der deutsche Kaiserthron zu werden berufen ist; — die schmerzlichen Erfahrungen, welche Ihre Deputation bei einem Theile der Vertreter jenes Landes machen mußte, welches vom Schickjal au die Spitze des deutschen Volkes gerufen wird; — sie sind ge­eignet, die Hoffnungen zu trüben, mit welchen die hohe Versammlung am 28. v. M. an den großherzigen Patrio­tismus der Fürsten und Volker Deutschlands appellirte. Das gewählte Oberhaupt Deutschlands, von engherzigen und kleinmüthigen Rathgebern umringt, hat es nicht wagen wollen, jenen großen Entschluß zu fassen, welchen der große Augenblick gebot. Die Antwort, welche die Depu­tation hoher Versammlung entgegen nehmen mußte, die Rote, welche die Regierung Preußens an die deutschen Regierungen erlassen hat, sie gehen — welches auch ihre Betheuerungen und vorgeblichen Absichten sein mögen — doch von Voraussetzungen aus, die der großen Errungen­schaft unseres Volkes, der vollendeten Thatsache seiner ruhmwürdigen Revolution, der Grundlage seiner Hoff­nungen und der Bedingung seiner Zukunft, feindlich gegen- uberstehen.

Die beiden Häuser der preußischen Volksvertretung haben zwar den Ministern ihres Königs zu wiederholten Malen den Weg vorgezeichnet, welcher zur Wiedergeburt Deutschlands führen muß. Die große Mehrheit jener Volks­vertreter hat laut und entschieden die verderbliche Politik verdammt, in welcher gleichwohl dieses Ministerium beharrt. Aber auch die preußischen Volksvertreter hat der große Augen­blick nicht groß genug gefunden. Von Parteiwuth zerris­sen, durch untergeordnete Rücksichten gefesselt, haben sie sich in der entscheidenden Stunde nicht bis zu jener imponi- renden Einheit des Entschlusses zu erheben vermocht, wel­chem auch die absolutistische Gewöhnung der preußischen Minister nicht hätte widerstehen können. Sie haben sich dann vertagt, und die Geschicke des deutschen Vaterlandes dem Ausgange der Verhandlungen überlassen, welche schon in der nächsten Woche Deutschland in einen unermeßlichen Abgrund des Verderbens stürzen können.

So ist es denn wiederum die constituirende deutsche