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Culturen, der Holzmangel in Hessen ein bleibender werde; da das Land verhältnismäßig sehr große Waldflächen- be­sitzt und auch der Kohlenbergbau in neuerer Zeit durch das Entstehen vieler Werke eine sehr bedeutende Ausdehnung ge­wonnen hat, daher wohl mit Grunde angenommen werden kann, daß die vermehrten Mittel zur Befriedigung mit der nicht zu verkennenden Steigerung des Bedarfs in einem ange- messencn Verhältniß stehen.

Wünschenswerth ist es übrigens, daß das System einer regelmäßigen Holzabgabe an die Bedürftigen vor dem des Verkaufs ganzer Holzmassen in Auktionen den Vorzug be­halte , da sich die mit der letzten Maßregel verbundene Ge­fahr , daß reiche Speculanten das Holz in großen Quanti­täten aufkaufen und zu willkührüch hohen Preisen steigern, gar nicht verkennen läßt und die Folge solcher Steigerungen immer die seyn wird, daß viele Bedürftige leer ausgehen, und von der Diskretion Anderer abhängig werden, was bei einem nothwendigen Lebensbedürfniß, welches nicht zu jeder Zeit und in jeder Gegend leicht und allgemein beschafft wer­den kann, immer höchst bedenklich ist und zu großen Miß­ständen fuhren mu^ fit

K r i m i n a l f a l l.

In der Nacht vom 10. auf den 11. April 1836 nach

1 Uhr Mitternacht wurde ein Knecht von der bei Kassel gelegenen Domäne Fasanenhof, Namens Jakob Weiß,. von zwei seiner Kameraden geführt, schwer verwundet in das am holländischen Thor befindliche Wachthaus gebracht, und verschied am folgenden Tag.

Diese Verwundung, deren Tödlichkeit die Gerichtsärzte und das Obermedicinalkollegium übereinftimmenD versicher­ten, stellt sich als die mittelbare Folge eine Reihe von Ex­zessen dar, welche in j ner Nacht in dem Wirthshaus des Wirths Johann L. vor dem Holländischen Thor verübt wurden, und dasselbe nach der in Folge des genommenen Augen­scheins in den Akten niedergeschriebenen Bemerkung des In­quirenten in einen Schauplatz gräulicher Verwüstung um­gewandelt hatten.

Im Erdgeschoß des zu den L . . . . schen Gebäuden gehörigen Haupthauses, so wie im Nebenhaus fanden sich alle Fenster eingeschlagen. Verwüstete Dächer, eine ein­geschlagene Thür, beschädigte Tische, zerbrochene Stühle, zertrümmerte Gläser und Mistbeetfenster, die entwurzelten

und abgebrochenen Obstbäume des Gartens zeigten überall die Spuren roher ungezügelter Gewalt.

Auch war der genannte Jakob Weiß nicht der einzige in jener Nacht Verwundete.

Der Wirth Joh. L. selbst erhielt einen Faustschlag ins Auge, und eine wie er glaubt mit einem Messer ihm bei« gebrachte blutende Schramme über dem Auge, der Gärt­nerbursch Adam Günst wurde von mehreren Uasanenhöfer Knechten zuerst von Jakob Weiß selbst angegriffen, und blutig geschlagen; ein gewisser Lange, von einem Bombar- dierer Namens B. mißhandelt, kurz Alles gab kund, daß- an diesen Verwüstungen und Mißhandlungen Viele vereint Theil genommen hatten, daß es mehrfach zum Handgemenge gekommen und Waffen verschiedener Art im Gebrauch gewe­sen waren.

Die näheren Thammstände, welche das unglückliche Ereignis, dessen Opfer Jakob Weiß wurde, herbeisührten sind nach den Akten folgende.

Mehrere Knechte auf dem Fasanenhof nach der Aussage eines Zeugen von Jakob Weiß selbst zuerst hierzu aufgefor­dert , verabredeten sich an dem erwähnten Abend das L. fd)e Wirthshaus zu besuchen..

Singend und dem Anschein nach betrunken, hörte der Bursch des Wirths L. Ge. Stunz bei seiner Nachhaufekunft aus der Stadt, sie hinter sich Herkommen

Die Musikanten hatten» da es an jenem Abend dunkel und regnigt war, -schon zu spielen aufgehört.

Die Neuangekommenen verlangten, daß die Musik aufs neue beginne und traten, als ihrem Begehren gewillfahrt wurde, in den Saal ein.

Hier begannen sie zuerst mit Neckereien, stießen sich im Zimmer hin und her, gingen aber bald zu ernsteren Auf­tritten über. Mehrere fielen über den Bursch des Wirths Ge. Stunz her, warfen ihn zu Boden, und schlugen ihn mit Fäusten, und nur der Verwendung eines ihm bekann­ten Knechts auf dem Fasanenhof hatte er es zu danken, daß er aus dem Gedränge den Ausweg, nach der Thür fand.

Aber ärger noch wurde der Lärm, als der Gärtnerbursch Adam Günst hereintrat, welcher nach den Aussagen mehrerer Zeugen und des Mißhandelten selbst von den Knechten, Ja­kob Weiß an deren Spitze zu Boden geworfen, und wie Günst behauptet, mit einem Stein an Kopf und Stirn blutig geschlagen wurde. Weiteren Mißhandlungen entging er dadurch, daß er sich in die Schenke flüchtete, wo ihn dann der der Tödtung des Weiß später angeschuldigte Sohn des Wirths L., Georg Christian L. in Schutz nahm, und dessen.