Blätter des MMWMMU BereLMes für DeNtschLamh,
veröffentlicht
durch den Vorort dieses Vereines.
Mr. 14. Cassel, den 2. April. 1949.
Diese Blätter erscheinen wöchentlick ein Mal, einen halben Bogen stark. Beilagen werden nach Bedürfniß beigefügt. Für das lausende Quartal sind die fehlenden Nummern für Januar durch Doppelnummern nachgeliefcrt. Der Abcnnemcntspreis beträgt 7*/, Sgr. für das Quartal, wofür alle Kurhcssischen Postämter sowie alle Buchhandlungen ohne Preiserhöhung Bestellungen annehmen. Bei den übrigen Postämtern wird nur ein geringer Aufschlag berechnet werden. Anzeigen jeder Art werden die Petitzeile oder deren Raum mit 1 Sgr. berechnet.
gt^ Nr. 15 wird nächsten Sonnabend den 7. April ausgegeben, und werden von da an die Blätter stets am Sonnabend erscheinen.
Adresse des Vorortes an Se. Majestät den König von Preußen.
Allerdiirchlaiichtigster König!
„Deutschland hat seine Verfassung! Deutschland hat seinen Kaiser! Der König des größten deutschen Stammes, des edlen Preußenvolkes, ist durch des deutschen Reichstages rettenden Beschluß zum deutschen Erbkaiser gewählt worden !" — Diese Nachricht erklingt durch Deutschlands Gauen und wird vom deutschen Volke, das nun seine Neugebnrt verwirklicht nnd gesichert sieht, mit zuversichtlichem Jubel begrüßt.
Ew. Majestät wollen huldreichst gestatten, daß in der Erhebung dieses großen Augenblicks auch wir vor den von dem deutschen Volke unter Gottes, des Allmächtigen, Hülfe neu und dauerhaft errichteten Kaiserthron hintreten, und im Namen des nationalen Vereines für Deutschland, welcher jetzt seine schon im Beginne dieses Jahres, nach Beschluß fast aller diesen Gesammtverein bildenden Zweigvereine , der deutschen Nationalversammlung vorgefegte dringende Bitte nu erbliche llcbertragung der deutschen Rcichsgewalt an die Krone Preußen erfüllt sieht, unseren Gesinnungen und Erwartungen einen ehrfurchtsvollen Ausdruck verleihen.
Vor Jahresfrist war es, als Ew. Majestät es der deutschen Nation verkündigten, wie Sie, von dem Verlangen beseelt, den deutschen Staatenbund in einen Bundesstaat verwandelt zu sehen, und von der Erkenntniß durchdrungen, daß Deutschland, gegenüber den bedrohlichen inneren und äußeren Gefahren, der innigsten Vereinigung der deutschen Fürsten und Völker unter einer Leitung
bedürfe, diese Leitung für die Tage der Gefahr in der Erwartung übernehmen wollten, daß Deutschland sich derselben mit Vertrauen anschließen werde.
Und nun nach Jahr nnd Tag ist es geschehen, daß das deutsche Volk durch den einmüthigen Beschluß seiner Vertreter die Antwort gegeben hat. Der deutsche Bundesstaat ist durch eine Reichsverfassung begründet, welche alles Das enthält, was Ew. Majestät für Deutschlands Zukunft schon damals nöthig erklärten; das deutsche Volk aber hat ersannt, daß die Tage der Gefahr für Deutschland nicht enden können, falls nicht jene einheitliche oberste Leitung als erbliches deutsches Kaiserthum dem königlichen Hause der Hohenzollern dauernd übertragen würde. Nur in dieser Einheit erblickt das deutsche Volk die unerschütterliche Grundlage für Deutschlands Macht nach außen, für seine Freiheit und seine Wohlfahrt im Innern. So hat das deutsche Volk sich mit all' seiner Zukunft vertrauensvoll der Leitung und dem Entschlusse Ew. Majestät angeschlossen! Und nicht blos die ächt deutsche Gesinnung, welche Ew. Majestät von jeher neben der Liebe für Preußens Volk, das die deutsche Nation mit Stolz zu ihren edelsten Stämmen rechnet, bekundet und bewährt hat, — nicht blos die Verheißung, welche in der königlichen Verkündigung vom 21. März v. I. enthalten ist, bürgt uns dafür, daß Ew. Majestät diesem Vertranen jetzt und allezeit entsprechen, nnd, getragen von dem mächtig erwachten Bewußtsein der deutschen Ration, Deutschland stark und frei und glücklich machen werden; eine weitere Bürgschaft hierfür erblicken wir in der glorreichen Geschichte des Hauses der Hohenzollern, welches unverkennbar zu dem erhabensten Berufe auserlesen ist. Ew. Majestät ist es beschieden, diesen Beruf