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Aber nicht blos in diesen Vorschlägen Preußens, sondern auch in denjenigen Erklärungen der Note, welche die eigene Stellung Preußens und seiner Dynastie im deutschen Bundesstaate betreffen, finden wir diese Gewähr. „Preußen strebt nach keiner Machtvergrößerung oder Wurde für sich selbst;" — „es hält sich aber verpflichtet, sich bereit zu erklären, Deutschland diejenigen Dienste zu leisten, welche dieses im Interesse der Gesammtheit von i^m verlangen sollte, selbst wenn dieses nicht ohne Opfer von seiner Seite geschehen konnte." Hiermit sind alle theils geflissentlich ausgebreiteten, theils ehrlich gehegten Gerüchte und Befürchtungen, als werde Preußen die Uebertragung der definitiven Ecutralgewalt nicht aunehmen, gänzlich vernichtet. Wenn zugleich erklärt wird, „Preußen werde keine ihm angebotene Stellung annehmen, als mit freier Zustimmung der verbündeten Regierungen", so wird man unter letzteren bei der klaren Auffassung der Stellung Oesterreichs und der ausgesprochenen Nothwendigkeit einer gegenseitig ungehinderten Kon- ftituirung des deutschen Bundesstaates einer- und Oesterreichs andrerseits, zunächst die österreichische Regierung nicht mitzuverstehen haben. Abgesehen von dieser aber vermehren sich die zustimmenden Erklärungen der deutschen Regierungen in dieser Hinsicht fortwährend; bereits haben (wenn wir richtig gezählt haben) 17 Fürsten ihre Zustimmung ausgesprochen. Und alle übrigen deutschen Dyna- stieen werden — das mögen wir nicht bezweifeln — in gleich ehrenhafter Weise allmälig den hohen Beruf Preußens und seines Kvnigsstammes erkennen und aussprechen, mögen anch die gegnerischen Organe sich selbst durch ihre naiven und schaamlosen Verunglimpfungen noch so sehr herabsetzen und besudeln, und wie z. B. die „Flugblätter aus der deutschen Nationalversammlung" (Nr. 11.), in unverhohlener Freude über angebliche Wahlsiege der preußischen radicalen Demokraten — wenn gleich der eigenen politischen Feinde — jubeln und fast im Tone übermüthigster Drohung erzählen: „jetzt steht der Nachkomme Wallensteins, der neue Herzog von Friedland, an der Spitze von 600,000 Bajonetten, nachdem er die Feinde des Kaiserstaates wie Spreu auseinandergejagt hat. Kein Oesterreich und kein Preußen mehr! könnte jetzt in der That zu einer Wahrheit werden, freilich in einem andern Sinne, als in dem Dahlmann'schen" u. s. w. Gerade solche Sprache muß vollends geeignet sein, jeden Zweifelnden aufzuklären, wo Deutschlands Freunde zu suchen seien, zumal wenn man ihr gegenüber die Erklärung der preußischen Regierung betrachtet. Wenn diese schließlich ihre Ansicht dahin ausspricht, „daß die Aufrichtung einer
neuen deutschen Kaiserwürde zu der Erlangung einer wirklichen und umfassenden deutschen Einigung nicht nothwendig sei", vielmehr das ausschließliche Austre- ben dieser Form bedenklich werden könne, so mag man dies entweder als eine Aeußerung der Vorsicht betrachten, welche zugleich, namentlich den übr gen Regierungen gegenüber, in Verbindung mit den begleitenden Zusicherungen eine beruhigende Wirkung hervorbringen muß, oder man mag das Wesentliche im Kaiser titel, oder den Gegensatz darin finden, daß die „nene Kaiserwürde" als eine erbliche gedacht wird, während die alte auf der Wahl beruhte, oder man mag sich in sonstigen diplomatischen Vermuthungen ergehen; jedenfalls steht dadurch nur um so ehrlicher und unzweideutiger der Entschluß fest, selbst ohne einen Gewinn der Kaiserwürde, dem immer allgemeiner werdenden Rufe folgend, an Deutschlands Spitze zu treten! —
Von diesem Verständnisse ausgehend, müssen wir — unbeschadet der nöthigen Wachsamkeit — die Erklärung der preußischen Regierung mit Zutrauen freudig begrüßen. Wenn die übrigen Regierungen rückhaltlos und ehrlich auf diese Vorschläge eingehen, so wird die Nationalversammlung dadurch bei Durchführung ihrer erhabenen Aufgabe eine erwünschte Stütze finden. Denn das Eine laßt uns unerschütterlich festhalten: in der Machtvollkommenheit und der Thatkraft der Nationalversa m m l u n g beruht Deutschlands Z u k u n f t!
Cassel, am 1. Februar 1849.
r — r.
Vermischtes.
Der deiitsche Club zu Hamburg hat im vergan- geuen Jahre einen Preis von 60 Thlrn. für die beste Volksschrift ausgesetzt, durch welche die Gründe und Folgen Kt deutschen politischen Volkserhebung und die errungenen Rechte klar anseinandergesetzt, und die Leser über die Anwendung dieser Volksrechte und über Wahrung der politischen Errungenschaften am besten aufgeklärt werden wurden. Unter mehreren eingegangenen Coucurrenzschrif- ten ist der des Lehrers Kirchmann zn Eutin der Preis zuerkannt worden, und wird diese in der Kürze veröffentlicht werden.
Zusendungen aller Art, anch die für die Redaction dieser Blätter bestimmten, sind nach wie vor zn adressiren: „Au den Vorort des nationalen Vereines für Deutschland, zn Händen des Herrn O. A. G. Raths a. D. Mr. B. W. Pfeiffer, zu Cassel."
Herausgegebcn, verlegt und gedruckt von Heinrich Ho top in Cassel.