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Es dauerte daher auch vom Jahre 1831 bis zum Jahre 1835, ehe der Anschluß unseres Landes an den preußi­schen Zollverein zu Stande kam.

Nachdem dies aber einmal geschehen war, änderte sich Alles schnell. Zunächst war der Anschluß für unseren Wein- und Tabakbau von so erfreulichen Folgen, daß ein großer Theil der Bevölkerung schon um deswillen das frü­here Borurtheil fallen ließ; der frühere unreelle Handel bildete sich in einen regelmäßigen aus und fand in dem erweiterten Feld reichliche Entschädigung für anderseitige Verkürzung; bald erhoben sich im ganzen Lande eine Menge Fabriken, namentlich im Zweige der Baumwollen- Manufactur. Natürlich flossen dadurch die Quellen der Einnahmen reichlicher, der Handel gewann sehr an Aus­dehnung, und eine Menge fleißiger Hände, die früher vergebens nach Arbeit suchten, fanden lohnende Beschäfti­gung. So söhnten die wohlthätigen Wirkungen des An­schlusses an den Zollverein mit den hohen Zöllen aus, und so viele Gegner der Zollverein früher im Lande zählte, eben so viele Freunde hat er jetzt. Und wenn wir im Allgemeinen auf die Wirkungen des Zollvereins Hinblicken, so gebührt namentlich ihm die Anerkennung, daß er außer wesentlicher Beförderung des materiellen Wohlstandes auch die politische Vereinigung Deutschlands sehr befördert habe.

Hannover und der Steuerverein überhaupt, sowie die übrigen Küstenländer sind nun eben in derselben Lage, wie wir es früher waren; sie sträuben sich jetzt, wie wir frü­her , gegen eine Vermehrung der Steuersätze auf Zucker, Caffee, Thee, Wein rc., »nd befürchten, wie wir früher, eine Beeinträchtigung ihres Handels und ihrer Schifffahrt. Wir verübeln ihnen dies nicht; derartige Befürchtungen sind der natürliche Ausfluß des Besitzthums. Wir selbst sind nicht gemeint, daß eine Vereinigung mit dem Zoll­verein ohne alle Concession von seiner Seite gemacht wer­den soll. Handel und Schifffahrt sollen möglichst berück­sichtigt werden, und wenn die Zustände Deutschlands nicht von der Art wären, daß die Finanzen den Steuerpflichti­gen nicht nur keine Erleichterungen gewähren können, sondern ihnen vielmehr erhöhte Lasten zu den bestehenden aufbürden müssen, so wären wir mit die ersten, welche auf namhafte Ermäßigungen der Zölle auf Zucker, Caffee, Thee rc. autragen würden; früher in besserer Zeit haben wir dies fortwährend gethan.

Wir sind aber auch überzeugt, daß es in Hannover und den betreffenden Ländern kommen würde, wie es bei uns gekommen ist. Man würde sich im Fall des An­schlusses bald überzeugen, daß das Vorurtheil die Wirk­lichkeit überboten habe, und daß die überwiegenden Vor­theile einerseits wohl einige untergeordnete Opfer ande­rerseits werth seien. Und in der That , es müssen für

die einzelnen Landestheile des Nordens materielle Vor­theile der mannigfachsten und bedeutungsvollsten Art aus einem vollständigen und unbedingten Anschlusse au einen Länder-Compler von 29 Millionen Seelen hervorgehen. Am allerwenigsten können durch einen unbeschränkten An­schluß an unser ausgedehntes und für den Handel und Gewerbe ergiebiges Binnenland der Handel und die Schifffahrt der Küstenländer Noth leiden; dies wäre ge­gen die Erfahrungen aller Zeiten und aller Völker. Wir sind vielmehr überzeugt, daß die für die Küstenländer aus dem Anschlusse entspringenden Vortheile die damit verbundenen Belastungen im Allgemeinen bei weitem über­bieten werden.

Wäre dies aber auch nicht, oder in minderem Grade der Fall, so dürften wir im Suden doch auch an den deutschen Sinn unserer Brüder im Norden appelliren.

Der Zolltarif-Entwurf für das vereinte Deutschland, der sein Dasein der Partei der Freihandelsmänner ver­dankt, hebt es auf wohlfeile Zolle für Caffee, Zucker, Thee, Taback, Wein rc. ab; der desfallsige Finanzausfall soll durch erhöhte Einfuhr in diesen Artikeln und nament­lich auch dadurch gedeckt werden, daß durch gleichzeitige Ermäßigung der Zölle auf Fabrikate und Halbfabrikate auch die Einfuhr von Manufacturen sehr vermehrt würde!

Die Folgen der Annahme dieses Tarifs für unser Zollvereinsgebiet aber wären die, daß Millionen von Ca pitalien, die in Folge des bestehenden Zollschutzsystems in Fabriken angelegt wurden, verloren gingen, daß in allen Theilen des weiten Zollvereinsgebiets durch den Ruin der Fabriken tausende und abermals tausende flei­ßiger Arbeiter dem Elende preisgegeben würden, und daß die Wein-Produzenten am Rhein und an der Mosel, sowie unsere Landleute mit ihrem starken und einträg­lichen Tabakbau, die Beute des frohlockenden Auslandes werden müßten. Um diesen Preis würde der wohlfeile Caffee, Zucker, Wein rc. rc. im Norden doch zu theuer für das Gesammt-Vaterlaud! Hier müssen unsere Brü­der im Norden sich auf den Boden eines ausgedehnteren Patriotismus stellen. Wir machen übrigens auch beson­ders darauf aufmerksam, daß selbst, wenn für das ganze deutsche Zollgebiet die im Norden beliebten niedrigen Ein­gangszölle angenommen wurden, eine Vertheuerung ver­schiedener Artikel, als namentlich Wein, Tabak und Fa­brikate , doch unausbleiblich wären. Denn während der jetzige höhere Eingangszoll im Zollverein die Preise der französischen Weine wegen verminderter Einfuhr bedeu­tend herabgedrückt hat (was der Norden dem Zollverein zu danken hat), würden sie wieder eben so sehr und noch mehr steigen, wenn ihnen ganz Deutschland um einen mäßigen Zoll offen stände; eben so wäre es mit Tabak,

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