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dann darf es keine Parteien geben. Auch jetzt, in dem Augenblicke, wo man unserem werdenden einigen Volks­staate das Leben rauben will, auch jetzt darf es nur Eine Partei im Vaterlande geben, die Partei Derjenigen, die ihn gegen jeden Feind vertheidigt und treu zum bedrohten Parlamente steht. Wer ihr angehören will, dem bieten wir in diesem großen Augenblicke freudig und versöhnt die Bruderhand."

Diese Erklärung sollte der deutschen Nationalversamm­lung in Frankfurt, insbesondere auch den Kurhessischen Reichstagsdeputirten überreicht, und dem Vorort des nationalen Vereins zur Verbreitung unter allen Zweigver­einen mitgetheilt , sowie durch die öffentlichen Blätter zur allgemeinen Kenntniß gebracht werden.

Indem wir diese Beschlüsse des hiesigen Bürgervereincs, welche in ihrem zweiten Theile erst nach der Genehmigung des Welcker'schen Antrages ihre Geltung erlangen würden, hiermit sofort zur Kenntniß aller verbundenen Vereine bringen, wollen wir heute nur wenige Worte der Betrach­tung hinzufügen. In dem Augenblicke, als die nebelhafte Verwirrung, in welche unser deutsches Verfassungswerk zu verfallen drohte, durch die neuesten Schritte der öster­reichischen Regierung den höchsten Grad zu erreiche« schien, da brach als rettender Lichtstrahl Welcker's Antrag durch alle Nebel hindurch. Nach allen Nachrichten dürfen wir mit voller Zuversicht erwarten, daß die Nationalversamm­lung mit beträchtlicher Majorität sich zur Genehmigung dieses Antrages erheben, und so durch einen großartigen Beschluß Deutschland eine Verfassung und eine große sichere Zukunft geben wird. Auf diese Mehrheit müssen wir um so entschiedener rechnen, als nach der jetzigen Lage der Sache nicht die Rede davon sein kann, daß Oesterreichs Abgeordnete in der Paulskirche ein Stimm­recht ausüben dürften. Schon vor den letzten Ereignissen war dieses Stimmrecht nicht ohne triftige Grunde vielfach in Frage gestellt; *) allein nachdem die deutschen Provin­zen Oesterreichs zufolge der octroirten Verfassung, welche die Existenz Deutschlands völlig ignorirt, mit allen übri­gen Landen des österreichischen Kaiserhauses in die engste einheitliche Staatsverbindung gesetzt, nachdem dieselben außerdem und abgesehen von den in dieser Verfassung ent­haltene Bestimmungen ausdrücklich für vollkommen selbst­ständig erklärt worden sind, da kann, so lange nicht eben diese Verfassung erst gänzlich beseitigt sein wird, kein Oesterreicher, dem das Gefühl von Ehre und Vaterlands­

*) S. auch die unten folgende Adresse des Bürgervcrcins zu Altenburg.

liebe nicht gänzlich mangelt, sich befugt wähnen, der freien Selbstgestaltung des übrigen Deutschlands durch seine Stimme in der Paulskirche hemmend entgegenzutre­ten. Die neuesten Vorschläge des österreichischen Cabinets über die Herstellung eines neuen (oder alten) Staaten­bundes, in welchem Oesterreich, unter Beseitigung der Volksvertretung, von vornherein von 70 Stimmen des proponirten Staatenhauses 38 für sich fordert, enthalten nichts, als einen Hohn gegen den Willen des deutschen Volkes, sich zu einem volksthümlichen Bundes­staate zu vereinigen. Die deutschen Brüder aus Oester­reich können jetzt nicht in der Paulskirche wirken, — nein, ihr Beruf fordert sie in ihr Heimathland, um dort gegen die schmachvolle Politik ihrer jetzigen Regierung für die deutschen Interessen und für die Freiheit zu wirken, und so ihre Rückkehr zu dem großen deutschen Kaiserreiche vor­zubereiten. — In diesen Stunden fallen in Frankfurt die Würfel der Entscheidung! Wird der Antrag Welckers angenommen, dann beginnt die heilige Pflicht für jeden Deutschen, mit allen Kräften an der von Deutschlands Parlament ertheilten Verfassung festzuhalten und für deren ungesäumte Vollziehung zu wirken. Sollte aber wider alle Wahrscheinlichkeit die Mehrheit der Nationalversamm­lung diesen Antrag nicht genehmigen, nun — so hätten wir diese Mehrheit zu respectiren, und uns mit dem Be­wußtsein zu beruhige», daß auch dann noch auf dem Wege der einzelnen Beschlußnahme ein glückliches Zustandekommen der Verfassung mindestens nicht unmöglich ist, ja, daß auch dann der Antrag Welckers gleichwohl nicht ohne Nutzen bleiben würde, da er immerhin Viele zur Erkennt­niß der Größe des Augenblicks geführt, und viele von denen, welche bisher im Zögern und Declamiren die Ret­tung ihrer Pläne suchten, mindestens von der Nothwen­digkeit überzeugt hat, thunlichst rasch zu Entschlüssen und zu Thaten zu gelangen.

Adresse des BürgervereineS zu Altenburg.

Wir lassen die in der letzten Nummer dieser Blätter erwähnte Adresse des Bürgervereins zu Altenburg hier folgen.

Hohe National-Versammlung!

Jetzt, wo es die endliche Feststellung der deutschen Verfassung und die Errichtung einer kräftigen Centralge­walt im Bundesstaate gilt, suchen noch einmal die Feinde des Vaterlandes und wahrer Freiheit Alles daran zu setzen, um die Erreichung jenes Zieles zu verhindern.

Die die Freiheit fürchten, und die eine kräftige Re-