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haben Euch Unser Her; offen hingelegt, wie es sich unter deutschen Männern geziemt; Ihr kennt jetzt jeden Schlag, jede Regung desselben, darum sprecht das Urtheil aus, ob wir würdig sind, in Eure Mitte ausgenommen zu wer­den ! Uneinigkeit war es von jeher, was dem Deut­schen vorgeworfen wurde, was ihn zu Boden drückte; darum laßt uns einig sein, laßt uns einig dem gemein­samen Ziele zustreben!

Wir wollen uns fest an Euch anschließen, wir wollen fest an Deutschland halten, es als unsere Braut umfan­gen, so warm und so innig, wie der liebende Jüngling die Jungfrau, wie der Bruder den langcntbehrtcn Bruder, wie das Kind an die geliebte Mutterbrust sich schmiegt. Wir wollen uns den von Euch gegebenen Statuten freu­dig unterwerfen, wir wollen ein Glied der großen Kette bilden, die Ihr da zu Cassel schmiedet; aber kein lebloses, kein unthätiges, wir wollen ein regsames Glied sein, das rathend und helfend Euch zur Seite steht.

Nehmt unsern Dank für das freundliche Entgegen­kommen, und entrichtet jedem deutschen Bruder, der da Euch zur Seite wandelt im Herzen von Deutschland, den wärmsten Gruß und Kuß von den deutschen Brüdern aus dem Kärntnerlande, die da gewappnet stehen an dem äußersten Grenzpfahle unseres gemeinsamen Vaterlandes!

Klagenfurt am 11. Dezember 1848.

Im Namen des Volksvereins von Kärnten:

ANtoN Stahlberg, Obmann. Ratz, Schriftführer.

Auf dieses, gegen Ende vorigen Jahres dahier einge­troffene Schreiben erließ der Vorort des nationalen Ver­eines, kurze Zeit bevor in der Nationalversammlung Gagern's Ministerprogramm debattirt und angenommen wurde, folgendes Antwortschreiben:

Deutsche Brüder!

Mit freudiger Bewegung haben wir Eure Deitritts- anzeige zum nationalen Verein für Deutschland entgegen­genommen , und heißen Euch herzlich willkommen in die­sem Bunde deutscher Männer. Als wir Euer Schreiben lasen, in welchem uns Euer deutsches Herz so offen und so glühend entgegeuschlug, da ergriff uns Alle das erhe­bende Gefühl, daß es in dieser trüben und zerrissenen Zeit Eines giebt, was alle Stürme überdauern wird und muß: das mächtiger als je erwachte Gefühl für das deutsche Vaterland. Dieses Gefühl bis an die fernsten Grenzmarken hinzutragen, es zu wecken und zu pflegen und zur Geltung zu bringen, das ist eine der würdigsten

Aufgaben, die unser Verein auf seine Fahnen zu schrei­ben hat. Wir erblicken in Eurem Veitrittsschreiben einen glücklichen Erfolg und zugleich eine glückliche Vorbedeu­tung für unsern Verein. Der Ausdruck Eurer begeister­ten Vaterlandsliebe, der jedes deutsche Mannesherz zur edel» Nacheiferung entflammen muß, enthält zugleich die Bürgschaft, daß Deutschland nicht untergeben kann, daß unser herrliches Vaterland durch den Willen seines Vol­kes sich durchringen wird und muß zur Einheit, Freiheit, Macht und Wohlfahrt!

Unser Bund ist also geschloffen und steht unauslösch­lich in unsern Herzen geschrieben. Frei von Sonderin­teressen, frei von der alten Eifersucht der deutschen Stämme, streben wir vereint nach dem einen Ziele, nach dem Heil Deutschlands.

Deutsche Brüder! Euch ist in diesem Streben ein ho­her, ein wichtiger Beruf beschieden. An Euch ist es, unsere gute deutsche Sache da zu vertreten, wo es am Schwierigsten, wo es am Gefährlichsten ist. Ihr habt für sie zu werben und zu wirken in immer weitern Kreisen, an dem äußersten Grenzpfahle unseres gemeinsamen Va­terlandes"! Doppelt wichtig wird Eure Mission, wenn unsere Hoffnung, alsbald alle deutsche Gaucu in einem Bundesstaate, in einem Reiche vereinigt zu sehen, der­malen noch nicht zur Ausführung kommen, wenn Oester­reichs deutsche Provinzen in diesen engern Verband der­malen noch nicht eintreten sollten. Täglich mehr scheint es, als ob die Lage Oesterreichs mit überwältigender Nothwendigkeit unsere Hoffnungen in dieser Hinsicht im jetzigen Augenblicke vereiteln werde. Aber wir erblicken darin nicht etwa einen Grund der Trennung von Euch, nein, ein doppeltes Bedürfniß des innigsten Zusammen­wirkens. Wenn Oesterreichs deutsche Lande dermalen un­ter dem österreich'schen Gesamnitstaate bleiben müssen, wenn alsdann das übrige Deutschland mit Preußen an der Spitze sich zum engern Bundesstaat vereinigen wird, so wollen wir, deutsche Brüder, uns nicht etwa gegen­seitig mit dem Troste begnügen, daß die Trennung der erste Schritt zum Wiedersehen sei! Nein, wir verlangen, daß auch dann nicht nur keine Trennung des bisherigen Bundesverhältnisses, sondern daß alsbald, so weit als irgend möglich, eine Stärkung und innigere, engere Belebung dieses Verhältnisses eintreten müsse. Euch aber und Euern Gesinnungsgenossen in Oesterreich erwächst alsdann die erha­bene Aufgabe, in dem österreichischen Centralstaate unsere deutsche Nationalität wenn anch ohne die Gleichberech- tigung fremder Zungen zn verkennen zu vollem Selbst­gefühl und zu derjenigen Geltung zu bringen, die das germanische Element sich durch seinen innern Werth nach Osten hin zwar langsam aber unaufhaltsam theils ver-