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Blätter

des natisnâLen Vereines für Deutschland,

veröffentlicht

durch den Vorort dieses Vereines.

IVr. IT. Cassel, den 19. März. 1840.

Diese Blätter erscheinen wöchentlich ein Mal/und werden Montag Abends, einen halben Bogen stark, ausgegeben. Beilagen werden nach Bedürfniß beigefügt. Für das laufende Quartal sind die fehlenden Nummern für Januar durch Doppelnummern nachgeliefert. Der Abonnementspreis beträgt 7'/, Sgr. für das Quartal, wofür alle Kurhessischcn Postämter sowie alle Buchhandlungen ohne Preis­erhöhung Bestellungen annehmcn. Bei den übrigen Postämtern wird nur ein geringer Aufschlag berechnet werden. Anzeigen jeder Art werden die Petitzeile oder deren Naum mit 1 Sgr. berechnet.

Beschlüsse der Generalversammlung des Bürger- vereinS zu Cassel, vom 16. März 1848.

Der Bürgerverein in Cassel hat Angesichts der von verschiedenen Seiten nunmehr zu Tage getretenen gefähr­lichen Versnche, welche auf Vereitelung des deutschen Bundesstaates , auf Schwächung und Vernichtung seiner Machtbefugniß, endlich sogar auf Beseitigung der Volks­vertretung gerichtet sind, und gegenüber den Gefahren, womit die Feinde deutscher Einheit und Freiheit das deutsche Reich in der Geburt zu vernichten suchen, in seiner heutigen Generalversammlung beschlossen:

1) Wir vertrauen, daß die hohe dentsche National­versammlung bei der bevorstehenden Entscheidung über den Antrag des Abgeordneten Welcker jeden Parteien- und Prinzipienstreit vergessen, nnd nach diesem Anträge dasjenige beschließen und ergreifen möge, was die Lage des Vaterlandes, Staatskingheit und Patriotismus erfor­dern.

2) Wir vertrauen, daß auch diejenigen Mitglieder der deulschen Nationalversammlung, welche bisher, aus Rück­sichten für ein besonderes Heimathland oder für eine be­sondere Theorie sich den Wünschen der meisten Völker nnd Fürsten widersetzten, jetzt, wo das ganze Werk ge­fährdet ist, der Rettung des Ganzen sich nicht entziehen werden.

3) Insbesondere vertrauen und erwarten wir von den kurhessischen Herrn Reichstagsabgeordneten, welche bisher besseren Ueberzeugungen zu folgen glaubten, indem sie entweder für ein Directorium oder für einen republi­kanischen Präsidenten kämpften, daß sie nunmehr, wo

sich das Eine als unthnnlich und verderblich, das Andere als unausführbar erwiesen hat, einer fruchtbaren und gedeihlichen Entscheidung anschließen. Mochten sie beden­ken , daß das Verfassungswerk, dessen Vollendung ihnen obliegt, viel zu gut ist, um einem unnützen und unwich­tigen Prinzipienstreite geopfert werden zu dürfen. Möch­ten sie bedenken , daß diese freieste Verfassung mit dem freiesten Wahlgesetz, welches die Geschichte kennt, durch ihre verneinende Abstimmung dem Volke ganz verscherzt werden könnte. Mochten sie einen Blick auf die Lage der Welt, auf die Lage Deutschlands werfen und erwägen, daß an die Vernichtung unseres Einheitsstrebens sich als gewisse Folge die Rückkehr alter Zustände, als wahrscheinliche eine greuelvolle Revolution; aber als ein höchst unge­wisses Ende der von ihnen selbst etwa angestrebte schließ­liche Ausgang knüpfen wurde.

Möchten sie endlich bedenken, daß das Volk sie nach Frankfurt gesandt hat, um den Bundesstaat zu schaffen, nicht um ihn zu verhindern, und daß, wenn er ver­hindert werden sollte, die Gründe und Motive Derer, die ihn hinderten, von der Geschichte als gleich sehr ver­derblich gerichtet werden müßten.

4) Wir schließen uns aus vollster Seele der von dem Verfaffungsausschuß der deutschen Nationalversammlung ausgesprochenen vertrauensvollen Erwartung an, daß die Fürsten und Volksstämme Deutschlands großherzig und patriotisch mit diesem Beschluß übereinstimmen, und seine Verwirklichung mit aller Kraft fordern werden. Zn die­sem Vertrauen fordern wir endlich

5) alle unsere deutschen Mitbürger auf, wes Zeichens und Glaubens sie sein mögen, sich unserer Erklärung an­zuschließen. Wenn es die Rettung des Vaterlandes gilt,