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von dem nur etwa 300,000 Ctr. von Amerika in den Zollverein alljährlich eingeführt werden, während unsere eigene Production jährlich eine halbe Mill. Ctr. für den inneren Bedarf liefert. Mehr oder weniger würden also nicht einmal die Consumenten den Vortheil der niedrigen Zölle genießen, sondern das Ausland würde es sein, welches auf Kosten der Consumenten sowohl, als der heimischen Production und Industrie, den größten Nutzen davon zöge!" Diese Wahrheit kann nicht genug zur all­seitigen Beherzigung empfohlen werden.

Es giebt also hier offenbar vorgefaßte Meinungen zu berichtigen und widerstrebende Interessen zu vermitteln zum Frommen der gemeinsamen Wohlfahrt des Vater­landes.

Wir wünschen daher, daß Sie in Ihrem Wirkungs­kreise stets darauf hinweifen mochten, daß es der lebhaf­teste Wunsch des Südens ist, daß auch in der hochwich­tigen Zollfrage eine ersprießliche Vereinigung stattfinden möge, und daß man diesseits hoffe, die Parteien werden gegenseitig zu Opfern bereit sein, im Interesse der Ein­heit und künftigen Wohlfahrt des Gefammt- Vaterlandes.

Die Erfahrungen dieses Jahres sind nicht überall wirkungslos am Volke vorübergegangen; man fühlt nach­gerade , daß, wenn ans unseren politischen Bestrebungen überhaupt etwas werden soll, vor allen Dingen die Ein­heit des Vaterlandes begründet werden müsse, und daß diese Einheit Opfer erheische, wie politisch, so materiell. Die Verständigung zu diesen gegenseitigen Opfern der Einheit willen anzubahnen, muß die Aufgabe aller wahren Vaterlandsfreunde sein und in diesem Sinne wollen Sie diesen unsern langern Vortrag brüderlich aufnehmen, dem­selben die wünschenswerthe Verbreitung geben, und uns recht bald mit einem freundlichen Berichte über dessen Aufnahme erfreuen. Wir hoffen auf einen regen und nutzbringenden Verkehr unter uns und schließen mit deut­schem Gruß und Handschlag."

Aufruf zum Schutze der deutschen Einheit.

Wenn gleich seit dem Erlaß der nachstehenden Adresse des vaterländischen Vereines zu Mannheim bereits ein Monat verstossen ist, so sind doch diejenigen Verhältnisse, welche die Veranlassung zu derselben gegeben haben, noch keineswegs überwunden, haben vielmehr in diesem Augen­blick , wo die Veröffentlichung der Grundrechte noch immer nicht allgemein erfolgt ist, während gleichzeitig die Fürsten

oder Einzelregierungen Conferenz halten über das deutsche Verfassungswerk, in gewissem Sinne eine gesteigerte Be­deutung. Mag man nun auch die in dieser Adresse aus­gesprochene Besorgniß nicht in vollem Maße begründet halten, mag man namentlich an die redliche Absicht Preu­ßens, welches jene Conferenz veranlaßte, glauben, — jedenfalls halten wir uns verpflichtet, diese Adresse nach­stehend noch zur allgemeinen Kenntniß zu bringen.

Hohe Nationalversammlung!

Das Vaterland ist in Gefahr! Es ist bedroht, mehr noch durch seine inneren, als durch seine äußeren Feinde! Nichts vermag es zu retten ans diese» Gefahren, als die schleunigste und vollständigste Herstellung eines möglichst einheitlichen, gesetzlichen, auf Freiheit gegründeten Zu­standes. — Darum hat das Volk die endlich erschienenen und durch ein Reichsgesetz ihm verbrieften Grundrechte freudig begrüßt! Darum sieht es mit banger Sehnsucht der endlichen und glücklichen Vollendung des Verfassungs­werkes entgegen! Darum aber auch steigt täglich mehr feine Entrüstung gegen diejenigen deutschen Regierungen, welche die alte volksfeindliche Politik, die von jeher die Schmach und die Erniedrigung der deutschen Nation zur Folge hatte, wieder aus dem Grabe heraufbeschworen, um das Jnolebenführen der Grundrechte des Volkes zu erschweren, das baldige Zustandekommen des Verfassungs­werkes zu hintertreiben , unv allenfalls durch eine zweite Auflage des Rheinbundes das Vaterland abermals zu ver­rathen. — Die deutschen Regierungen scheinen zu schnell den Ursprung dieser hohen Versammlung wieder vergessen zu wollen. Sie sollten sich doch noch erinnern, daß sic zu deren Zusammentritt selbst mitwirkten zur Zeit, als das Volk sein unveräußerliches Hoheitsrecht, das älter ist, als das der Dynastien, von den zitternden Thronen zuruck­forderte, und dieses wiedererrungene Hvhcitsrecht in die­ser hohen Versammlung verkörperte! Es handelte sich da­mals wahrlich nicht um eine politische Taschenspielerei. Welche Hintergedanken auch die Regierungen gehabt haben mochten, das Volk hatte nur einen und zwar einen auf­richtigen , unwandelbaren Gedanken: Die Einheit des Vaterlandes, seine Freiheit und seine Große! Abgeson­dert von der alten treulosen Politik der Cabinette sollte die hohe verfassunggebende Nationalversammlung mit souve­räner Machtvollkommenheit jenen einen, großen und reinen Gedanken in's Leben einführen.

Vertreter des Volks! So bleiben wenigstens Sic eingedenk Ihres Ursprungs und treu der übernommenen Verpflichtung. Vollenden Sie das Ihnen aufgetragene große Werk mit dem hohen Muthe, welcher allein das